„München, Sommer 1937.

Große Deutsche Kunstausstellung und „Entartete Kunst“

 

Diese Ausstellung im HAUS DER KUNST in der Prinzregentenstraße 1 läuft bis

  1. Februar 2018 in der Prinzregentenstraße 1und ist täglich von 10 – 20 Uhr geöffnet.

 

Vor 80 Jahren wurde das „Haus der Deutschen Kunst“ mit der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ am 18. Juli 1937 feierlich eröffnet. In der Eröffnungsrede gab Adolf Hitler eine umfangreiche Darstellung des nationalsozialistischen Verständnisses von „deutscher Kunst“, die in Zukunft öffentlich als einzige zugelassen werde. Dabei skizzierte Hitler eine grundlegende, völkisch-rassistisch begründete Leitstruktur historischer und kunstgeschichtlicher Deutungen. Mit seiner Vorstellung, dass Kunst unmittelbarer Ausdruck der sie prägenden Zeitumstände sei, identifizierte er die Kunst der Weimarer Republik mit dem damaligen politischen System. Die von ihm geschätzte Kunst hingegen sah er durch Politik legitimiert und zugleich als Politik legitimierend. Die neue deutsche Kunst definierte er stilistisch wie ideologisch mit den Worten: „Deutsch sein, heißt klar sein – vor allem auch wahr sein“. In Abgrenzung dazu diffamierte Hitler die „moderne Kunst“ als „entartet“.

Ungefähr 20 000 Arbeiten der Avantgarde waren von den Nationalsozialisten aus über 100 deutschen Museen entfernt, verkauft oder zerstört worden. Das Haus der Kunst in München hat sich erst spät seiner Vergangenheit als von den Nazis zu Propagandazwecken errichtetes Gebäude gestellt, immerhin ein Lieblingsprojekt Hitlers. Ergo ließ Joseph Goebbels in neuen Räumen am südlichen Ende des Englischen Gartens die verhöhnende Kontrast-Exposition als Wanderausstellung zusammentragen, um zu zeigen, was man als „deutsche Kunst“ verstanden wissen wollte. Damals standen 650 beschlagnahmte Exponate der Klassischen Moderne aus 32 Museen zur Verfügung.

 

Ab Sommer 1937 wurde das „Haus der Deutschen Kunst“ ein beliebtes Ziel des Münchner Fremdenverkehrs. Es kamen über 735 000 Touristen in die „Hauptstadt der Bewegung“. Der Königsplatz, heute bewundert als Symbol für das „Isar-Athen“ von König Ludwig I, wurde von den Nazis als Aufmarschgelände für Propaganda-Zwecke missbraucht, während andere NS-Bauten rund um den Königsplatz in der Maxvorstand entstanden.

 

Mit der ersten „Großen Deutschen Kunstausstellung“ wurde „nach dem Willen des Führers“ das heutige HAUS DER KUNST eingeweiht. Es folgten noch sieben weitere dieser Leistungsschauen mit Künstlern, die den Nazis genehm waren. Bis 1944 versuchten rund 9000 Künstler bei der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ angenommen zu werden. Immerhin haben rund viereinhalb Millionen Menschen alle acht „Großen“ gesehen. Vom NS-Propagandaministerium wurden alle Werke der sogenannten „entarteten“ Kunst in einer Künstlerkartei verzeichnet, die digital in der Archiv Galerie einsehbar ist. Die „Große Deutsche Kunstaustellung“ fand insgesamt achtmal von 1937 bis 1944 im eigens hierfür gebauten Haus der Deutschen Kunst am Englischen Garten in München statt und war repräsentativ für die Kunst im Nationalsozialismus.

 

Mit der Eröffnung der neuen Ausstellung am 18. Juli 2017 wird auch wieder bekannt, dass Hitler fleißig Geschäfte mit der Kunst machte – er erwarb 1321 Werke für 7 Millionen Reichsmark. Nach der Eröffnung des Hauses der Deutschen Kunst“ am 18. Juli 1937 vor genau 80 Jahren durch Adolf Hitler folgte die „Entartete Kunst“ in der Hofgarten-Galerie mit 650 Werken von Wassily Kandinsky, Franz Marc, Ernst-Ludwig-Kirchner und der klassischen Moderne. Hitler zeigte mit der Doppel-Ausstellung, welches Kunstbild er durchsetzen und zementieren wollte „Das Haus der Deutschen Kunst“ sollte rassistische Kunst präsentieren, die rassistische Politik möglich machen sollte“.

 

In den acht Ausstellungen von 1937 bis 1944 wurden 7000 Kunstwerke für einen Gesamtpreis von 19 Millionen Reichsmark verkauft. 90 Prozent erhielten die Künstler. 4,5 Millionen Besucher brachten immerhin Einnahmen von 4,6 Millionen Euro. Die Schau läuft täglich von 10 – 20 Uhr bis zum 4. Februar 2018 in der Prinzregentenstraße 1.