Wieskirche – Oberammergau – Kloster Ettal

Wieskirche – Oberammergau – Kloster Ettal

Eine Exkursion in die phantastische Wieskirche – nach Oberammergau (Passionsspielehaus) – Kloster Ettal

Die Kirche in der Wies mit Pfarrhaus und dem ehemaligen Wohnaus von Architekt Domikus Zimmermann

Wieskirche – die Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies bei Steingaden ist eine der berühmtesten Rokokokirchen der Welt.

 
Die schönste Kirche Süddeutschlands liegt eingebettet in eine Postkartenlandschaft auf einem Hügel mit saftig blühenden Wiesen und herrlichen Wäldern. Kunstvolle Stilelemente des Rokokos sind in diesem prachtvollen Gotteshaus zu bestaunen.

Nach einer Legende fand eine alte Bäuerin auf dem Dachboden eine Skulptur vom „Gegeiselten Heiland“ mit einer Kette an einen Pfahl angebunden. Beim näheren Hinsehen entdeckte die alte Frau Tränen in den Augen des Heilands. Sie war zutiefst erschrocken. Sofort rannte sie zum Pfarrer und berichtete von ihret ungewöhnlichen Entdeckung.

 

Kirchenbesichtigung in der "Wies"

Die Wieskirche ist eine bemerkenswerte, prächtig ausgestattete Wallfahrtskirche im sogenannten bayerischen „Pfaffenwinkel“. Der vollständige Name lautet Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies.

Barock-Kanzel in der Wies - Kulturerbe der UNESCO

Die Kanzel. Der Bauherr der Kirche Abt Marianus II Mayer hat seine Begeisterung über die „Wies“ so ausgedrückt: «Hoc loco habitat fortuna, hic quiescit cor« (Hier wohnt das Glück, hier findet das Herz seine Ruh`). Den vielen Besuchern unserer »Schönen Wies« wünsche ich von Herzen die Erfahrung dieses Glückes und des inneren Friedens.

Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm vor dem Hochaltar

»Die Wies ist ein Stück Himmel auf dieser leidvollen Erde«. Eine Million Menschen aus der ganzen Welt besuchen im Jahr die „Wies“. Sie kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus: die wunderbaren Formen und Farben, die lichtvolle Heiterkeit des Raumes, die tiefreligiöse Frömmigkeit der Darstellungen. Dazu ertönt wunderschöne Orgelmusik. Das alles wird zu einem beglückenden Gesamterlebnis »Wunder Wies«.

 

Nach der Entdeckung des Gegeiselten Heilands auf dem Dachboden kamen immer mehr und mehr Pilger, um das „Wunder von der Wies“ zu bestaunen. So wurde der Bau einer großen Kirche im 18. Jahrhundert nötig (Architekt: Domenikus Zimmermann). Er war der Bruder des berühmten Freskomalers Johann Baptist Zimmermann, der den Steinernen Saal in Schloss Nymphenburg ausgestattet hat).

Nach 20 Jahren der Renovierung des kostbaren Stucks an den Wänden und rund um den Doppelaltar ist die Wieskirche wieder zu besichtigen. Bei Orgelkonzerten oder einer Hochzeit ist eine Besichtigung auf eigene Faust unerwünscht. 

Oberammergau

Das malerische Dorf wird im Jahr 2022 in der Zeit von Mitte Mai bis Oktober die Passionsspiele veranstalten und rund eine halbe Millionen Besucher aus aller Welt anziehen.
Lüftlmalerei an der Fassade der Alten Post

Im Bergdorf Oberammergau gibt es noch etliche gut erhaltene Fassadenmalereien – bekannt als Lüftlmalerei auf dem frischen Hausputz. Unterm Dach ist die Kreuzigung von Jesus Christus dargestellt.

Klosterkirche in Ettal

Die Gründung der Klosterkirche in Ettal geht zurück auf eine Begebenheit im 14. Jahrhundert. Kaiser Ludwig der Bayer kehrte zurück von seinem Besuch beim Papst in Avignon. In der Veroneser Klause kam er arg in Bedrängnis durch italienische Soldaten. Er soll gelobt haben, zurück in Bayern eine Kirche zu bauen, falls er lebend aus diesem Kessel herauskomme.

Wie durch ein Wunder ließen die Soldaten von ihm ab. Er kam über die Alpen durch das Graswangtal. Plötzlich soll sein Schimmel drei Mal auf die Knie gegangen sein. Es war mitten im Wald. Doch der Kaiser gedachte seines Gelübdes und ließ an dieser Stelle von Benediktiner Mönchen eine Kapelle erbauen. Er schenkte den Mönchen eine kleine Marienskulptur von Pisano, die er in Italien erworben hatte, die Ettaler Madonna.

Klosterkirche Ettal

Ein Barockjuwel aus dem 17. Jahrhundert unweit von Oberammergau

In Bayern ist die Marienverehrung sehr populär. Immer mehr Pilger kamen nach Ettal. So entstand im 18. Jahrhundert schließlich ein Kloster mit großer Kirche und drei Kuppeln. Die Kirche hat riesige Rundbogenfenster. Das Tageslicht erhellt den Himmel des Heiligen Benedikts. Über dem Zugang zum Altarraum erblikt man die Darstellung, wie ein Schimmel auf seine Knie geht und der Kaiser dem Benediktinermönch die Marienstatuette übergibt. Das war der Dank für seine Rettung aus der Veroneser Klause in Italien um 1324.

Kaiser Ludwig der Bayer übergibt dem Hl. Benedikt die Madonna für das Kloster

Über dem Portal zum Altarraum sieht man den knienden Kaiser Ludwig der Bayer vor dem Hl. Benedikt, wie er die kleine Madonna aus italienischem Marmor für das Kloster im Graswangtal übergibt

In Ettal wird ein bekanntes humanistisches Gymnasium von Benediktinermönchen betreut. Hier leben Buben und Mädchen und lernen nach den Regeln des Hl. Benedikts: „Ora et labora“ – „arbeite und lebe“.

Franz Marc Museum und das Russenhaus in Murnau

Franz Marc Museum und das Russenhaus in Murnau

Franz Marc Museum (Kochelsee) und das „Russenhaus“ (Murnau)

Wassily Kandinsky kam um 1900 von Moskau nach München. Hier gründete er seine eigene Malschule, nachdem er mit der Malweise von Franz von Stuck und dem Jugendstil nicht einverstanden war. Seine berühmteste Schülerin wurde Gabriele Münter. Zu diesem Künstlerpaar gesellte sich später das russische Künstlerpaar Alexei von Jawlensky mit Marianne von Werefkin.

Nachdem sich diese Maler mit der Neuen Künstlervereinigung überworfen und eine eigene Ausstellung organisiert hatten, war auch der Tiermaler Franz Marc dabei.  So entstanden später das „Russenhaus“ und das sehr sehenswerte Franz Marc Museum am Kochelsee.

Im „Russenhaus“, das Gabriele Münter gekauft hatte, bemalte ihr Lebensgefährte Wassily Kandinsky bis zu Beginn des 1. Weltkriegs nicht nur das Treppengeländer aus Holz sondern auch das Mobiliar und Interieur.

Der Mandrill von Tiermaler Franz Marc

Franz Marc malte fast ausschließlich Tiere wie den Mandrill, den Tiger, Rehe im Wald, Füchse, Kämpfende Formen, die gelbe Kuh und sein weltberühmtes Bild Blaues Pferd.

Die Städtische Lenbachgalerie in München ist in der ganzen Kunstwelt bekannt, seit 2013 der spektakuläre Anbau fertiggestellt wurde. Der britische Starachitekt Sir Norman Foster kreierte den ungewöhnlichen Anbau, um die kostbare und einzigartige Kunstsammlung des „Blauen Reiters“ großzügig präsentieren zu können. Die Baukosten betrugen circa 56,5 Millionen EUR für die Stadt München.

Gezeigt werden Werke der Pionere der abstrakten Kunst, allen voran von Wassily Kandinsky (seine Frühwerke bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs). Sehenswert ist die Tiermalerei von Franz Marc. Weitere Künstler sind  Paul Klee, Gabriele Münter und Alexej v. Jawlensky mit seinem Portrait des Tänzers „Alexander Sacharov“ von 1909.

Einzigartig und weltweit viel kopiert ist das „Blaue Pferd“ von Franz Marc von 1911.

Blaues Pferd
Wassily Kandinsky

Franz Marc – Rehe
Freising

Freising

Freising mit Domberg aus dem 12. Jahrh. Brauereibesuch in Weihenstephan. Besucherpark des Flughafens München.

Dom und Domberg beherrschen optisch noch heute die Stadt Freising. Endlich hat man den Weg auf den Berg gefunden. Die Domkirche belohnt die Besucher mit römisch-katholischer Pracht. Die barocke Ausgestaltung dominiert. Doch die Kirche ist deutlich älter, was man eindrucksvoll an der Hallenkrypta aus dem 12.Jh. sehen kann.

Einfach, aber atemberaubend, Einfachheit und Prunk vereint, dieser Dom ist sehenswert. Belohnt wird man zusätzlich durch eine wundervolle Aussicht auf die linke Stadthälfte und Weihenstephan. Einfach nur empfehlenswert.

Rothenburg ob der Tauber

Rothenburg ob der Tauber

Rothenburg ob der Tauber gilt als Höhepunkt der Romantischen Straße

Das Plönlein

Das Plönlein und der Markusturm sind populäre Fotomotive der malerischen Altstadt

Rothenburg ob der Tauber ist eine sehenswerte Stadt im Norden von Bayern, die für ihre mittelalterliche Architektur bekannt und beliebt ist. Entlang der kopfsteingepflasterten Straßen der Altstadt befinden sich schöne Fachwerkhäuser. Malerische Winkel und Gassen führen zum Rathaus am Marktplatz. Das mittelalterliche Rathaus hat einen Turm mit Panoramablick.

Die Stadtmauern umfassen viele erhaltene Torhäuser und Türme sowie einen überdachten Gang oberhalb der Mauer. Eine Wanderung auf den Festungsmauern ist möglich und bietet viele Ausblicke ins romantische Taubertal. In der St. Jakobskirche gibt es ein aufwendig gestaltetes, spätgotisches Altarbild von Holzschnitzer Tilman Riemenschneider.

Außerdem ziehen das Deutsche Weihnachtmuseum, das Plönlein und das Kriminalmuseum interessierte Besucher übers ganze Jahr an.

Besichtung des Marienaltares von Tilmann Riemenschneider in Creglingen undweit von Rothenburg ob der Tauber.

Rothenburg ob der Tauber

Rothenburg ob der Tauber



Tilman Riemenschneider Altar Hergottskriche

Tilman Riemenschneider Altar Hergottskriche in Creglingen

Augsburg – die Stadt der Fugger und Welser

Augsburg – die Stadt der Fugger und Welser

Fuggerei – Dom – Goldener Rathaussaal

Augsburg ist eine der ältesten Städte Deutschlands. Der Name der Stadt geht auf 15 v. Christus zurück. Damals gründeten römische Heerlager die spätere römische Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum. Im 13. Jahrhundert löste sich die Stadt von der Bischofsherrschaft. 1316 wurde Augsburg zur Reichsstadt und häufiger Schauplatz von Reichstagen mit engen Verbindungen zu den Herrschern des Heiligen Römischen Reiches. Dieses wurde unter anderem von den Kaufmannsfamilien Welser und Fugger finanziert („Fuggerstadt“).

Im Jahr 1555 wurde nach der Reformation der Augsburger Religionsfriede geschlossen, bikonfessionell. In der Altstadt gibt es heute noch malerische Gebäude unterschiedlicher Stilepochen und originelle Zunfthäuser aus dem Mittelalter.

Sehenswert sind der Dom „Mariä Heimsuchung“ aus dem 11. Jahrhundert sowie die Basilika „St. Ulrich und Afra“ mit ihrem weithin sichtbaren Zwiebelturm. Außerdem sind das Rathaus aus der Zeit der Renaissance mit dem interessanten Goldenen Saal, die Sozialsiedlung Fuggerei und das Römische Museum einen Besuch wert.

Die Fuggerhäuser dienten als Residenz der wohlhabenden Kaufmannsfamilie Fugger. Die Fuggerei ist eine Sozialsiedlung aus dem 16. Jahrhundert und kann besichtigt werden. Anmeldung erwünscht.