Das Bayerische Nationalmuseum besitzt die künstlerisch wertvollste und umfangreichste Krippensammlung der Welt. Während meiner Führung zeige ich Ihnen figurenreiche Weihnachtskrippen, die im Alpenraum und in den Krippenzentren Italiens in der Zeit zwischen 1700 und dem frühen 20. Jahrhundert geschaffen wurden.

Das Bayerische Nationalmuseum verdankt den größten Teil seiner unvergleichlichen Sammlung dem Münchner Kommerzienrat Max Schmederer (1854 – 1917). Er hatte in Bayern und in Tirol sowie später auch in Neapel Krippenfiguren gesammelt und diese den Münchnern jedes Jahr im Advent in seinem Privathaus in Neuhausen zugänglich gemacht. Um die Jahrhundertwende vermachte Schmederer seine Sammlung großmütig in mehreren umfangreichen Schenkungen dem Bayerischen Nationalmuseum und bestimmte dort weitgehend selbst ihre Aufstellung. Nach Krieg und Zerstörung wurde die Abteilung im Laufe der Fünfziger Jahre wieder aufgebaut.

Mein Rundgang beginnt mit einigen Beispielen für die Vorläufer und Wurzeln der eigentlichen Weihnachtskrippe, deren eigenständige Entwicklung mit dem 17. Jahrhundert einsetzte. Zuvor wurde die Weihnachtsgeschichte auf Gemälden und Altarreliefs dargestellt. Figuren des Jesuskindes, in Frauenklöstern andächtig umhegt, lenkten die Gedanken auf die Geburt Jesu. Hervorragende Beispiele dieser Gattungen führen uns in die weihnachtliche Thematik ein.

Aus dem bayerischen und dem Tiroler Alpenraum haben sich zahlreiche Kirchen- und Klosterkrippen aus der Barockzeit erhalten. Die hölzernen, fein geschnitzten Gliederpuppen tragen meist die Tracht ihrer Entstehungsgegend. Nur die Heiligen drei Könige mit ihrem Gefolge sowie die Verkündigungsengel sind in kostbare Fantasiekostüme gekleidet.

In der Zeit um 1750 war Neapel für Italien das wichtigste Zentrum eines künstlerisch hoch bedeutenden Krippenbaus. Gefördert vom neapolitanischen Königshof Karls III. fertigten herausragende Modelleure der Porzellanmanufaktur Capodimonte großartige Köpfe für Krippenfiguren. Andere ebenso begabte Künstler gestalteten ihre Körper mit den sorgfältig ausgearbeiteten Gliedmaßen und bekleideten die Figuren mit kostbaren Stoffen. Die kleinteiligen „finimenti„, naturgetreu gestalteten Ausstattungsstücke, vollenden die geradezu frappierende Lebensnähe der Krippen aus Neapel, die seltener in Kirchen als vielmehr in den Palästen des Adels standen.

In Sizilien sind schon in der Zeit um 1700 Krippen von besonderer Ausdrucksstärke entstanden. Das Museum besitzt bedeutende Beispiele dieser sehr ernsten und in ihrer Darstellung meist überaus bewegten Krippenszenen, die auffallend häufig als Abschluss des Weihnachtsfestkreises neben der Flucht nach Ägypten auch den Kindermord zu Bethlehem zeigen.

Bei unserem Rundgang durch die Krippenabteilung des Bayerischen Nationalmuseums vermittle ich Ihnen nicht nur anschauliche Einblicke in die Entwicklungsgeschichte der Krippe in Süddeutschland und Italien – unter meiner Führung wird Sie dieser Rundgang in eine aus mittelalterlicher Frömmigkeit und barocker Inszenierung schöpfende weihnachtliche Bilderwelt zu versetzen.

Mein Führungshonorar für Erwachsene und einer Dauer von circa 75 Minuten mit maximal 25 Teilnehmern beträgt EUR 95.- ohne MWSt zzgl. Eintritt

Sonntags beträgt der Eintritt lediglich 1 Euro pro Person.

Barbara Schöne, offizieller Stadtführer München seit 40 Jahren