Wo die Ritter ihre Runden drehen

und der FC Bayern nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft bejubelt wird

Heute geht es hoch hinauf. Wir schauen auf das weltberühmte Wahrzeichen unserer Stadt: das Glockenspiel im Turm des Neuen Rathaus. Viele Münchner kennen es – und viele Touristen bleiben Tag für Tag am Marienplatz stehen, um zu schauen und den Volksweisen zu lauschen. Doch so richtig nah an den Harlekin und die Ritter kommt niemand hin.

Das Glockenspiel ist im fünften Stock des Rathauses. Von dort schaut man auf den Marienplatz und vor Weihnachten auf den bunt geschmückten Christkindlmarkt. Die Figuren des Glockenspiels erinnern an die Heirat von Prinzessin Renate von Lothringen mit dem Bayerischen Herzog Wilhelm V im Jahr 1568. Oben in 45 Metern Höhe drückt jemand auf den Knopf eines Spieltisches und das weltberühmte Spektakel beginnt. Dort oben, wo die Ritter raufen und der Harlekin hüpft, darf nämlich sonst niemand hin – nur zwei städtische Glockenspieler, also Mitarbeiter der Stadt, die das Wahrzeichen pflegen und dafür täglich mehrmals die Stufen ins Herz der Anlage hochsteigen. Dort oben steht ein historischer Schaltschrank. Hinter seiner Glastür sind Hebel und Knöpfe montiert. Auf Täfelchen daneben steht “Hahn”, “Hanswurst” und “Schäfflermotor”.

Etwas unterhalb des Glockenspiels ist der “Meisterbalkon” des FC Bayern an der Fassade des Neuen Rathauses. Wenn die Fußballmillionäre die deutsche Meisterschaft gewinnen, stehen sie hier auf diesem Balkon und werden von 10 000 – 15 0000 Münchner auf dem Marienplatz bejubelt.

Meisterbalkon des FC Bayern

Doch auf der 85 m hohen Rathaus-Turmspitze steht das Wahrzeichen von München – das Münchner Kindl – und segnet alle, die rund um das Neue Rathaus spazierengehen, shoppen oder ratschen.

Das Münchner Kindl

Das Rathaus-Glockenspiel ist das größte Deutschlands und das fünftgrößte Europas. Es wurde von 1907 bis 1908 gebaut und ein Jahr danach in Betrieb genommen. Und knapp 100 Jahre später, am 10. Februar 2018, rückte die Feuerwehr an. Brand in der Elektrik! Ein Relais der historischen Steuerung war durchgeschmort. Deswegen steht nun links neben der denkmalgeschützten Schaltanlage ein moderner Technikschrank. Das mit Solarstrom betriebene Glockenspiel startet täglich um 11 und um 12 Uhr, weil einer der beiden Glockenspieler die grünen Knöpfe an dem grauen Kasten drückt. So können sie das Spiel der insgesamt 32 lebensgroßen Kupferfiguren auch stoppen, also auch den Schäfflertanz unterhalb des Ritternturniers.

Von März bis Oktober ist es zusätzlich um 17 Uhr zu bewundern und zu hören. Spielwalzen erzeugen die Musik, die auch per Knopfdruck gestartet wird. Es erklingen immer vier Lieder, die monatlich wechseln. Es gibt über 20 Melodien, von “Aber heit is kalt”, dem Traditionslied der Münchner Schäffler, bis “Oh Tannenbaum”, zur Weihnachtszeit im Dezember.

Im Turm des Neuen Rathauses wird täglich um 11 und 12 Uhr und im Sommer auch um 17 Uhr das weltberühmte Glockenspiel mit dem Ritterturnier und dem Schäfflertanz zur Musik von vier Liedern gezeigt.

Abends lauchen auch ein paar Menschen um 21 Uhr, wenn der Nachtwächter in sein Horn bläst und der goldene Engel das Münchner Kindl zu Brahms’ Wiegenlied zu Bett bringt. Dann schläft es – bis es tags drauf wieder Applaus von vielen Touristen für das Glockenspiel gibt.

DIE MARIENSÄULE

Mitten auf dem Marienplatz – sozusagen das Herz von München – steht seit 1638 die Mariensäule als Folge der Kriegszerstörung im 30-jährigen Krieg zum Dank dafür, dass der protestantische König Gustav Adolf von Schweden die katholische Stadt München nicht niedergebrannt hat. Die Mariensäule ist von einer vergoldeten Marienstatue aus Bronze gekrönt, die vermutlich von Hubert Gerhard 1593 für das Grab Wilhelms V. geschaffen und bis 1613 für den Hochaltar der Münchner Frauenkirche verwendet wurde.

Es handelt sich hierbei um den Darstellungstypus in der Tradition des Gnadenbildes von Maria Loreto, also mit dem Jesuskind auf dem linken Arm – auf einer Mondsichel stehend.

1639 wurden auf dem Sockel vier Bronzeputten hinzugefügt, welche sich allegorisch auf den Psalm 91 Vers 13 beziehen, der in gekürzter Form auf den Schildern wiedergegeben ist: „über die Schlange und den Basilisken wirst du schreiten und den Löwen und den Drachen wirst du zertreten.“ Die Heldenputti stehen im Kampf mit vier als Tiere dargestellten Menschheitsplagen. Der Löwe verkörpert den Krieg, der Basilisk – ein Fabelwesen – symbolisiert die Pest, ein Drache verkörpert den Hunger und eine Schlange den Unglauben (die Kektzerei). Die vier Darstellungen wurden vom bis heute namentlich nicht bekannten „Meister der Heldenputti“ gestaltet und von einem Bronzegießer angefertigt. Die Originale stehen im Stadtmuseum, rund um die Mariensäule sehen Sie Kopien.

Ein Heldenputti kämpft mit dem Löwen, der den Krieg symbolisiert.

Ein Heldenputti kämpft gegen die Schlange, die den Unglauben (Ketzerei) symbolisiert.

Der Basilisk – ein Fabelwesen – symbolisiert die Pest

Von wem der Entwurf für die Säule stammt, ist nicht überliefert; es dürfte aber einer der bedeutenden Künstler der damaligen Zeit gewesen sein. Oft wird sie Hubert Gerhard zugeschrieben. Die Marienstatue: Maria steht auf der Mondsichel, sie ist gekrönt und hält in der Linken das segnende Christuskind, in der Rechten ein Zepter. Die Mariensäule galt als Mittelpunkt des Landes und alle ausgehenden Straßen haben hier ihren metrischen Nullpunkt. Auch heute bezieht sich die Entfernungsangabe auf Wegweisern nach München auf die Strecke bis zur Mariensäule.

Während des Zweiten Weltkriegs war das Standbild der Maria in der Liebfrauenkirche untergebracht, noch 1945 wurde die Mariensäule unter Michael Kardinal von Faulhaber wieder auf dem Marienplatz errichtet. Während des Baus der Münchner U- und S-Bahn zu den XX.sten Olympischen Sommerspielen von1972 wurde die Mariensäule 1966 vorübergehend entfernt, der barocke Marmorsockel und die Säule bei der Wiederaufstellung im November 1970 durch eine Kopie ersetzt, die Figur der Maria neu vergoldet.

Barbara Schöne, Stadträtin a. D.

Offizielle Gästeführerin in Deutsch, Englisch und Französisch

Der Viktualienmarkt

Der Bauch von München – im Dezember Weihnachtszauber auf dem Viktualienmarkt

Frische Waren – alles was das Herz begehrt – von urbayerisch bis exotisch!

Italienische Limonen/Zitronen
Fränkische Wurst-/Schinken-Spezialitäten
Erntefrisches Gemüse

Der VIKTUALIENMARKT im Herzen von Münchens Altstadt war ursprünglich ein Bauernmarkt und Kräuterlmarkt. Heute ist der Viktualienmarkt ein sehr beliebter Platz für Genießer und Feinschmecker aus der ganzen Welt.

Auf der Marktfläche befinden sich ca. 140 Stände und Händler mit frischen Waren und Spezialitäten. Die Stände sind fest oder als fliegende Händler auf dem Markt – auch die Metzgerzeile gehört zu den Händlern des Viktualienmarkts.

Münchens beliebter Biergarten

Übrigens ist Viktualie eine veraltende Bezeichnung für Lebensmittel und kommt vom spätlateinischen victualia.

Da der Maibaum zu jedem bayerischen Dorf gehört, sollte auch München einen Maibaum haben. So wurde 1962 von den sechs großen Münchner Brauereien der erste Maibaum auf dem Viktualienmarkt gestiftet und aufgestellt. Die Figurengruppen, die am Maibaum befestigt sind, stellen Motive des Münchner Lebens dar: Brauereigespann, Oktoberfest, Schäfflertanz, Musiker und Tanzpaar, Standlfrau und Bierausschank, Münchner Stadtfahnen und die Schutzheiligen der Brauer, St. Bonifaz und St. Florian.

PS Der Münchner Maibaum wurde vermutlich zum dritten Mal “geklaut” und muss zum 1. Mai 2022 von den Münchner Brauereien mit Freibier und Brotzeit “zurückgekauft” werden. Details dazu auf meiner Probiertour…..

Karl Valentin-Brunnen

Neben den zahlreichen Verkaufsständen findet man auf dem Viktualienmarkt auch Brunnen mit Münchner Originalen als Brunnenfiguren: Den Volkssängern und Komikern Karl Valentin, Weiß Ferdl und Liesl Karlstadt sowie Ida Schumacher, Elise Aulinger und den Roider Jackl. 

Bio – Brotaufstrich

Das Areal des Viktualienmarkt mit seinen rund 22 000 qm Fläche ist immer geöffnet, jedoch sind die Marktstände am Sonntag und Feiertagen geschlossen. Auf dem Viktualienmarkt gelten die gleichen Regeln, wie im übrigen München. Hunde dürfen angeleint auf den Viktualienmarkt. Doch als Tierfreund empfehle ich, den geliebten Vierbeiner lieber zu Hause zu lassen, wenn es unter der Woche – speziell bei schönem Wetter – sehr voll wird und Einheimische wie schaulustige Touristen sich genüsslich auf dem Viktualienmarkt tummeln.

Frischer Obazda
Der Münchner Viktualienmarkt  - das Mekka für Gourmands und Gourmets

Barbara Schöne, Stadträtin a. D.

Weihnachtszauber am Viktualienmarkt

Am Viktualienmarkt vor dem festlich dekorierten Pschorrr lockt jedes Jahr wieder der Alpenwahn-Christkindlmarkt mit seinen Schmankerln. Das Besondere: Hier darf man am Glühweinstandl sogar bis 23 Uhr verweilen. Es gibt einen überdachten Bereich, in dem Stehtische für Firmenfeiern oder größere Gruppen reserviert werden können. Hinter dem Tresen werden “Alpenglüher” ausgeschenkt. “Glühwein” darf man dazu nicht sagen, meint der Wirt. Es schmeckt nach weihnachtichen Gewürzen, aber weniger klebrig-süß als konventioneller Glühwein. Es gibt auch Deftiges wie eine Rindsbratwurst, und darauf folgt Süßes: “Der süße Klassiker ist und bleibt der Crèpe mit Nutella”.

Im Frühjahr dann das Maibaumklauen.

Maibaum-Diebe nutzen Löscheinsatz der Feuerwehr für Klau

Dieser Maibaum-Diebstahl war besonders dreist: im Neufahrner Ortsteil Mintraching (Landkreis Freising) brannte am Freitag, 19. April 2024, eine Lagerhalle. Die Mintrachinger Burschen, die nicht nur den Maibaum bewachen, sondern Großteils auch bei der Freiwilligen Feuerwehr sind, rückten sofort aus. Der Baum war zeitweise unbewacht. Genau in diesem Moment schlugen die Diebe zu und klauten den Maibaum vom Hof. Mit einem „schnellen und sauberen Klau“ wie die Maibaum-Diebe es später bezeichneten, hatten sie ihn innerhalb von zehn Minuten vom Hof gebracht. Die Burschen müssen 20 Rollbraten mit Beilagen und Bier bezahlen, meinen die Diebe. Ob die Burschen am Auslöserfest teilnehmen werden, war zum Zeitpunkt der Bekanntgabe in den Münchner Medien noch nicht bekannt.

Offizielle Gästeführerin der Landeshauptstadt München in Deutsch, Englisch und Französisch

Stadtwanderung von Ost nach West (Führung)

Treffpunkt zu diesem Sonntagspaziergang:

Prinzregentenplatz (U4) – Prinzregentheater (Säulenhalle am Eingang), Richard-Wagner-Denkmal, Museum Villa Stuck, der 125 Jahre alte Friedensengel als luftiges Denkmal mit Blick hinunter zur Isar, Jugendstilvillen in der Möhlstraße (General-Konsulate), Monacensia, kleine Kirche St. Georg (ein Rokokojuwel), Bogenhausener Prominentenfriedhof mit Grabstätten von Buchautor Erich Käster, Filmproduzent Bernd Eichinger, Volksschauspielerin Liesl Karlstadt und Walter Sedelmayr, Film -und Férnsehproduzent sowie Autor Helmut Dietl und seiner TV-Staffel mit Helmut Fischer (Monaco Franze – a bisserl was geht immer.,….), Alt OB Dr. Hans-Jochen Vogel, Dirigent Hans Knappertsbusch, Schriftsteller Oskar Maria Graf, Baulöwe Joseph Schörghuber und weitere bekannte Persönlichkeiten, die sich um die Stadt verdient gemacht haben.

Weiter gehts über die Max-Joseph-Brücke zum Chinesischen Turm im Englischen Garten, Aufstieg auf den Monopteros mit herrlichem Blick über den Park bis hinüber zu den Doppeltürmen der Frauenkirche, dem Turm des Neuen Rathauses, dem Alten Peter und der Theatinerkirche. Spaziergang über den Schwabinger Bach zum Ziel: das Bio-Café MilchHäusl. Dort gibt es einen Drink nach Wahl an einem Biertisch in netter Runde.

Führung: Barbara Schöne, Stadträtin a. D., offizielle Gästeführerin von München

Dauer: 3 Stunden

Strecke: 3 Kilometer

Unkosten für Führung inkl. 1 Getränk nach Wahl im Milch-Häusl im Englischen Garten: 25 EUR

Gruppengröße: maximal 15 Erwachsene

Buchen Sie mich über das Kontaktformular auf dieser Homepage

Japanisches Teehaus im Englischen Garten – ein Geschenk der
japanischen Partnerstadt Sapporo zu den Olympischen Sommerspielen 1972

Ein Rundgang durch SCHWABING

Siegestor mit Löwenquadriga

Mein Rundgang beginnt am Siegestor mit der neuen Inschrift nach der Kriegszerstörung: “Dem Sieg geweiht. Vom Krieg zerstört. Zum Frieden mahnend”. König Ludwig I. hatte seine prachtvolle Ludwigstraße im 19. Jahrhundert ins freie Feld hinein bauen lassen in Richtung des entfernt liegenden Dorfes Schwabing. Den Abschluss dieses Boulevards schuf Friedrich von Gärtner mit dem Siegestor in Anlehnung an den Constantin-Bogen in Rom.

Vor uns erhebt sich die Akademie der Bildenden Künste, ein interessantes architektonisches Ensemble im Stil der Renaissance. Der alte zweiflügeligen Bau von Gottfried von Neureutehr wurde gebaut unter dem kunstsinnigen König Ludwig II. Den hypermodernen Anbau errichtete der österreichische Star-Architekt Wolfgang D. Prix von Co’op Himmelblau (Wien) mit einem giebelseitig überhängenden Element. Aus dieser Akademie der Bildenden Künste sind einige bedeutende Künstler hervorgegangen.

Auf der Freitreppe der Akademie der Bildenden Künste mache ich eine detaillierte Einführung zu Münchens größtem Stadtteil: die Entwicklung vom Dorf Schwapinga, das 782 erstmals urkundlich erwähnt wurde und östlich des heutigen Wedekindplatzes, der Occamstraße und der Biedersteiner Straße entstand und bis zum Ende des 19. Jahrhundert eigenständig blieb. Im Jahr 1810 hatte das Dorf erst 570 Einwohner und bestand vorwiegend aus Fischern und Milchbauern nahe dem Kleinhesseloher See im Englischen Garten. Mit dem Bau der Akademie der Bildenden Künste erfolgte ein starker Aufschwung dank des Zuzugs von Bildhauern, Malern, Literaten und Poeten ins ländliche Schwabing, weil hier alles wesentlich billiger war als in der Stadt München. Schwabing wurde entdeckt, bekannt und als Künstlerkolonie berühmt.

Die Occamstraße ist nach Wihelm von Occam (1285-1349) benannt, einem scholasstischen Religionsphilosoph aus London, der im starken Widerstreit mit dem Papsttum stand. Wegen Irrlehre wurde er 1324 nach Avignon zum Papst Johannes XXII befohlen, konnte aber von dort 1328 nach München fliehen und wurde Führer der geistlichen Hofakademie Kaiser Ludwigs des Bayern. Während der Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Papst versammelten sich unter der Leitung Occams in München namhafte Gelehrte aus ganz Europa, die begannen, die mittelalterliche Welt kirchenpolitisch zu verändern.

Es entstand die Elisabethstraße und der Elisabeth-Markt, benannt nach Sissi, der Gattin von Kaiser Franz Joseph I. von Österreich. Sissi, die Lieblingstochter des Herzogs Maximilian in Bayern, wurde 1837 im Herzog-Max-Palais in München geboren und hatte bei ihrer Geburt einen Zahn. Mit 16 Jahren heiratete sie ihren Cousin Franz Joseph und wurde Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. Sissi besuchte oft ihre Verwandten in Schwabing und logierte in der nach ihrem Gatten benannten Franz-Joseph-Straße.

Am 1. Januar 1887 wurde Schwabing eine selbständige Stadt mit 11 000 Einwohnern, einem eigenen Stadtwappen und einer eigenen elektrischen Eisenbahn. Die junge Stadt war bald so vermögend, dass sie sich noch vor München eine elektrische Straßenbeleuchtung leisten konnte. Wofür? Ein Einheimischer meinte: “Um den Münchnern heimzuleuchten”. Die Münchner hatten nur alte Gaslaternen. Die Schwabinger sahen jedoch bald ein, dass sie auf die Dauer dem Wettstreit mit München nicht gewachsen waren. Sie gaben ihre Selbständigkeit auf und ließen sich am 20. November 1890 in die Haupt- und Residenzstadt München eingemeinden.

Um 1900 wurden prachtvolle Palais des Großbürgertums im Jugendstil westlich von der Leopoldstraße in der Franz-Joseph-Straße, der Römerstraße, der Friedrichstraße und in der Ainmillerstraße errichtet. Da Frauen nicht an Kunst-Akademien zugelassen waren, etablierten sich hier private Malschulen wie die von Anton Azbé, Franz von Stuck und schließlich von Wassily Kandinsky. 1911 gründete der Russe aus Moskau namens Kandinsky zusammen mit dem Münchner Tiermaler Franz Marc die Gruppe “Der Blaue Reiter“. Sie publizierten einen Almanach über das “Geistige in der Kunst” und organisierten Ausstellungen ihrer Werke, die zunehmend abstrakter wurden und provozierten.

In prachtvollen Stadtpalais rund um den Habsburger Platz wurden rauschende Künstler-Feste gefeiert. Solche gesellschaftlich extravagante “Salons” organisierte beispielsweise Marianne von Werefkin, die mit dem russischen Maler Alexej von Jawlenski zusammenlebte. Diese “Salons” der Bohème waren sehr begehrt bei Künstlern und ihren großzügigen Gönnern der gehobenen Gesellschaft (der Adel, die Bankiers, zahlreiche Verleger, reiche Industrielle kamen in diese “Salons”).

Die Zeitschrift “Die Jugend” wurde kreiert. Als Gegenstück entstand als Satire der “Simplicissimus” mit dem Emblem der Roten Dogge mit einer abgerissenen Kette am Halsband. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs 1914 florierte dieses Künstlerviertel in einem heute noch unvorstellbaren Maße. Hier wurden Meisterwerke geschaffen, die zunehmend Weltruhm genießen und beispielsweise im Lenbachhaus ausgestellt sind. Der “Alte Simpl” – jahrzehntelang geführt von Wirtin Netzle, war vorübergehend geschlossen und wurde im Frühjahr 2024 neu eröffnet. In unmittelbarer Nähe ist der Georg Elser Platz mit einer interessanten Lichtintallation an einer Hauswand, die an sein erfolgloses Attentant auf Adolf Hilter am 8. November 1939 im damaligen “Bürgerbräukeller” erinnern soll. Details hierzu etwas weiter unten in diesem interessanten Beitrag. Ich zeige diese beiden Sehenswürdigkeiten gern, wenngleich sie jetzt dem Stadtviertel Maxvorstand zugeordnet werden.

Der Wedekindplatz ist nach Frank Wedekind (1864-1918) benannt, einem satirisch-sarkastischen Lyriker, der auch als Kabarettist wirkte und wegen Majestätsbeleidigung verhaftet wurde. Wedekind engagierte sich auch für den satirischen “Simplicisssimus” und für die 1896 in München herausgegebene Wochenzeitschrift “Jugend”, die den Jugendstil ankündigte.

Nach dem zweiten Weltkrieg entstanden rund um den Wedekindplatz preisgünstige Studentenlokale wie “Mutti Bräu“. In der Occamstraße Nr. 8 verzauberte die unvergessene Chansonette Gisela mit ihrem großen Herz und dem Sex in ihrer Stimme die Männerwelt. Die schmolz dahin, wenn Gisela mit ihrer rauchigen Stimme frivole Lieder ihrem begeisterten Publikum zum Besten gab. Über Nacht wurde die „Schwabinger Gisela“ in der ganzen Bundesrepublik berühmt und beschäftigte wiederholt humorlose Tugend- und Sittenrichter mit ihrem Chanson : “…. aber der Novak lässt mich nicht verkommen“. Gisela war ein Inbegriff von frechen Liedern wie „Kommen Sie in meinen Massagesalon“. Berühmte Musiker traten spontan auf wie 1964 der Sänger Lawrence Winter mit seinem „Old Man River“. Kabarettisten machten das Nachtleben von Schwabing zur Attraktion.

Mit dem Bau der U-Bahn bis zur Münchner Freiheit und darüber hinaus zu den Olympischen Spielen 1972 verlor Schwabing seinen Charme. Der Kommerz zog ein. Die Schickeria entdeckte teure Restaurants, die wie Pilze aus dem Boden gestampft wurden. Der beliebte Münchner Kolumnist Siegfried Sommer hatte für Schwabing nur noch die Worte übrig: „Schwabing – das ist Neon, Nylon, Nepp“.

1905 erbaute Architekt Emanuel von Seidl die “Villa Lautenbacher” für die Witwe von Johann Sedlmayr, einst Firmeninhaber der Spatenbrauerei. Er hinterließ seiner Frau Franziska ein ansehnliches Vermögen. Sie heiratete erneut und ließ für ihre Ehe mit Paul Lautenbacher die repräsentative Villa im damals noch ländlichen Schwabing errichten. Ihr Neffe Emmanuel von Seidl hatte sich mit zahlreichen herrschaftlichen Villen rund um den Starnberger See einen Namen gemacht. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde diese Villa zum Spekulationsobjekt. Die inzwischen Seidl-Villa genannte Villa mit Handwerkerhäuschen am Nikolaiplatz sollte abgerissen und einem Hotel-, Büro- oder Kaufhauskomplex weichen. Durch viele Unterschriften-sammlungen und Bürgerproteste kaufte die Stadt München den ganzen Komplex und eröffnete 1991 die umgebaute Seidlvilla als Stadtteilkulturzentrum. Inzwischen finden dort jährlich 2.500 Veranstaltungen mit über 70.000 Besuchern statt.

Der Name „Münchener Freiheit“ soll seit 1998 die Erinnerung an die bayerischen Widerstandskämpfer im Dritten Reich wachhalten. In München hatte Hitler von Anfang an seine erbittersten Gegner. Diese Stadt war nie seine Stadt. Sie zur „Hauptstadt der Bewegung“ zu erheben, war eine unglaubliche Anmaßung. In seinen berühmten Adventspredigten prangerte Kardinal Faulhaber in aller Öffentlichkeit Hitlers Antisemitismus an.

München war auch das Ziel des mutigen Tischlers Georg Elser, der am 8. November 1939 im „Bürgerbräukeller“ mit einer selbstkonstruierten Zeitbombe einen Anschlag auf Adolf Hitler verübte. Doch das Attentat schlug fehl. Hitler, der das Lokal 13 Minuten vor der Explosion der Bombe verlassen hatte, entkam dem Anschlag. Elser bezahlte seine mutige Tat mit dem Leben. Er wurde am 9. April 1945 – drei Wochen vor dem Selbstmord von Hitler und seiner Gefährtin Eva Braun – im KZ Dachau erschossen, weil ihm niemand glauben wollte, dass er das Attentat von 1939 ganz alleine geplant und ausgetüftelt und keinerlei Komplizen hatte.

Weitere Opfer des Widertands in München waren Pater Rupert Mayer, Professor Kurt Huber, die Geschwister Hans und Sophie Scholl und deren Mitstreiter in der Geheimorganisation der „Weißen Rose“ sowie Alfred Delp, Freiherr von Leonrod, Franz Sperr und Hermann Wehrle, die im Zusammenhang mit dem Stauffenberg-Attentat vom 20. Juli 1944 als Mitwisser erschossen wurden.

Von der Münchener Freiheit zweigt die Feilitzschstraße ab, die Münchner „Reeperbahn“. Hier grenzt Nachtlokal an Nachtlokal.

Parallel in der Haimhauserstraße befindet sich übrigens das bekannteste Kabarett der Stadt, die „Münchener Lach- und Schießgesellschaft“ (Ecke Ursulastraße 9). Journalist Samy Drexel und der unvergessene Dieter Hildebrandt hatten die “Lach und Schieß” als politisches Kabarett gegründet. Zum 65. Geburtstag gastierte dieses Kabarett 4 Mal Ende Juli 2021 im wunderschönen Park des Institut Francais (Kaulbachstraße).

Der Wedekindplatz wurde zum Treffpunkt der Schwabinger Studenten und ihrer „Schwabinchen“ bei “Mutti Bräu”, die den anderen Münchner Mädchen in der Mode meist um Längen voraus waren und gerne alles aufgriffen, was frech war: die höchsten Bleistiftabsätze, die längsten Damenstiefel über dem Knie und die kürzesten Mini-Mini-Röckchen. In der Occamstraße Nr. 8 verzauberte die unvergessene Chansonette Gisela mit ihrem großen Herz und dem Sex in ihrer Stimme die Männerwelt. Die schmolzen dahin, wenn Gisela mit ihrer rauchigen Stimme frivole Lieder ihrem begeisterten Publikum zum Besten gab. Über Nacht wurde die „Schwabinger Gisela“ in der ganzen Bundesrepublik berühmt und beschäftigte wiederholt humorlose Tugend- und Sittenrichter mit ihrem Chanson : “…. aber der Novak lässt mich nicht verkommen”. Gisela war ein Begriff für freche Lieder wie „Kommen Sie in meinen Massagesalon“. Berühmte Musiker traten spontan auf. Sänger Lawrence Winter begeisterte mit seinem „Old Man River“ und Kabarettisten machten das Nachtleben von Schwabing zur Attraktion.

Vor dem Café an der Münchner Freiheit wurde 1997 eine Bronze-Skulptur von Helmut Fischer aufgetellt, dem unvergessenen “Monaco Franze” und ewigem Stenz. In Gesellschaft einer Skulptur von Helmut Dietl erfreut sich die von Nicolai Tregor geschaffenen Skulpturen an einem schiefen Tisch großer Beliebtheit. Monaco Franze ist Kult. Punkt. Mehr braucht man an dieser Stelle auch nicht zu sagen. Wenn’s um den ewigen Stenz geht, sind sich alle Münchner einig und verfallen in eine heiße Debatte über die besten Sprüche und schönsten Momente der Serie. Davon gibt es auf jeden Fall einige! Damit ihr ein bisschen in den guten alten Zeiten schwelgen könnt. Die besten Sprüche vom ewigen Stenz:

„Komisch, ge? Da kannst krank sein wiest mogst und immer noch lockt das Weib.“

„Ich wollte Sie ja gar nicht ansprechen, Fräulein. Ich wollte Sie ja nur fragen, ob wir vielleicht eine Tasse Kaffee zusammen trinken wollen“

„Aus is und gar is, und schad is, dass’s wahr is!“

„Geh Spatzl, schau wie I schau! Recht viel treuer schaut auch kein Schaf“

 „Spatzl, es gibt Sachen im Leben und besonders im Fasching, die wenn man’s nicht selber erlebt hat, glaubt man’s fast selbst nicht“.

„Ehrlich gesagt, ich interessiere mich wahnsinnig für Frauen! „

„A bissel was geht immer! „

Und dort wird auch Schach auf vier Bodenplatten gespielt.

Wahrlich nicht zu übersehen ob ihrer Größe von 17 Metern ist der Walking Man, eine von Jonathan Borofsky entworfene Skulptur in der Leopoldstraße 36. Die 16 Tonnen schwere, weiße Skulptur steht – tief im Boden verankert – seit September 1995, also bald 30 Jahren, vor dem Eingang der einstigen Versicherung Münchner Rück. Der weiße Riese ist zu einem Wahr­zeichen des modernen München geworden und musste für seinen Transport von Los Angeles nach München in neun Teile zerlegt werden. Das moderne Ge­schäfts­ge­bäude ist der Geschäftssitz der heutigen Munich Re. Von diesem Glanz längst vergangener Zeiten ist heute nicht mehr viel zu spüren.

Barbara Schöne, Offizielle Gästeführerin von München in Deutsch, Englisch und Französisch

Schwabing, das ehemalige Künstlerviertel mit der weltberühmten Akademie der Bildenden Künste oder der Skkulptur des Fernsehlieblings Monaco Franze, ist immer ein Rundgang unter professioneller Leitung wert
L’ Ancienne Ville de Munich

L’ Ancienne Ville de Munich

La Cathédrale Nòtre Dame – l’ emblème de Munich

La visite classique de la ville historique à pied

Comme guide officielle je vous emmène aux curiosités principales au centre historique de Munich. Mon parcours vous propose un aperçu complet de la vieille ville ci-inclus:

La «Marienplatz» avec l’ Hôtel de Ville avec sa façade néo-gothique et le fameux carillon (Glockenspiel), qui sonne à 11, 12 et 17 heures en été. Notre visite commencera devant la porte du Marienplatz numéro 8. Cela est devant la fontaine des poissons. Ensuite vous allez voire l’église la plus ancienne. C’est Saint Pierre et sa tour nommée «Alter Peter».

Après une visite courte dans l’église – si désiré et possible – notre parcours nous emmenent au marché aux victuailles «Viktualienmarkt» avec son «Jardin de Bière» et le pittoresque arbre de Mai. Il y a des fruits exotiques, des légumes de la région, les fromages, les pains, les fleurs, les poissons et même des fruits de mer. Nous continuerons jusqu’à la fameuse brasserie «Hofbräuhaus» pour enfin arriver à la Résidence, le château en ville d’ autrefois des ducs, princes électeurs et rois de Bavière pendant sept siècles.

Une des sept cours de la Résidence (Apothekerhof)

Residenz München Apothekenhof

En traversant plusieurs cours intéressantes de ce château immense nous arriverons à la place de l’Odéon «Odeonsplatz». Ensuite nous allons jeter un coup d’œil dans le jardin de la cour «Hofgarten» joliment décorés de beaucoup de fleurs de la saison. Au milieu il se trouve le pavillon de la déesse de chasse Diane. De là, nous irons vers le gouvernement de la Bavière («Bayerische Staatskanzlei») pour jeter un coup d’œil dans le Jardin Anglais. Cela est le plus grand parc dans une ville sur notre planète. Extrèmement amusants à regarder: les Eisbach-Surfeurs

L’Ancien Hòtel de Ville (Style gothique die 15ième)

En rentrant vers le centre nous passerons les «Fünf Höfe». Cet ensemble comprend 5 cours avec 25 boutiques chics et des bistros avec une variation de spécialités internationales. Notre parcours nous fait voire la cathédrale Nòtre-Dame «Liebfrauendom», l’emblème de Munich avec ses deux tours en briques et ses coupoles à cuivre à être aperçu de loin.

Barbara Schöne, Guide Officielle de Munich

Ansicht Staatsoper München bei Nacht
Die bayerische Staatsoper
L’ Opéra de Munich et le monument du Roi Maximilian I.

Le fameux Carillon (Glockenspiel) dans la tour du Nouvel Hòtel de Ville à la Marienplatz – le centre de Munich

NS-Dokumentationszentrum München

NS-Dokumentationszentrum München

NS-Dokumentationszentrum München
NS Documentaion Center
NS Dokumentationszentrum, Max Mannheimer Platz

Geschichte NS-Dokumentationszentrum

Das NS-Dokumentationszentrum gibt es seit 5 Jahren. Am 1. Mai 2015 eröffnete das Münchens zentralen Lern- und Erinnerungsort. Seitdem setzt man sich dort mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der Stadt und den Ursachen auseinander. Es geht um Ausprägungen und Folgen der Diktatur. Der Neubau am Standort des “Braunen Hauses“, der ehemaligen Parteizentrale der NSDAP, bietet eine Dauerausstellung über Münchens NS-Geschichte. Diese ist ein Lernforum mit digitalen Medien- und Recherchen Angeboten, Sonderausstellungen und einem vielfältigen Bildungs- und Veranstaltungsprogramm am Max-Mannheimer-Platz (Nähe Königsplatz).

Im ersten Jahr hatte das Zentrum 200 000 Besucher – darunter auch viele Münchner. Deshalb ist das NS-Dokumentationszentrum wegen des großen Interesses auch international gesehen ein großer Schritt. Inzwischen nutzen viele Menschen digitale Formate. Aus diesem Grund ist die Dauerausstellung auch online verfügbar. Auf diesem Weg können andere oder mehr Menschen erreicht werden.

Durch die Lage Nähe Königsplatz und Brienner Straße ist das NS-Dokumentationszentrum München ein geeigneter Start- oder Endpunkt anderer Touren.

Die Parteizentrale der NSDAP und damit das NS-Dokumentationszentrum hatte vormals die Adresse Brienner Straße 34. Zum Gedenken eines der Opfers lautet die Adresse nun Max-Mannheimer-Platz 1.

NS–Documentation Center Munich

The Munich Documentation Centre for the History of National Socialism is a place of learning and remembrance critically focusing on the city’s Nazi past and examining the causes, characteristics and ramifications of the dictatorship. Located on the ground of the “Brown House”, the former Party Headquarters, the new building offers a permanent exhibition, a learning center with digitalized media and research facilities, special exhibitions and a diverse education and event programme. I opened in May 2015 in a city center location close to Kings Square (Königsplatz). Besides a permanent exhibiton, it hosts lots of educatinal events including workshops and training sessions.