Die Alten Meister von der Gotik bis Ende des 18. Jahrhunderts: Roger van der Weyden und seine Anbetung der Könige im „Columba-Altar“. Albrecht Altdorfer’s „Alexanderschlacht“.  Albrecht Dürer mit seinem „Selbstportrait im Pelzrock“ und „Die Vier Apostel“. Peter Paul Rubens mit dem „Jüngsten Gericht“. Raffael mit der „Madonna Tempi“. Antony van Dyck, ein gefeierter Porträtist des flämischen Barock. Leonardi da Vinci mit „Der Madonna mit der Nelke“. Rembrandt von Rijn mit seinem jugendlichen „Selbstbildnis“. Tiepolo und „Die Anbetung der Könige“. François Boucher’s „Madame de Pompadour“. Das sind weltberühmte Meisterwerke europäischer Kunst.

Der kunstsinnige König Ludwig I. hat dieses Museum 1836 seinem Volk gewidmet. Jedermann kann sich an diesen einmaligen Kunstwerken erfreuen.

Die Alte Pinakothek ist eine der bedeutenden Gemäldegalerien weltweit. Über 700 Werke des 14. bis 18. Jahrhunderts sind in den 19 Sälen und 47 Kabinetten des Hauses ausgestellt.

Die RUBENS-SAMMLUNG ist das Herzstück der Alten Pinakothek

Etwas mehr als 40 Gemälde des flämischen Malers sind hier zu sehen. 1698 hat Kurfürst Max Emanuel diese in Antwerpen erworben – beispielsweise den „Engelssturz“. Beim Betrachten entsteht ein Knäuel von düsteren Wesen, die taumelnd nach unten fallen. Darüber sind mehrere engelhafte Figuren zu sehen. Mittendrin ist ein gerüsteter Engel mit Flammenschwert und rotem Umhang. Die Leinwand ist 12 Quadratmeter groß und knapp 5 m hoch. Es wird einen Kampf gezeigt, der seinem Ende entgegenzugehen scheint. Rubens selbst nennt das Bild „Heiliger Michael“.

Erzengel Michael gilt als Symbolfigur der Gegenreformation. Man könnte Ruben auch als Anführer des himmlischen Heeres in der Verteidigung der katholischen Kirche gegen die protestantischen Ketzer bezeichnen. Zudem ist der Erzengel Michael auch Schutzpatron Bayerns. Der Heilige Michael ist ein Kämpfer, der sich für die gute Sache einsetzt und gegen Übeltäter vorgeht.

Ich empfinde es als  überwältigend, was Rubens gemalt hat. Je länger ich das Bild anschaue, desto stärker wirkt es auf mich. Mich beeindruckt die Ruhe des Gottvaters, weil er nicht eingreift sondern gelassen zusieht, denn er weiß, es wird so ausgehen, wie er sich das vorstellt.

Es waren die Fürsten der Gegenreformation, die bedeutende Werke bei Rubens in Auftrag gaben. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Vormacht der Gegenreformation in Deutschland, das tief katholische Bayern, mit besonderem Eifer Rubens sammelte.

„Madonna mit der Nelke„. Das ist das einzige Ölgemälde von Leonardo da Vinci im deutschsprachigen Raum. Es ist ein Frühwerk Leonardos aus dem Jahr 1475. Da war der Künstler gerade 23 Jahre alt. Er arbeitete in der Werkstatt seines Lehrers Andrea del Verrochio. Das Bild hängt fast versteckt, es ist mit 62 mal 47 Zentimetern nicht gerade groß. Da die Alte Pinakothek viele Schäzte hat von Rubens über Bruegel bis Dürer, wird Leonardos Madonna ohne Brimborium gezeigt. Natürlich ist das Bild mit unendlich viel christlicher Symbolik ausgestattet. Das Christuskind greift nach einer Nelke, Symbol seines Opfertods und der göttlichen Liebe.

An diesem Bild lernen meine Gäste auch erste Ansätze von Leonardos Maltechnik. Es geht um die konsequente Anwendung von hell und dunkel, um den Figuren eine  überzeugende Körperlichkeit zu verleihen. Die  Konturen zeichnen nicht scharf sondern weich, fast verschwommen.

Wie das Gemälde nach Bayern gelangte, ist unklar. 1889 soll es im verschmutzten Zustand aufgetaucht sein. Angeblich kaufte es der Günzburger Apotheker und Arzt Dr. Alexander Haug für nur 22 Mark aus einem Nachlass. Er brachte es in die Alte Pinakothek. Der damalige Direktor erkannte die Urheberschaft Leonardos an. Die Pinakothek kaufte das Bild. Haug soll für seine Verdienste den Michaelsorden III. Klasse erhalten haben.

München gibt diesen Schatz wohl nie wieder her  – nicht einmal leihweise. Als der Pariser Louvre 2019 für die große Ausstellung zum 500. Geburtstag des Meisters anfragte, kam aus München ein klares Nein „unverleihbar, aus konservatorischen Gründen“.

Barbara Schöne, Offizielller Gästeführer seit 40 Jahren

Alte Pinakothek (English)

This is one of the oldest and finest art galleries in the world. Over 700 European masterpieces retrace the history of painting from the Middle Ages to the end of the Rococo-Period. The Venetian school is represented by master painter Titian. Dutch Baroque is represented by Frans Hals. Rubens (with one of the world largest collections of his works) occupies the center of the museum with 40 paintings.

Other hightlights are the paintings by German masters like Albrecht Altdorfer and Albrecht Dürer. Dürer counts among the most important representative of the Renaissance. The Alte Pinakothek owns Dürers outstanding „Self-portrait in a fur coat“ from 1500 as well as the „Four Apostels“ from 1526.

The impressive building of the Alte Pinakothek (Art Gallery) was designed by architect Leo von Klenze. It was completed in 1836 to be considered an architectural masterpiece. King Ludwig I. intended that his Art Gallery might become a model for other museums from Rome to Saint Petersburg.

The building in the style of Italian Renaissance already gives an idea of what kind of sightseeing and treasures it hides inside. I will guide you to the rooms on the upper level to show you some of the 700 paintings from the 14th – 18th century. You will get an almost entire view of European paintings of this time: Dürer, Botticelli, Leonardo da Vinci, Roger van der Weyden, Rembrandt or Peter Paul Rubens – the master of the Flemish Baroque. These are only some of the artists. 40 creations of Rubens are displayed.

Entrance on Sundays: 1 EUR per person (to allow anybody to vitis this spectacular painting galery).

Barbara Schoene, your tour guide since 40 years