Die KZ-Gedenkstätte Dachau liegt nordwestlich von München. Sie wurde am 5. Mai 1965 als Mahnstätte und Erinnerungsort auf dem ehemaligen Häftlingsgelände des Konzentrationslagers Dachau errichtet. Seit 2003 befindet sie sich in Trägerschaft der Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Das Archiv der Gedenkstätte und ein Teil der Ausstellung befinden sich im erhalten gebliebenen ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Lagers. Die Gedenkstätte wird jährlich von etwa 800.000 Menschen aus aller Welt besucht.

Zur Geschichte der KZ-Gedenkstätte Dachau (Stammlager)

1955, anlässlich des 10. Jahrestages der Lagerbefreiung fand im Mai ein internationales Treffen ehemaliger Gefangener in Dachau statt. Der Dachauer Landrat hatte den Abbruch des Krematoriums gefordert. Das Comité International de Dachau forderte dagegen die Errichtung einer würdigen Mahn- und Gedenkstätte auf dem ehemaligen KZ-Gelände.

1960 wurde im Gebäude des ehemaligen Krematoriums ein provisorisches Museum errichtet. Ursprünglich war auch überlegt worden, nur das Krematorium und die Massengräber auf dem Waldfriedhof und dem KZ-Friedhof Dachau Leitenberg als Gedenkstätte auszuweisen. Im selben Jahr erbaute die Erzdiözese München und Freising die „Todesangst-Christi-Kapelle“. Sie wurde beim 37. Eucharistischen Weltkongress in München von Weihbischof Neuhäusler am 5. August geweiht und ist „seither eine Wallfahrtstätte für Zehntausende aus aller Welt“.

Auch wurde das katholische Kloster Karmel Heilig Blut errichtet, dessen Innenhof man durch einen früheren Wachturm des KZ betritt.

1965 erreichte die Initiative die Errichtung der Gedenkstätte in der heutigen Form. Der Bayerische Jugendring, der DGB und auch der damalige Münchener OB Hans-Jochen Vogel und andere engagierten sich für den Gedenkort. Die Original-Baracken wurden aufgrund ihres baufälligen Zustandes abgerissen. Die Umrisse von 32 Baracken wurden in Beton nachgegossen. Die Evangelische Versöhnungskirche und die Israelitische Gedenkstätte wurden errichtet. Als „Weg des Erinnerns“ wurde die ehemalige Schienenstrecke zwischen dem Dachauer Bahnhof und der Gedenkstätte ausgewiesen.

1968 wurde das Internationale Mahnmal von Nandor Glid eingeweiht, das sich auf dem ehemaligen Appellplatz befindet.

1994 wurde von Soldaten der aus Deutschland abziehenden russischen Armee in altrussischem Stil die russisch-orthodoxe Kapelle zu Ehren der Auferstehung Christi als Gedenkstätte für die orthodoxen Opfer (Russen, Griechen, Serben u.a.) des Nationalsozialismus errichtet.1995 wurde in Landsberg am Lech, dem Ort eines der größten Außenlager Dachaus, die Europäische Holocaustgedenkstätte errichtet. 1998 entstand eine Internationale Jugendbegegnungsstätte in Dachau.

2003 kam es zu einer Neugestaltung der Ausstellung. Zusätzlich ist nun der Nachbau einer Baracke zu sehen, deren Innenausbau die Zeit des Lagers reflektiert. Die Trägerschaft der Gedenkstätte wurde in die durch den Freistaat Bayern errichtete Stiftung Bayerische Gedenkstätten überführt.

Jourhaus, seit 2005 Eingang zur Gedenkstätte (Originalgebäude)

Jourhaus, seit 2005 Eingang zur Gedenkstätte (Originalgebäude)

Einer der drei Wachtürme auf der Ostseite des Lagers

Einer der drei Wachtürme auf der Ostseite des Lagers

Ende April 2005 wurde der Besuchereingang von der Ostseite zum Lagertor am Jourhaus verlegt – dies war früher der einzige Zugang zum Lager. Auch kam es zu einer Umgestaltung des Museumskonzepts: Als Mahnmal gegen das NS-Regime wie auch Erinnerungsort der ehemaligen Häftlinge findet der Gedenkort nun verstärkt Verwendung als internationaler Lern- und Gedächtnisort für insbesondere jugendliche Gäste. Durch den Generationswechsel wie auch dem absehbaren Wegsterben der verbleibenden Zeitzeugen ist die Gedenkstättenarbeit in Dachau einem tiefgreifenden Umbruch unterworfen.

Die Tagung „KZ-Außenlager in Bayern. Bestandsaufnahme und Perspektiven (Dachau, Flossenbürg, 200 Außenlager)“ fand am 17. und 18. November 2006 in Nürnberg statt. Veranstalter war die Stiftung Bayerische Gedenkstätten. In der Landeshauptstadt München finden immer wieder Vorträge und Podiumsdiskussionen statt. Vom 19. bis 26. November 2006 wurde auf den „20. jüdischen Kulturtagen“ auf die „Geschichte der Juden in Bayern“ eingegangen, die sich auch im Konzentrationslager Dachau oder seinen Außenlagern abgespielt hat. Die Kulturtage wurden von der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e.V., dem Lehrstuhl für jüdische Geschichte und Kultur der LMU München und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit unterstützt.

Ruth Jakusch (1914−1991), eine jüdische Emigrantin, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges als Dolmetscherin der US-Armee u.a. während der Dachauer Prozesse tätig war, baute ab 1962 die Ausstellung der KZ-Gedenkstätte mit auf und war deren Leiterin bis 1975. Die langjährige Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Barbara Distel, ging 2008 nach 33-jähriger Leitungstätigkeit in den Ruhestand, ihre Nachfolgerin ist Gabriele Hammermann.

Nach einer Ausschreibung im Jahr 2005 wurden im Mai 2007 die Bauarbeiten für das neue Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte aufgenommen. Am 30. April 2009 wurde es eröffnet.

2014 wurde die Tür mit dem „Arbeit macht frei“-Schriftzug von Unbekannten gestohlen.[Am 14. Januar 2015 wurde sogar in der Sendung Aktenzeichen XY … ungelöst nach dieser Tür gefahndet.

 

Organisation und Erhalt

Die 2014 gestohlene Tür.

Die finanzielle Situation ist besser als etwa bei Gedenkstätten in den neuen Bundesländern und Berlin. 2006 betrugen die Zuwendungen für die Stiftung Bayerische Gedenkstätten, die Dachau, Flossenbürg und deren über 150 Außenstellen zu unterhalten hat, insgesamt 4,5 Millionen Euro. Der Stiftungsrat beinhaltet neben Vertretern des Freistaates, des Bundes, der lokalen Kommunen wie der evangelischen und katholischen Kirche und der israelitischen Kultusgemeinden auch verschiedene Verbände der ehemaligen Häftlinge, insbesondere auch das Internationale Dachau-Komitee. Ein Kuratorium mit beratender Funktion bezieht weitere gesellschaftliche Gruppen ein, die bereits bei der Einrichtung der Gedenkstätte eine wichtige Rolle spielten, so den bayerischen Jugendring, den Verband der Sinti und Roma in Bayern und den bayerischen DGB.

Weitere Mittel und Aktivitäten werden etwa über Parkgebühren, Spenden und die Aktivitäten der Religionsgemeinschaften und privater Träger und Fördervereine organisiert. Der vom Leiter (und Sohn des Gründers) des Internationalen Dachau-Komitees CID, Pieter Dietz de Loos geforderten Erhebung von Eintrittsgeldern auf dem Gelände wurde breit widersprochen.

Die Gedenkstättenarbeit ist auf Honorarkräfte angewiesen, daher finden an der Gedenkstätte „Ausbildungskurse als Referent/in“ statt, die nach erfolgreichem Abschluss Führungen auf dem Gelände erlauben. Monatlich wird ein Referententreffen zum Erfahrungsaustausch angeboten, regelmäßig gibt es auch Gespräche mit Zeitzeugen.

Sakrale Gedenkstätten in Nordteil der Anlage

Katholische Todesangst-Christi-Kapelle

Katholische Todesangst-Christi-Kapelle

Evangelische Versöhnungskirche

Evangelische Versöhnungskirche

Jüdische Gedenkstätte

Jüdische Gedenkstätte

Russisch-Orthodoxe Kapelle

Russisch-Orthodoxe Kapelle

Karmel Heilig Blut

Karmel Heilig Blut

 

Außer meinen Stadtführungen in München und Schlösserfahrten zu den Königsschlössern Ludwig II biete ich einen 2 bis 3 stündigen Rundgang in der KZ-Gedenkstätte Dachau an (Deutsch, Englisch, Französisch).

Treffpunkt ist das Besucherzentrum oder auf Wunsch auch das gebuchte Hotel in München und Moderation unterwegs im Bus über die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau und seiner zahlreichen Auenlagern.