Der Petueltunnel mit Park

         MEIN RING-KAMPGF UM DREI TUNNEL UND DEN PETUELPARK

         Foto (Buch eingescannt) mit der Vorderseite und der Rückseite meines Buchs9

Münchner Stadtgeschichte spannend erzählt und mit einzigartigen Drohnenfotos und unverwechselbaren Collagen von filmreifen Pro-Tunnel-Aktionen als erlebnisreiche Hingucker illustriert – ein MUST HAVE!

Flyer Buchpräsentation 24.06.2021 um 11 Uhr

          Flyer eingescannt

Dieser Flyer zeigt wesentliche Details in meinem Tunnel-Buch, das am Donnerstag, 24. Juni 2021, um 11 Uhr im Petuelpark auf dem Petueltunnel in München-Schwabing vor etlichen Pressevertretern und Fotografen präsentiert wurde – online abrufbar beim Büro-Wilhelm-Verlag oder Hugendubel zum Preis von 19.80 EUR ( ISBN 978-3-948137-39-7 ).

Meine eigene Geschichte in diesem Wahl-Krimi

40 Jahre politische Achterbahn

Die politische Achterbahn „Pro und Kontra Petueltunnel“ endete schließlich glücklich mit dem äußerst knappen jedoch erfolgreichen Bürgerentscheid am 23. Juni 1996, also vor mehr als einem Vierteljahrhundert! Doch der Weg bis dahin war für mich als betroffene Anrainerin und Tunnelbefürworter äußerst steinig und wurde von der Rot/Grünen Stadtregierung & Co. ständig mit Stolpersteinen torpediert und mit anti-Tunnel-Aktionen blockiert. Hier denke ich noch mit Schrecken daran, dass Tunnelgegner unser über fünf (5) Stockwerke der 15-stöckigen Wohnanlage Klopstockstraße 8 aufgehängtes Pro-Petueltunnel-Transparent abends kurz vor 20 Uhr angezündet haben. Der Brand wurde nur durch Zufall von einem total geschockten Bewohner des 14. Stocks der 15-stöckigen Wohnanlage Klopstockstraße 6 bemerkt. Der heutige Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, Walter M. Huber, alarmierte sofort die Feuerwehr, um den für hunderte von Bewohnern lebensgefährlichen Brand an der Nordfassade der Wohnturms Klopstockstraße 8 mit seinen 15 Stockwerken zu löschen.

Wer waren die Tunnelgegner?

Aus welchem Grund wurde gegen den bereits in den 1980er Jahren geplanten und 1987 vom damaligen Stadtrat beschlossenen Petueltunnel mit Park so vehement und so krass protestiert?

Noch vor der Stadtratswahl am 18. März 1990 hatte der damalige Münchner Oberbürgermeister Georg Kronawitter (SPD) im Stadtfernsehen “TV weiß-blau” lauthals verkündet: „Der Petueltunnel wird gebaut. Er wurde beschlossen mit meiner massiven Unterstützung“! Dieses Interview hat der clevere Journalist Werner Zwick in der Klopstockstraße 8 aufgezeichnet. Doch dann kam die für uns alle unfassbare Kehrwende:

Die Wahl-Lüge von OB Kronawitter als billige Lösung

Bei der Stadtratswahl am 18. März 1990 hat die SPD im Münchner Norden wegen ihres Vetos gegen den Petueltunnel viele Wählerstimmen verloren. Deshalb ging der bisherigen und mögliche neue Oberbürgermeister Kronawitter eine Koalition mit Bündnis90/Die Grünen ein. Nach der verlorenen Stadtratswahl und der neuen rot/grünen Koalition kam das AUS für den Tunnelbau vor unseren sieben Wohntürmen mit rund 2.100 Wohnungen. Dieser Baustopp für den baureifen Petueltunnel wurde von Bündnis90/DieGrünen im Koalitionsvertrag mit der SPD unter dem Punkt “Verkehr” gefordert. Das war die absolute Bedingung der „Grünen“ für eine in meinen Augen unheilvolle Koalition mit der SPD!!!

Die „Grünen“ waren gegen einen Petueltunnel mit einem grünen Park auf den beiden Tunnelröhren?!? Unfassbar! Das kann doch nicht wahr sein?!?

Mit seiner Wahl-Lüge als billige Lösung konnte OB Kronawitter (SPD) jedenfalls seinen Sessel als Oberbürgermeister im Stadtrat retten. Fest steht jedoch, dass das alte und ab 1. Mai 1990 neue Stadtoberhaupt sein vor der OB-Wahl den Münchnern gegebenes Versprechen gebrochen hat. Er behauptete lieber scheinheilig, es sei „kein Geld da“.

      Fotos von Frau Marianne Zeller mit der Baugrube vor der Kreuzung Eduard-Schenk-

      Straße / Leopoldstraße

Der Bau-Stopp am Petuelring aus rein ideologischen Gründen war für mich als Anrainerin und Mitglied im Verwaltungsbeirat der Wohnanlage Rümannstraße 57 mit 81 Eigentumswohnungen das Signal zum erneuten Aufbruch, nachdem wir bereits 1987 mehr als 1000 Unterschriften für den Tunnelbau am Petuelring gesammelt und im Rathaus abgegeben hatten.

Mit anderen Verwaltungsbeiräten und Tunnelbefürwortern haben wir in meinem Wohnzimmer in der Rümannstraße 57 einen Brandbrief an OB Kronawitter verfasst. Stadtrat Walter Zöller (CSU) empfahl mir, unseren Brandbrief, den ich auf meiner roten IBM Kugelkopfschreibmaschine getippt hatte, persönlich im Oberbürgermeisterbüro im Rathaus am Marienplatz abzugeben. Auf unserer Kopie sollte ich mir unbedingt einen Eingangstempel geben lassen. So habe ich das gemacht und diese Kopie mit OB-Stempel an die Lokalpresse weitergeleitet.

Die Lokalpresse reagierte entsprechend schockiert, beispielsweise mit einer genialen Karikatur von Dieter Hanitzsch in der Süddeutschen Zeitung (Stadtanzeiger).

       Karikatur von Dieter Hanitzsch

OB Georg Kronawitter mit „Politischem Klotz am Bein“ (Petueltunnel)

Unsere Privat-Initiative Pro Petueltunnel – Pro Petuelpark

Ende September 1990 fand eine kuriose Stadtrats-Vollversammlung statt, zu der Tunnelfreunde nicht geladen waren doch wir besetzen die gesamte Besucher-Galerie im 3. Stock des Rathauses und mussten miterleben, wie OB Kronawitter den Petueltunnel kurzerhand zu seiner Chefsache erklärte und die Baugenehmigung wohl „in der Schublade“ verschwinden ließ.

Ergo platzierten wir, die zukünftigen ehrenamtlichen Mitglieder der Bürgerinitiative, öffentlichkeitswirksam einen schwarzen Sarg vor das Neue Rathaus München.

      Unser Foto von der Sarg-Demo

Ein schwarzer Sarg für Münchens Oberbürgermeister und vehementen Tunnelgegner Georg Kronawitter, gefüllt mit einer 50 m langen Papierschlange aus Pro-und-Kontra-Presse-Berichten seit Mai 1990.

Unsere „Sarg-Demo“ im Oktober 1990 war der eigentliche Start zu unserer privat organisierten Bürgerinitiative, die sechs Jahre lang Bestand haben sollte. WOW. Wir bekamen keine Zuschüsse von irgendeiner Institution aus dem Handel, HWK, IHK, Wirtschaft, Politik oder der Kirche wie die Klimaaktivistin Greta in Schweden. Wir mussten alle Ausgaben privat bezahlen. Es waren nur die von Autoabgasen betroffene Bürger rund um den verkehrsreichen und Stau-geplagten Petuelring, die uns beispielsweise in allen Bürgerversammlungen unterstützten und unsere Anträge mit lautem Hallo und Bravo-Rufen befürworteten und beschlossen. Weder die Industrie- und Handelskammer noch das Wirtschaftsreferat der Stadt München oder gar das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie oder wenigstens das Bayerische Umweltministerium hatten eine müde Mark für unsere Pro-Tunnel-Bürgerinitiative übrig. Das war sehr enttäuschend und ernüchternd zugleich.

Bis zu 100.000 PKWs, Busse, Lieferwägen, Brummis, Notfahrzeuge, Taxis oder Feuerwehrautos standen vor unserer Nase im Stau auf dem Petuelring. Unsere Kinder erstickten schier im rußigem Feinstaub und an den giftigen Abgasen und litten an Krupp-Husten und Atemwegserkrankungen.

Deshalb wurde unsere Privatinitiative als betroffene Bevölkerung rund um den Mittleren Ring Nord notwendig. Wir Verwaltungsbeiräte der sieben Wohntürme in der Rümannstraße / Klopstockstraße haben am 10. Dezember 1990 einen Verein gegründet:

                                                                  BÜRGERINITIATIVE PETUELRING e.V.

                                                                   Pro Tunnel Aktion – Pro Petuelpark

Als Initiatorin wurde ich einstimmig zur Vorsitzenden dieses Vereins gewählt (was ich immer blieb). Dank des Engagements des damaligen Rechtsreferendars und heutigen Rechtsanwalts und Fachanwalts für Strafrecht, Walter M. Huber, wurde unser Verein im Sinne des Umweltschutzes als gemeinnützig anerkannt.

Mit pressewirksamen Aktionen und unzähligen Unterschriftenaktionen haben wir Münchens Bevölkerung immer wieder auf die Misere am Petuelring und auf die dringende Notwendigkeit des Tunnelbaus aufmerksam gemacht. Am 12. April 1990 war die Baugenehmigung für den Petueltunnel erteilt worden. Mit den großzügigen Zuschüssen des Freistaats Bayern und der Bundesrepublik bis zu 83 % hätte sofort gebaut werden können.

            Fotos von Frau Marianne Zeller mit der Baugrube bzw. Fotos von Herrn Sigi Fischer (Stiftung Pfennigparade)

Wir, die zukünftigen ehrenamtlichen Mitglieder der Bürgerinitiative, platzierten filmreif einen schwarzen Sarg vor das Neue Rathaus München.

          Unser Foto von der Sarg-Demo

Ein schwarzer Sarg für Münchens Oberbürgermeister und vehementen Tunnelgegner Georg Kronawitter, gefüllt mit einer 50 m langen Papierschlange aus Pro-und-Kontra-Presse-Berichten seit Mai 1990. Mit dieser Aktion wollten wir dem Stadtoberhaupt und insbesondere der breiten Öffentlichkeit klar machen, dass wir unseren Petueltunnel mit Park nicht begraben lassen.

Für diesen Tag im Oktober 1990 war uns eine 15-minütige “Audienz” beim Herrn OB Kronawitter im Rathaus gebilligt worden. Wir brachten ihm als Präsent im Goldrahmen die geniale Karikatur von Dieter Hanitzsch aus dem Münchner Stadtanzeiger mit: “Petuel-Tunnel – Politischer Klotz am Bein”.

In Gedanken machte ich mich auf die Suche nach einem Kamel für den OB. Doch mein Germeringer Tierarzt „Husi“ (Fritz Husmann) schlug mir stattdessen einen echten Esel vor und verriet mir, wo ich das zottelige Grautier anschauen und ggfs. abholen könnte. Mit einem Münchner Taxi plus Anhänger mit Warntafel „Achtung – Turnierpferde“ von Vorstand Max Herzinger der Taxi-Genossenschaft München holten wir den Esel aus dem Umland ab. Eine Schneiderin und Tunnel-Verfechterin vom Luise-Kiesselbach-Platz hatte eine knallrote Satteldecke und eine giftgrüne Krawatte geschneidert. So präsentierte ich den rot/grün dekorierten Esel den Pressefotographen auf dem Marienplatz mit Blick auf die Etage des Münchner Oberbürgermeisters, des „Roten Schorsch“. Die Pressevertreter waren begeistert und publizierten amüsiert ihre Foto-Berichte. Journalisten stehen nämlich sehr ungern im Stau. So haben uns die Vertreter der Münchner Medien durch ihre Berichterstattungen bei unseren Pro-Tunnel-Aktionen unwillkürlich jedoch dankenswerterweise prima unterstützt.

          Foto vom Esel für OB Kronawitter

Einen Esel für den OB und vehementen Tunnelgegner Georg Kronawitter (SPD)

Die “Zwergerl”-Demo zum Auftakt für Münchens erstes Bürgerbegehren

Die größte pro- und kontra-Presse erhielten wir mit der von mir organisierten „Zwergerl-Demo“ am 26. Oktober 1995. Mehr als 80 kleine Kinder aus dem Kinderheim St. Joseph mit angeschlossenem Kindergarten an der Ecke Petuelring / Schleißheimer Straße 278a konnten wir in 40 mit bunten Luftballons geschmückte Taxis platzieren. Zuvor hatten die Eltern Schwester Oberin Mathilde ihre schriftliche Zustimmung erteilt, dass wir ihren Nachwuchs in Taxis zu einer „Zwergerl-Demo“ mitnehmen durften – begleitet von Elternbeiräten, Tanten, Onkels und Opas.

          Fotogalerie von der Zwergerl-Demo

So wurden die vielen Kinder, Schwester Oberin Mathilde und ich sicher über die für uns gesperrte Leopoldstraße / Ludwigstraße ins Innenministerium am Odeonsplatz chauffiert – zur Sicherheit begleitet von den “Weißen Mäusen” der Münchner Verkehrswacht. Im akustisch einmaligen Innenhof demonstrierten wir für den Petueltunnel mit Park mit einem schrillen Pfeifkonzert. Wochenlang zuvor hatten wir Unterschriften bei Autofahrern, Anrainern, Taxlern und Notfahrzeugen gesammelt. Unsere Pro-Tunnel-Aktion mit über 80 Ring-Zwergerln wurde in der Lokalpresse viel beachtet.

Die von den giftigen Abgasen betroffenen Kinder überreichten diese 10.000 Pro-Tunnel-Unterschriften an Staatssekretär Dr. Alfred Sauter (CSU) als Vertreter der Obersten Baubehörde des Freistaats Bayern.

        Fotos der Zwergerl-Demo

Diese lustige Demo war für uns ehrenamtliche „Ring-Kämpfer“ der willkommene Auftakt für das Bürgerbegehren „3 Tunnel braucht der Mittlere Ring“, das am 14. November 1995 offiziell München-weit startete: Münchens erstes Bürgerbegehren überhaupt!

Vermutlich war es die Intervention einer damaligen Staatssekretärin, dass unserer BÜRGERINITIATIVE PETUELRING E.V. – Pro-Tunnel-Aktion – kurz BIP e.V. genannt – die Gemeinnützigkeit im Sinne des Umweltschutzes ohne Begründung just im Endspurt um unseren Petueltunnel aberkannt wurde. Ab Dezember 1995 konnten wir keine Spenden für weitere Pro-Tunnel-Aktionen mehr generieren. Das bedeutete fast das AUS für unsere langjährigen Bemühungen seit 1987 und das geplante Finale mit einem Tunnel-Happening am Petuelring / Ecke Klopstockstraße möglichst zeitnahe vor dem Bürgerentscheid.

Am 16. Juni 1996, also sieben Tage vor dem für uns so eminent wichtigen Bürgerentscheid, haben wir eine große Pro-Tunnel-Aktion mit 500 Mitwirkenden organisiert und durchgeführt. Unser wichtigster Gast und Sprecher bei dieser Demo war Dr. Peter Gauweiler als ehemaliger Umweltminister von Bayern. Dieses Pro-Tunnel-Event für „3 Tunnel braucht der Mittlere Ring“ fand entlang der für uns gesperrten südlichen Fahrbahn des Petuelrings an einem sonniger Sonntag statt. Das Presse-Echo war sehr gut.

Dem damaligen KVR-Chef Dr. Hans-Peter Uhl (CSU) und seinem Team im Kreisverwaltungsreferat sage ich heute noch vielen herzlichen Dank für die Ringsperrung. 100 mit bunten Luftballons geschmückte Taxis veranstalteten einen bemerkenswerten Taxi-Konvoi am Petuelring. Wir Mitglieder der BÜRGERINITIATIVE PETUELRING e.V. pflanzten 3 Bäume symbolisch für 3 Tunnel am Mittleren Ring.

Der erfolgreiche Bürgerentscheid “3 Tunnels braucht der Mittlere Ring”

Am 23. Juni 1996, einem heißen Sonntag, an dem tausende zum Baden gingen anstatt an die Wahlurnen, sollte Münchens Bevölkerung entscheiden, dass nicht nur der Petueltunnel mit Park sondern auch die beiden anderen dringend notwendigen Straßentunnel am Mittleren Ring im Osten und Südwesten für rund 2 Milliarden D-Mark gebaut werden müssen.

        Foto meines Bierdeckels

Am 10. März 1996 war ich in Anerkennung meines langjährigen Pro-Tunnel-Engagements zur Ehrenamtlichen Stadträtin gewählt worden – von einem schier aussichtlosen Listenplatz 46 als Schlusslicht der CSU-Stadtratsfraktion. Um mich vor Ort im Rathaus mit den rot/grünen Tunnelgegnern auseinandersetzen zu können, hatte ich 4 Wochen vor der Stadtratswahl 35 000 Bierdeckel mit unserem BIP-Logo und meinem Listenplatz 46 an Taxis, in Briefkästen und in den umliegenden Gaststätten verteilt. Die Mühe hat sich gelohnt: als Politik-Neuling wurde ich tatsächlich ins Rathaus “katapultiert”. Der damalige Baureferent und berufsmäßige Stadtrat Horst Haffner (FDP) war der erste, der mir schriftlich zum völlig überraschenden Einzug in den Münchner Stadtrat am 10. März 1996 gratulierte.

         Foto von meiner Vereidigung

Mit nur 1.881 Stimmen Vorsprung vor dem „Besseren Bürgerbegehren“ von Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und seinen Pseudo-Ökos haben wir „Ring-Kämpfer“ am 23. Juni 1996 äußerst knapp gewonnen. Mitgestimmt hatten außer den Tunnelfans der drei Bürgerinitiativen Mitglieder der IHK, der Taxi Genossenschaft mit unzähligen Taxlern,  HWK, CSU, FDP und verschiedene politische Parteien und Organisationen wie die ASP, der Bund freier Bürger sowie betroffene Bürger entlang des Mittleren Rings.

Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) war sehr verärgert über seine immense politische Niederlage. Deshalb ließ er die Stimmzettel nachzählen. Christian Ude (seit 1990 großer Tunnelgegner und seit 1993 Oberbürgermeister) wollte nicht akzeptieren, dass die Landeshauptstadt München jetzt drei Ring-Tunnel bauen muss. Das Wahlergebnis von knappen 50,7 % in der Stichfrage reichte uns jedoch zum heiß ersehnten Sieg! Die Nachzählung ergab schlappe 1.775 Stimmen Vorsprung vor seinem „Besseren Bürgerbegehren“ – den eigentlichen Hausaufgaben des Stadtrats. Damit war das Pro-Tunnel-Votum noch knapper, doch für uns ein Glücksfall!

Die Vollversammlung des Stadtrats beschloss am 4. Juli 1996, dass Münchens erster Bürgerentscheid rechtens ist. Die 3 Tunnels am Mittleren Ring müssen gebaut werden. Das war eine sehr bittere Pille für Oberbürgermeister und Tunnelgegner Christian Ude. Baureferent Horst Haffner und ich als frisch gewähltes Mitglied des Ehrenamtlichen Stadtrats freuten uns in der Vollversammlung am 4. Juli 1996 am meisten, weil das Baureferat nun endlich mit dem lang ersehnten Tunnelbau am Petuelring beginnen bzw. weiterbauen konnte. Immerhin waren bereits geschätzte 30 Millionen Mark in die Planungskosten und Spartenverlegungen investiert worden – beispielsweise an der Kreuzung des Petuelrings mit der Eduard-Schenk-Straße.

                 Fotos von Frau Zeller / Herr Sigi Fischer (Stiftung Pfennigparade)

Trotz aller Euphorie über den Sieg beim Bürgerentscheid kam es auch für uns noch ziemlich „dick“! Nach unserem Pro-Tunnel-Happening am 16. Juni 1996 mussten wir – eine Handvoll Mitglieder der BÜRGERINITIATIVE PETUELRING e.V. – privat nochmals 18.000 DM aus eigener Tasche zusammenlegen und nachschießen, weil uns grundlos die Gemeinnützigkeit unseres Vereins im Sinne des Umweltschutzes aberkannt worden war. Das tat uns Aktiven richtig weh! Jahrelanger Verdienstausfall für unser privat gewähltes Ehrenamt und dann noch alle Kosten für das erfolgreiche Tunnel-Happening selbst bezahlen, weil sich nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid weder die BMW AG als großer Profiteur des Petueltunnels noch sonst jemand im Sinne des Gemeinwohls dafür zuständig fühlte oder zumindest kulanterweise für die nach erfolgtem Tunnelbau steigende Lebensqualität im Münchner Norden bedanken wollte.

Nach der Vollversammlung vom 4. Juli 1996 lag es an der Stadtverwaltung, die Baugenehmigung des Petueltunnels vom 12. April 1990 zu aktualisieren und den Petueltunnel umgehend weiter zu bauen. Die Stadt musste auch die Bauplanungen bis zur Baugenehmigung des Richard-Strauss-Tunnels und des Langen Tunnels Südwest am Luise Kiesselbach-Platz vorantreiben. Im Bürgerentscheid war schließlich der Bau der drei (3) Straßentunnel am Mittleren Ring mit Fertigstellung bis 2015 beschlossen worden.

1997 wurden alle Bäume entlang des Petuelrings zwischen Leopoldstraße und Schleißheimer Straße gefällt. Der Bau des Straßentunnels wurde im Untergrund begonnen. Oben auf der Baustelle – quasi auf dem zukünftigen Tunneldeckel – mussten immer noch 6 Fahrspuren für den Durchgangsverkehr aufrecht erhalten bleiben.

 

          Foto Motorrad Mike Harker

Ende Oktober 2001 wurde ein Teilstück des Petueltunnels eröffnet – hier mit mir, Barbara Schöne, auf der Harley Davidson von Mike Harker, dem “Ikarus von der Zugspitze”, einem US-amerikanischen Drachenfliegerpiloten.

Nach einer 5-jährigen Bauzeit wurde der Petueltunnel am 6. Juli 2002 feierlich mit einem großen Bürgerfest unter der Glaseinhausung des östlichen Tunnelmunds eröffnet. Großzügiger Gastgeber war das Baureferat. Die beiden 1,5 km langen Tunnelröhren wurden dem Auto- und Brummi-Verkehr frei gegeben. Heute fahren dort 107 500 Fahrzeuge pro Tag!

          Foto von Potzler mit Transparent hinter Ude

Der etwa 7,4  Hektar große Park auf dem Straßentunnel wurde 2004 fertiggestellt und am 27. Juni 2004 offiziell mit einem Bürgerfest eröffnet. Der Petuelpark verbindet die Stadtteile Schwabing und Milbertshofen/Am Hart wieder miteinander. Neben dem Fontänen-Platz wurde 2005 das Café Ludwig auf dem Petueltunnel als Treffpunkt und Herz im Park fertiggestellt. 12 internationale Künstler haben ihre Werke im Petuelpark im Rahmen von QUIVID verwirklicht, dem “kunst-am-bau-programm der stadt muenchen”.

        Foto vom Café

Das Café-Restaurant wurde nicht in Erinnerung an Ludwig Petuel, dem Namensgeber dieses Ringabschnitts, benannt sondern nach Märchenkönig Ludwig II. Es ist ein Kunst- und Erholungsraum mit Spielplätzen, Brunnen und einem Café-Restaurant neben einem Fontänen-Platz als Treffpunkt auf einem Autotunnel entstanden. Das ist einmalig in ganz Deutschland!

So sind nach der Fertigstellung des Petueltunnels am 6. Juli 2002 schöne Freiräume, lang gestreckte Rasenplateaus, schnurgerade Fahrradpisten und ein lustiger Fontänen-Platz auf den beiden Tunnelröhren geschaffen worden. Beschauliche Plätze, attraktive Kinderspielplätze und schöne Grünanlagen prägen das Bild einer Stadt und machen ihre Attraktivität für Anrainer und Besucher aus. München bietet zahlreiche herausragende Beispiele moderner Freiraumgestaltungen wie beispielsweise seit 2004 dieses Großprojekt Petuelpark, der den Alltag von hunderttausend Bewohnern im Münchner Norden sehr positiv mitbestimmt. 

        Fotos vom großen Wasser- und Sand-Spielplatz für Groß und Klein

Kinder können sich herrlich und vollkommen sicher in einem 1000 qm großen Wasser-Sand-Spielplatz austoben. Spaziergänger, Radler, Rollstuhlfahrer der Stiftung Pfennigparade, Besucher des Café Ludwig mit beschaulichem Garten-Restaurant direkt auf dem Autotunnel entlang des Nymphenburger-Biedersteiner-Kanals genießen diesen neu gewonnenen Lebensraum.

Das Café ist Teil des “Kunst am Bau und im öffentlichen Raum” – Projekts und sorgt für das kulinarische Freizeitvergnügen der Ring-Anrainer. Diese schöne Oase der Ruhe ist eine grüne Sehenswürdigkeit von München geworden.

        Fotos von Kirschbäumen im Park und Wiese

Dieser Grünzug auf einem Autotunnel ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie eine private Initiative eines der wichtigsten Großbauprojekte für den ständig wachsenden Verkehr der Nachkriegszeit durchgesetzt hat. Und das ausgerechnet gegen den vehementen Willen der Stadtregierung unter der Leitung von zwei Münchner Oberbürgermeistern der SPD!

Alle 3 Tunnel am Mittleren Ring sind seit 25. Juli 2015 fertiggestellt und ein Segen für den stetig wachsenden Wirtschaftsverkehr. Der glückliche Ausgang des Bürgerentscheids gilt auch für Tausende von Münchner Ring-Anrainern, Kindergärten, Horte, Schulen und Krankenhäuser der Bayern-Metropole. Damit wurde die größte Umweltsünde Münchens ad acta gelegt!

         Mein Foto mit Tunnelschärpe unter der Glaseinhausung

Barbara Schöne

Ehrenamtliche Vorsitzende der BÜRGERINITIATIVE PETUELRING EV – Pro Tunnel-Aktion – Pro Petuelpark seit 10.12.1990

Mitglied des Ehrenamtlichen Stadtrats von München von 1996 bis 2002

PS

       Mein Foto vom Fotoshooting

In meiner Eigenschaft als Offizielle Gästeführerin von München zeige ich Ihnen gerne den Petueltunnel mit Park und seinen Skulpturen-Parcours. Auf Wunsch und nach Möglichkeit biete ich Ihnen einen herrlichen Blick auf die Parkanlage von oben aus der Vogelperspektive.

NB

Am 24. Juni 2021 um 11 Uhr vormittags habe ich mein Tunnel-Buch im Café Ludwig im Petuelpark auf dem Petueltunnel meinen Wegbegleitern, Tunnelfreunden und der Presse präsentiert mit dem Titel

MEIN RING-KAMPF UM DREI TUNNEL UND DEN PETUELPARK

        Foto von Barbara Schöne mit Apostolos Malamoussis, Erzpriester der griechisch-orthodoxen Kirche in München

Auf dieser Website können Sie jederzeit online in meinem Tunnel-Buch ( ISBN 978-3-948137-39-7 ) unter “Buch-Präsentation“ blättern und / oder beim Büro Wilhelm Verlag in Amberg versandkostenfrei bestellen oder bei Hugendubel für 19.80 Euro erwerben.

Auf diesen 104 Seiten geht es um mein persönliches Tunnel-Engagement ohne Parteibuch und ohne Sponsoren. Das war ein Wahl-Krimi der besonderen Art. Für mein jahrelanges ehrenamtliches Engagement adelte mich die F.A.Z. Sonntagszeitung zur Tunneleröffnung am 6. Juli 2002 als “Jeanne d’Arc vom Mittleren Ring”.

Ich bin stolz und sehr glücklich , dass der Petueltunnel mit Park Wirklichkeit wurde – mein Lebenswerk! Leider war es mir nicht vergönnt, ein zweites Mal für den Stadtrat mit Erfolg zu kandidieren. Wie es dazu kam, beschreibe ich in meinem Extrablatt, das ich jedem Interessent zugehen lasse.

PERFEKT wären der Petueltunnel und der Richard-Strauss-Tunnel meines Erachtens erst mit einer Abgas-Filteranlage der SIEMENS AG.

         Foto des Abluftkamins an der Riesenfeldstraße in Milbertshofen

In der Nordröhre des Petueltunnels ist vor der Tunnelausfahrt dafür Platz. Mein diesbezüglicher Stadtratsantrag wurde leider abgelehnt – angeblich aus Kostengründen. Nichtsdestotrotz konnte ich als Mitglied des Bauausschusses durchsetzen, dass im Richard-Strauss-Tunnel eine Seitenröhre für die spätere Installation einer Abgas-Filteranlage installiert werden kann, sollte der Stadtrat dies einmal wegen des ständig steigenden Wirtschaftsverkehrs beschließen. Dann wären beide Autotunnel im Sinne des Umweltschutzes tatsächlich perfekt.

 

Flyer Buchpräsentation 24.06.2021 um 11 Uhr

Barbara Schöne - Wahlwerbung für den Einzug in den Münchner Stadtrad

Barbara Schöne – Wahlwerbung für den Einzug in den Münchner Stadtrad Mit diesem Bierdeckel und der Verteilung von 35 000 Stück kurz vor der Stadtratswahl am 10. März 1996 habe ich vom aussichtlosen Listenplatz 46 das letzte Mandat der CSU-Stadtfraktion gewonnen und war bis 20

 

 

Karikatur von Dieter Hanitzsch: OB Georg Kronawitter mit “Politischem Klotz am Bein” (Petueltunnel)

 

Bauwerk Ansicht Westseite Petueltunnel

Einfahrt des Petueltunnels von Westen aus der Vogelperspektive

 

Mittlerer Ring Nord mit BMW Vierzylinder und im Hintergrund die Einfahrt in den Petueltunnel

 

Der Petuelpark aus der Vogelperspektive

Auf dem 1,5 km langen  Petueltunnel entstand der 7,4 ha große Petuelpark als grüne Oase und “kontemplativer Aufenthaltsraum” für die Anrainer aus Schwabing und Milbertshofen.

Café Ludfwig auf dem Petueltunnel

Der kubische Bau entstand als Teil des Projekts “Kunst am Bau und im öffentlichen Raum” als Café und Herzstück des Parks neben dem Nymphenburg-Biedersteiner Kanal

Esel-Monument auf dem Petueltunnel

Dieser Esel auf dem Petueltunnel im Petuelpark erinnert mich an die jahrelange Eselei im Münchner Rathaus, also an die politische Achterbahn von 40 Jahren um den Petueltunnel mit Park. Pia Stadtbaumer, eine Düsseldorfer Künstlerin, stellt mit ihrem Plastikesel Statussymbole der Trashkultur dar und nennt ihn: “GO”

 

Die Rote Mauer im Petuelpark

Die Rote Mauer im grünen Petuelpark ist ein Denkmal für die rot/grünen Tunnelgegner im Münchner Rathaus.

 

Madonna im Petuelpark

Diese Mutter Gottes mit dem Jesuskind ist Teil des “Kunst-am- Bau-Programms” der Stadt München im Petuelpark

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Kinderspielplatz auf dem Petueltunnel

Seit der Eröffnung des Petuelparks 2004 gibt es wunderbare Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Jung und Alt

 

Tunneleinfahrt in die Südröhre Richtung Ost

Der Petueltunnel ist 1,5 km lang und bekam am Tunnelmund Ost diese umwelt-freundliche Glaseinhausung zum Lärmschutz

 

Tunneleinfahrt in die Nord-Röhre

Links sieht man das Glasdach über der Südröhre und rechts zwei Fahrbahnen, die in die Nordröhre des 1,5 km langen Petueltunnels hineinführen

 

Architektonisch einmalig - das Glasdach des Petueltunnels

Nachts wird das Glasdach tausendfach dank Osram erhellt

 

Brummis stehen nicht mehr, sondern fahren druch den heiß erkämpften Petueltunnel

Eine moderne Hängebrücke für die Straßenbahn wurde nach dem Tunnelbau über dem Petuelring und über der 250 m langen Glaseinhausung der Südröhre geschaffen

 

Der Petuelpark und Milbertshofen aus der Vogelperspektive

12 internationale Künstler haben ihre Werke im Petuelpark im Rahmen von QUIVID verwirklicht, dem “kunst-am-bau-programm der stadt muenchen”.

Carfé Ludwig am Nymphenburg-Biedersteiner Kanal

Im Juli 2005 wurde das Café Ludwig als Herzstück mitten im Petuelpark auf dem Petueltunnel eröffnet

This 900 meter-long and 60 meter-wide park on top to the Petuel Tunnel connects Milbertshofen and Schwabing. Since 2004 the park has given residents a place to relax and have good time. The 13 works of art (executed by international artists)