Schloss Lustheim (Meissener Porzellan) und das Neue Schloss Schleißheim

Schloss Lustheim (Meissener Porzellan) und das Neue Schloss Schleißheim

Schloss Lustheim – Meissener Porzellan – Sammlung Stiftung Ernst Schneider

Am 29. Juni 1971 – ein Jahr vor den XX. Olympischen Sommerspielen in München – wurde in Schloss Lustheim das erste Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums eingerichtet. Der Industrielle Prof. Dr. Ernst Schneider (1900 – 1977) stiftete dem Freistaat Bayern seine weltberühmte Sammlung früher Meissener Porzellane. Der Umfang der Privatsammlung und ihre Bedeutung sind allein mit den Beständen der Porzellansammlung im Dresdner Zwinger vergleichbar.

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Das barocke Lustschloss wurde im Auftrag von Kurfürst Max Emanuel gebaut, um hier seinem Schwiegervater, Kaiser Leopold II, ein fürstliches Mahl servierenzu lassen.

Die Präsentation der über 2000 erlesenen Porzellane im Ambiente des kurfürstlichen Lustschlosses stellt ein barockes Ensemble von besonderem Reiz dar. So wurde in Lustheim der Traum von einem „Porzellan-Schloss“ Wirklichkeit. Dieser Traum ging für August den Starken, Kurfürst von Sachen, König von Polen und Gründer der Meißener Manufaktur nicht in Erfüllung.

Prof. Dr. Ernst Schneider wurde als Sohn eines hessischen Landwirtes geboren. Er studierte Wirtschaftswissenschaften. 1932 wurde er Mitglied im Vorstand der Odol-Werke in der Lausitz. Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte der Wechsel des Unternehmens nach Düsseldorf.

 

Nachdem 1968 sein einziger Sohn tödlich verunglückte, begann Prof. Dr. Schneider, seine Kunstsammlungen in beste Hände zu übergeben. Beispielsweise wanderten 60 seiner Bilder von Paul Klee in ein Museum in Schleswig-Holstein.

Da die Düsseldorfer Landesregierung sich weigerte, Prof. Dr. Schneider neben seiner Porzellansammlung auch ihm ein Wohnrecht im „Jägerhof“ einzuräumen, stiftete er seine wertvollen 2000 Meißener Porzellane in den 1960er Jahren dem Freistaat Bayern. Schneider hatte mit großem Staunen eine Ausstellung Meissener Porzellane in München besucht. Dabei entdeckte er die Liebe der Bayern zu Meißen und zartem Pozellan. Auf der Suche nach einem passenden Barockschlösschen für seine Sammlung wurde er zur Besichtigung von Schloss Lustheim eingeladen. Seit Jahrzehnten war das Schlösschen unbeschädigt und schlief einen Dornröschenschlaf.

Kurfürst Max Emanuel hat Schloss Lustheim nach seiner Vermählung mit der österreichischen Kaisertochter Maria Antonia im Stil des Barocks von seinem Hofarchitekten Henrico Zuccalli 1685 erbauen lassen. In diesem Jagdschlösschen empfing der „Blaue Kurfürst“ seinen Schwiegervater Kaiser Leopold II.. Auf dessen Durchreise nach Wien ließ ihm sein Schwiegersohn Kurfürst Max Emanuel hier ein fürstliches Mahl servieren.

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Das Deckenfresko im Festsaal ist noch original aus dem 17. Jahrhundert und wurde Gott sei Dank nie übermalt oder übertüncht. Hier beginnt meine Führung.

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Ernst Schneider fand im Schlösschen den idealen Rahmen für seine frühen Meissener Porzellane. Unter einem Dach mit seiner Sammlung im bayerischen „Taj Mahal“ konnte der passionierte Kunstsammler einen fachkundigen Schlossführer schreiben und lebte hier bis zu seinem Tod.

Der Bogen der kostbaren 2000 Porzellane spannt sich dabei von Geschirren und Figuren der Böttgerzeit bis zu den  berühmten Chinoiserien des Porzellanmalers Johann Gregorius Höroldt. August der Starke schätzte besonders die „indianischen“ Dekore bis hin zu den plastischen Zeugnissen von Kändlers Können.

Johann Joachim Kändler war einer der bekanntesten Meißer Modelleure. Von ihm stammen die lebendig modellierten Tierfiguren wie der lebensgroße Ara, der schnupfende Affe und die weltberühmte Affenkapelle. Gerade die Affenkapelle ist so populär geworden, dass diese heute noch in Meißen hergestelllt wird.

Einen besonderen Höhepunkt stellen die zahlreichen Porzellane aus dem Wappenservice des Grafen Sulkowski und dem legendären Schwanenservice des verschwenderischen Grafen Heinrich von Brühl dar. Einst umfasste das einzigartige Schwanenservice 2.200 Teile. Das gibt den begeisterten Besuchern eine Vorstellung vom Glanz barocker Festtafeln.

Barbara Schöne, offizieller Gästeführer München seit 40 Jahren und private Sammlerin von Meißener Porzellan

Lustheim Palace – Meissen porcelain

The small palace, built by Enrico Zuccalli following an Italian model, is located in the beautiful park of Schleißheim Palace. Together with the New Schleißheim Palace, Schloss Lustheim is one of the major Baroque complexes in Germany. The building houses an outstanding collection of Meissen porcelain from the Ernst Schneider foundation. This collection  includes 2.000 precious plates and centerpieces, cups as well as animal figurines. This collection is only surpassed by that of the Zwinger Palace in Dresden.

Barbara Schoene, official tour guide in Munich for 40 years – having a large private collection of Meissen porcelain at home

New Schleißheim Palace

The baroque complex of the New Schleißheim Palace, together with the smaller Lustheim Palace, is a splendid example of princely architecture and garden landscaping of the 17th and 18th centuries. The interior decoration of the New Palace, that was commissioned by Elector Max Emanuel based on plans by Enrico Zuccalli and Joseph Effner, owes its charm to French craftsmen.

In addition to magnificent ceremonial halls and apartments the impressive building on Munich’s doorstep houses an outstanding collection of Baroque paintings from all over Europe. Peter Paul Rubens, Antonis van Dyk and more representavives of the 18th century are on a generous display.

Wasserfontäne im Schlossspark des Neuen Schlosses Schleißheim

Der lang gestreckte Schloßbau sollte die Residenz von Kurfürst Max Emanuel werden, falls er jemals die Kaiserwürde erreichen sollte. Seine erste Gemahlin war die Tochter von Kaiser Leopold II. Ein Besuch der weitläufigen Gemäldegalerie, der Festsäle und großzügigen Appartements wird jeden Freund der Schönen Künste begeistern.

New Schleissheim Palace and Water Fountains in the extended park

Barbara Schoene, official tour guide in Munich

Pinakothek der Moderne – Brandhorst Museum – Modern Art Museum –  L’art moderne du 20ième / du 21ième siècle

Pinakothek der Moderne – Brandhorst Museum – Modern Art Museum – L’art moderne du 20ième / du 21ième siècle

Als architektonisches Glanzstück reiht sich das Museum Brandhorst äußerst elegant in das Ensemble des Münchner Kunstareals ein: schon von außen ein echter Hingucker – mit polychromer Fassade, die den Museumsbau je nach Blickwinkel immer wieder anders aussehen lässt – erwarten uns im Inneren des Museums auf insgesamt drei Ebenen die Werke ausgewählter Künstler des 20. Jahrhunderts sowie der Gegenwartkunst. Alle hier ausgestellten Exponate gehören zur Sammlung des Ehepaares Brandhorst. Herausragende Künstler wie u. a. Cy Twombly, Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Franz West und Damien Hirst.

As an architectural „pièce de résistence“, the Brandhorst Museum takes its place very elegantly in the ensemble of the Munich art scene. It is already a real eyecatcher from the outside with a polychromatic facade that lets the museum building appear differently, depending on the perspective. In the interior, we can enjoy the works of selected 20th century artists as well as contemporary art on a total of three floors. All the pieces exhibited here belong to the collection of Mr. Udo and Mrs. Brandhorst, including prominent artists such as Cy Twombly, Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Franz West, Damien Hirst.

Pinakothek der Moderne

Die Pinakothek der Moderne

Die Pinakothek der Moderne

Die Pinakothek der Moderne vereint auf 12.000 m² Fläche vier voneinander unabhängige Museen unter einem Dach: Die Sammlung Moderne Kunst mit allen Richtungen der klassischen Moderne und ihren Protagonisten. Die Staatliche Graphische Sammlung mit einem Bestand, der vom 15. Jahrhundert bis zur Moderne reicht. Die Neue Sammlung, die weltweit als erstes Designmuseum gilt. Das Architekturmuseum mit einer Vielzahl an Zeichnungen und Modellen.

RotundeDesigner-Sessel aus MetallgeflechtDesigner-Motorrad Goodyear

Auto-Design 1960er Jahre

Die Münchner Pinakothek der Moderne hat sich 2019 eine Rund-um-Auffrischung verpasst. Man wollte das Haus mit seinen vier Museen (Kunst, Grafik, Design, Architektur) mit einer „Strahlkraft“ versehen, die das Gemeinschaftliche kräftig ausleuchtet. Für den Besucher zählen prickelnde Ausstellungen und Dauerpräsentationen, bei denen man die Heldinnen und Helden des Pinsels zuverlässig ausfindig macht.

Die Sammlung Moderne Kunst trumpft mit einem Knüller auf. Anish Kapoor konnte für eine Installation gewonnen werden. Mithilfe des Freundeskreises PIN ist tatsächlich ein verblüffend runder Schaffensrückblick inklusive eines Pointen reichen Biografie-Films gelungen.

Im Bereich Design hat der Münchner Professor Sami Haddadin, Experte für Künstliche Intelligenz und Robotik, die Paternoster-Halle für die Schau “Kl. Robotic Design“ ausgestattet.

Das Architekturmuseum der TU München startet ab 19.März mit „Design-Build“ in die Saison. Das ist mittlerweile eine sehr beliebte Lehrmethode. Studenten der TU entwickeln gerade einen Pavillon, in dem Kunstvermittlung stattfinden soll.

Bei der Grafik wird der Nürnberger Maler Karl Horst Hödicke eine umfassende Retrospektive ausrichten. Er steht allzu sehr im Schatten von Baselitz.

Hochspannend klingt außerdem das Projekt, aktuelle Künstler mit Max Beckmann zu konfrontieren. Für „Max Beckmann / Omer Fast – What can you see“ hat Fast einen Film gedreht, der ab 8. Oktober zu sehen sein wird.

State Gallery of Modern Art

The “Pinakothek der Moderne” (State Gallery of Modern Art) unifies four independent museums under one roof on an surface of 12.000 m². First it is the collection of modern art devoted almost exclusively to contemporary art. Next is the “Staatliche Graphische Sammlung” with a heritage of graphic art that goes from the 15th century up to modern times. Third is  the New Collection. It is said to be the first design museum in the world. Last is the Museum of Architecture with a large number of sketches and models.

AUDI in tausendfacher Ausfertigung an der WandDesign rund um VerkehrLuigi ColaniCafé im Modern Art Museum

The “Pinakothek der Moderne” is considered to be the world’s largest museums of 20th and 21st century art. Covering more than 12.000 square meters, the collection of modern art displays permanent collections of paintings, sculptures, photographs and new media. The “Neue Sammlung” showcases present first-rate design and applied arts. The architecture museum of the „Technical University of Munich“ and the state owned „Staatliche Graphische Sammlung” perform changing exhibitions.

The spacious and transparent building designed by Stephan Braunfels invites us to discover links between the exhibits and thus gain new and surprising insights. Temporary exhibitions and events complete the multidisciplinary program.

Together with the other museums in the district, the Pinakothek of Modern Art forms a unique ensemble showcasing over two thousand years of western culture.

Franz Marc – Rehe
in der Pinakothek der Moderne

Salvador Dali - Das Rätsel der Begierde

Salvador Dali – Das Rätsel der Begierde

Franz Marc – Rehe
in der Pinakothek der Moderne

Franz Marc – Tirol
in der Pinakothek der Moderne

August Macke – Mädchen unter Bäumen
in der Pinakothek der Moderne

Franz Marc – Kämpfende Formen
in der Pinakothek der Moderne

Wassily Kandinsky – Träumerische Improvisation

Wassily Kandinsky

Franz Marc – Der Mandrill

Ernst Ludwig Kirchner

Ernst Ludwig Kirchner – Cirkus

Emil Nolde – Tanz um das goldene Kalb

Was den Münchnern ihr „Blauer Reiter“, ist den Berlinern die „Brücke“. Beide Künstlergruppierungen läuten die Moderne ein, beide liefern den Übergang vom Konkreten ins Abstrakte. Die Farbe flutet die Welt. Im nächsten Bild zeige ich Ihnen Erich Heckels „Liegendes Mädchen“ (Akt auf Sofa von 1909). Der Künstler malt das Mädchen mit schnellen, leichten Pinselstrichen und dazu mit viel Licht, Leben und trotz legerer Haltung die typische Vitalität der Jugend. Übrigens: Dass es bei dem Mädchen aussieht wie bei Hempels unterm Sofa, war ein Affront fürs korrekte wilhelminische Kaiserreich. Gleichzeitig ist das Bild ein Statement der „jungen wilden“ Brücke-Maler.

Erick Heckel – Liegendes Mädchen

Ernst Ludwig Kirchner – Bildnis Dodo
in der Pinakothek der Moderne

Henri Matisse – Stilleben mit Geranien

Ernst Ludwig Kirchner – Spielende nackte Menschen

Erich Heckel – Gläserner Tag
in der Pinakothek der Moderne

Robert Delaunay – Die Manschaft von Cardiff
in der Pinakothek der Moderne

Pablo Picasso – Sitzende Frau
in der Pinakothek der Moderne

Pablo Picasso – Madame Soler
in der Pinakothek der Moderne

Max Beckmann – Selbstpotrait
in der Pinakothek der Moderne

Max Beckmann – Versuchung des heiligen Antonius
in der Pinakothek der Moderne

Joseph Beuys – Das Ende des 20. Jahrhunderts

Andy Warhol – Joseph Beuys

Ernst Ludwig Kirchner – Self portrait as a sick man (Selbstbildnis als Kranker)

Alexej von Jawlensky

Andy Warhol – Self-Portrait
in der Pinakothek der Moderne

Andy Warhol – Aids/Jeep/Bicycle

Barbara Schoene, official tour guide of Munich

In unmittelbarer Nachbarschaft zu den drei Pinakotheken hat der Freistaat Bayern das Brandhorst-Museum gebaut.

Next door to the Modern Art Museum „Pinakothek der Moderne “ you will find more most interesting modern art in the BRANDHORST MUSEUM

Brandhorst-Museum (Eröffnung 2009)

Die polychrome Fassade des Museumsbaus

Als architektonisches Glanzstück reiht sich das Museum Brandhorst äußerst elegant in das Ensemble des Münchner Kunstareals ein: schon von außen ein echter Hingucker – mit polychromer Fassade, die den Museumsbau je nach Blickwinkel immer wieder anders aussehen lässt – erwarten uns im Inneren des Museums auf insgesamt drei Ebenen die Werke ausgewählter Künstler des 20. Jahrhunderts sowie der Gegenwartkunst. Alle hier ausgestellten Exponate gehören zur Sammlung des Ehepaares Brandhorst. Herausragende Künstler wie u. a. Cy Twombly, Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Franz West und Damien Hirst.

As an architectural „pièce de résistence“, the Brandhorst Museum takes its place very elegantly in the ensemble of the Munich art scene. It is already a real eyecatcher from the outside with a polychromatic facade, that lets the museum building appear differently, depending on the perspective. In the interior, we can enjoy the works of selected 20th century artists as well as contemporary art on three floors. All the pieces exhibited here belong to the collection of Mr. Udo and Mrs. Brandhorst, including prominent artists such as Cy Twombly, Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Franz West and Damien Hirst.

NAZI Resistance in Munich

In the 1920’s the power struggle of the NSDAP failed with the Beer Hall Putsch (also known as the Munich Hitler Putsch). After the power take-over the party headquarters of the NSDAP was built in the east of Königsplatz. Munich became known as the “Capital of the movement” or „Cradle of National Socialism“. Munich also became the headquarters of the  non-violent resistance movement named the „White Rose“ with Sophie and Hans Scholl, Christoph Probst, Prof. Kurt Huber and many other students of Ludwig-Maximilian-University in 1942.

Not to forget Georg Elser who produced a bomb which exploded November 8, 1939 at 21.20 hrs to prevent World War II and the Holocaust. This assasiantion failed – by 13 minutes. Hitler and the Nazis had taken a train to Berlin instead of a plane due to foggy weather in Munich. Hitler had left the beer hall earlier than the previous years before.

Modell des Wittelsbacher Palais (GeStaPo) Modell des Wittelsbacher Palais in der Brienner Straße unweit des NSDAP-Headquarters (GESTAPO)

History of White Rose

Students and members of the resistance group named “The White Rose” were willing to risk their lives in their fight for freedom, peace and democracy: Prof. Kurt Huber, Sophie Scholl and her brother Hans Scholl, Willi Graf, Alexander Schmorell, – executed by the GESTAPO in 1943 (to be compared to the Secret Service).

Georg Elser

Beside „White Rose“ other Germans also decided to fight the NAZI. I still believe that Georg Elser was one of the greatest German heroes to try to kill Adolf Hitler and well-known Nazis November 8, 1939 – just a couple of weeks after World War II had started September 1st, 1939. Georg Elser missed Hitler by 13 minutes as he had prepared a bomb to blow him up and to kill him during his speech in a beer hall.

The dynamite that exploded at a pre-fixed  hour, killed 8 people and destroyed the beer hall very badly where Hitler had hold his annual speech before leaving for Berlin that evening by train instead of by plane – due to foggy November weather.

I will show you the places and tell you their story during a tour.

 

Platz der Opfer des Nationalsozialismus

Platz der Opfer des Nationalsozialismus – das ewige Feuer zum Gedenken an die Opfer und die mutigen Widerstandskämpfer, die von der Geheimen Staats-Polzei (GeStaPo) verhört und mit der Guillotine in Stadelheim durch Enthauptung hingerichtet wurden. Richter Roland Freisler vom Volksgerichtshof in Berlin war extra zu den Verhören angereist, um die Widerstandskämpfer zum Tode zu verurteilen. Der Scharfrichter äußerste später, er habe noch nie jemanden so tapfer sterben sehen wie Sophie Scholl.

Die Weiße Rose

Die Geschwister Hans und Sophie Scholl sind heute Symbolgestalten des Widerstands gegen das Nazi-Regime. Doch die anderen Mitglieder der „Weißen Rose“ spielten eine ebenso wichtige Rolle. Sie gehörten ebenfalls zum engeren Kreis der Gruppe, sie gingen dasselbe Risiko ein – und auch sie wurden für ihre Überzeugungen und christlichen Werte von den Nazis ermordet.

Sophie Scholl - Mitglied der Weißen Rose (Resistance White Rose)

Hans und Sophie Scholl sind die bekanntesten Mitglieder der „Weißen Rose“. Hans studierte Medizin, Sophie ab 1942 Biologie und Psychologie. Sie wurden am 18. Februar 1943 verhaftet, nachdem sie im Lichthof der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität Flugblätter verteilt hatten. Der Hausschlosser und Hörsaaldiener – ein SA-Mann – hat sie an die Gestapo verpfiffen. Vier Tage später wurden die Geschwister und andere hingerichtet.

Willi Graf studierte wie Hans Scholl Medizin. Im Frühjahr 1941 kam er an der Ostfront als Sanitätsfeldwebel zum Einsatz. Die Schrecken des Krieges vertraute er seinem Tagebuch an. Anders als die Geschwister Scholl weigerte er sich, der Hitlerjugend beizutreten. Die Nazis töteten ihn am 12. Oktober 1943.

Portrait Professor Kurt Huber

Professor Kurt Huber lehrte Psychologie, Philosophie und Musikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine ohne Manuskript gehaltenen Vorlesungen galten unter Studenten als Geheimtipp. Er verfasste das sechste Flugblatt der Widerstandsgruppe. Am 13. Juli 1943 starb auch er unter dem Fallbeil.

Christoph Probst wurde gemeinsam mit den Geschwistern Scholl zum Tod verurteilt und am gleichen Tag hingerichtet. Er war ein enger Schulfreund Hans Scholls, studierte ebenfalls Medizin, war verheiratet und hatte drei kleine Kinder.

Alexander Schmorell kam in Russland zur Welt und floh mit seiner Familie vor den Unruhen der russischen Revolution nach Deutschland. Schmorell lernte Hans Scholl 1941 beim Medizinstudium kennen. Die ersten Flugblätter verfassten Schmorell und Hans Scholl zu zweit unter großer Geheimhaltung. Er wurde am 13. Juli 1943 gemeinsam mit Professor Kurt Huber hingerichtet.

Barbara Schöne, offizieller Stadtführer seit 40 Jahren

Barbara Schoene, your Tour Guide for 40 years. Guided tours in the Memorial site of the former Dachau Concentration Camp including a visit to the two crematories.

Trauer um Zeitzeuge des Holocaust Dr. h.c. Max Mannheimer

(2. Oktober 2016)

Portrait Max Mannheimer

Trauergäste Max Mannheimer 02-10-2016Trauerzug Max Mannheimer 2016Jüdische Beerdigung Max Mannheimer (Augenzeuge des NS-Holocaust)

Unter zahlreichen Trauergästen – von rechts nach links 1. Bild: Herzog Franz von Bayern (Chef des Hauses Wittelsbach), Alt-Oberbürgermeister Dr. Jochen Vogel, Josef Schmid (2. Bürgermeister von München), Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, Dr. Ludwig Spaenle (Bayerischer Kultusminister)

Bayerisches Nationalmuseum – Krippen

Bayerisches Nationalmuseum – Krippen

Das Bayerische Nationalmuseum besitzt die künstlerisch wertvollste und umfangreichste Krippensammlung der Welt. Während meiner Führung zeige ich Ihnen figurenreiche Weihnachts- und Jahreskrippen. Diese wurden in den Alpen und in Krippenzentren Italiens in der Zeit zwischen 1700 und dem frühen 20. Jahrhundert geschaffen.

Das Bayerische Nationalmuseum verdankt den größten Teil seiner unvergleichlichen Sammlung dem Münchner Kommerzienrat Max Schmederer (1854 – 1917). Er hat in Bayern und in Tirol sowie später auch in Neapel Krippenfiguren gesammelt. Jedes Jahr im Advent hat er diese den Münchnern in seinem Privathaus in Neuhausen zugänglich gemacht.

Um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrh. schenkte Schmederer seine Sammlung großmütig dem Freistatt Bayern. Im Bayerischen Nationalmuseum bestimmte er weitgehend selbst ihre Aufstellung. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurden die Krippen in den Fünfziger Jahren wieder aufgebaut.

Mein Rundgang beginnt an den Wurzeln der eigentlichen Weihnachtskrippe. Deren eigenständige Entwicklung setzte mit dem 17. Jahrhundert ein. Früher wurde die Weihnachtsgeschichte auf Gemälden und Altarreliefs dargestellt. In Frauenklöstern wurden Figuren des Jesuskindes andächtig gehegt und wiesen auf die Geburt Jesu und Weihnachten hin.

Aus den bayerischen und den Tiroler Alpen haben sich zahlreiche Kirchen- und Klosterkrippen aus der Barockzeit erhalten. Die hölzernen, fein geschnitzten Gliederpuppen tragen meist die Tracht ihrer Entstehungsgegend. Nur die Hl. Drei Könige mit ihrem Gefolge sowie die Verkündigungsengel sind in kostbare Fantasiekostüme gekleidet.

Um 1750 war Neapel für Italien das wichtigste Zentrum einer künstlerisch hoch bedeutenden Krippenkunst. Gefördert vom neapolitanischen Königshof Karls III. fertigten herausragende Modelleure der Porzellanmanufaktur Capodimonte großartige Köpfe für die Krippenfiguren. Begabte Künstler gaben ihren Körpern sorgfältig ausgearbeitete Gliedmaßen.

Die Figuren wurden mit kostbaren Stoffen bekleidet. Die kleinteiligen „finimenti“ sind eine naturgetreue Ausstattung. Besonders Krippen aus Neapel zeigen eine geradezu frappierende Lebensnähe. Sie standen seltener in Kirchen sondern vielmehr in den Palästen des Adels.

In Sizilien sind schon um 1700 Krippen von besonderer Ausdrucksstärke entstanden. Das Bayerische Nationalmuseum besitzt bedeutende Beispiele dieser sehr ernsten Krippenszenen. Meist sind überaus bewegte Krippenszenen dargestellt. Neben der Flucht nach Ägypten wird auch der Kindermord zu Bethlehem gezeigt.

Bei unserem Rundgang durch die Krippen im Bayerischen Nationalmuseums vermittle ich Ihnen anschauliche Einblicke in die Entwicklungsgeschichte der Krippe in Süddeutschland und Italien. Sie erleben mittelalterliche Frömmigkeit und barocke Inszenierung einer weihnachtlichen Bilderwelt.

Barbara Schöne, Offizieller Stadtführer von München

ENGLISH

For more than 150 years, this museum for art and art history has contained varied collections from the areas or art, craftwork and folklore from the Early and Late Middle Ages to Classicism and Art Nouveau. The highlight is the artistically most valuable and extensive crib collection in the world.

 

Kreativquartier

Kreativquartier

Das Kreativquartier liegt auf dem Gelände der Königlich Bayerischen Artilleriewerkstätten der ehemaligen Luitpoldkaserne zwischen Neuhausen, Schwabing und Innenstadt und bietet eine sehr lebendige Szene. Dort werden seit Jahren vielfältige und interdisziplinäre kreative Freiräume geschaffen und gepflegt. An der Ecke Dachauer Straße und der Schwere-Reiter-Straße gibt es mitten in München fünf Hektar Fläche für Ideen und Projekte. Hier wurde der Wunsch kreativer Künstler Wirklichkeit: ein lebendiges Stadtviertel, in dem Wohnen und Arbeiten kreativ Tätiger innovativ miteinander verbunden werden.

Künstlerinnen betreiben Ateliers und offene Werkstätten. Designerinnen unterhalten hier ihre Studios. Es gibt Proben- und Aufführungsbühnen der freien darstellenden Künste. Sozio-ökologische Start-ups erforschen und erproben alternative Gesellschaftsmodelle. Langeweile kommt hier nicht auf.

Überall auf dem Gelände werden regelmäßig Performances, Ausstellungen, Workshops oder Konzerte entwickelt und veranstaltet. Deren Inhalte und Themen stehen im herkömmlichen Münchner Kulturbetrieb nur selten auf dem Programm. Dieses Gelände steht für Diversität und Heterogenität. Hier überrascht das Stadtbild mit alten Industriebauten, bunten Graffiti und wild wuchernden Gärten. Das schafft eine unglaublich inspirierende Atmosphäre.

Handarbeit – eine Töpferschale