Das Märchenschloß Neuschwanstein

Auf einen harten Fels gebaut steht Schloss Neuschwanstein hoch über der Pöllatschlucht mit grandiosem Blick hinüber zum Forgensee, Alpsee und nach Füssen.

Schloss Neuschwanstein war für König Ludwig II. Denkmal der Kultur und des Königstums des Mittelalters, das er verehrte und nachvollziehen wollte.Das Schloss wurde errichtet in mittelalterlichen Formen, jedoch mit damals modernster Technik. So ist Schloss Neuschwanstein das berühmteste Bauwerk des Historismus und ein Hauptsymbol des deutschen Idealismus.

1867 besuchte der junge König Ludwig II. die Wartburg, um einen prächtigen Sängersaal und Festsaal für sein Neuschwanstein entwerfen zu lassen. Der Sängersaal war ein Lieblingsprojekt des romantischen Königs und neben dem Thronsaal der wichtigste Raum im Schloss. Das Bildprogram zeigt die Sage von Parzival und dem Heiligen Gral. Die Laube ist mit der märchenhaften Waldlandschaft Klingsohrs ausgemalt.

Sieben Wochen nach dem Tod des Märchenkönigs Ludwig II. im Jahr 1886 wurde Schloss Neuschwanstein dem Publikum zugänglich gemacht. Der menschenscheue König hatte die mittelalterliche Burg erbauen lassen, um sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Seither ist sein Refugium ein weltberühmter Publikumsmagnet.

Neuschwanstein gehört heute zu den meistbesuchten Schlössern und Burgen Europas. Rund 1,5 Millionen Menschen jährlich besichtigen „die Schwanenburg des Märchenkönigs“.

Pferdekutschen und Touristen zu Fuß auf dem Weg hinauf zu Schloß Neuswchwanstein

Auf einer Privatstraße des Hauses Wittelsbach gehen Tausende von Touristen zu Fuss oder benutzen eine der begehrten Pferdekutschen hinauf zum Märchenschloss über der tosenden Pöllatschlucht.

Im Sommer drängen sich im Durchschnitt täglich mehr als 6.000 Besucher durch die kostbar ausgestalteten Räume. Diese waren nur für einen einzigen Bewohner bestimmt. Die vielen Touristen führen zu erheblichen Belastungen für die wertvollen Möbel und Textilien. Um deren Erhalt ist die Bayerische Schlösserverwaltung intensiv bemüht.

Kunstvoll geschnitztes Bett des Königs

Das königliche Bett ist aus Eichenholz geschnitzt und mit einer mit Silberfäden verzierten Seidendecke abgedeckt

Die idyllische Lage von Neuschwanstein ist einmalig. Allerdings müssen Bewegungen im Fundamentbereich ständig überwacht und die steilen Felswände immer wieder gesichert werden. Ebenso greift das raue Klima die Kalkstein-Fassaden stark an. Das erfordert weitere Sanierungsmaßnahmen.

Idee und Entstehung – Entstehungsgeschichte

Portrait des jungen Ludwig
(W. Tauber)

Ludwig II. war seit 1864 König von Bayern. Im 1868 richtete er folgende Zeilen an den von ihm verehrten Komponisten Richard Wagner:

Ich habe die Absicht, die alte Burgruine Hohenschwangau bei der Pöllatschlucht neu aufbauen zu lassen im echten Stil der alten deutschen Ritterburgen. Ich muss Ihnen gestehen, dass ich mich sehr darauf freue, dort einst (in 3 Jahren) zu hausen. Es wird mehrere Gastzimmer geben, von wo man eine herrliche Aussicht genießt auf den Berg Säuling, die Gebirge Tirols und weithin in die Ebene. Alle Räume sollen wohnlich und anheimelnd eingerichtet werden.

Sie kennen Ihn, den angebeteten Gast, den ich dort beherbergen möchte. Der Ort ist einer der schönsten, die zu finden sind, heilig und unnahbar. Es wird ein würdiger Tempel für den göttlichen Freund, durch den einzig Heil und wahrer Segen der Welt erblühte. Auch Reminiszenzen aus ‚Tannhäuser‘ (Sängersaal mit Aussicht auf die Burg im Hintergrunde), aus ‚Lohengrin‘ (Burghof, offener Gang, Weg zur Kapelle) werden Sie dort finden.

In jeder Beziehung schöner und wohnlicher wird diese Burg werden als das untere Hohenschwangau. Das Schloß meiner Eltern wurde jährlich durch die Prosa meiner Mutter Marie von Preußen entweiht. Die entweihten Götter werden sich rächen und oben weilen bei Uns auf steiler Höh‘, umweht von Himmelsluft.“

 

Idealentwurf zu Schloss Neuschwanstein von Christian Jank, 1869

Idealentwurf zu Schloss Neuschwanstein von Christian Jank (1869)

Fast alle Aspekte seines Neuschwanstein sind hier genannt. Unerwähnt aber blieb der politische Auslöser. 1866 hat Bayern im Bündnis mit Österreich einen Krieg gegen das expandierende Preußen verloren. Dem Königreich Bayern wurde ein „Schutz- und Trutzbündnis“ aufgezwungen, das dem König im Kriegsfalle die Verfügung über seine Armee nahm. Damit war Ludwig II. seit 1866 kein souveräner Herrscher mehr. Diese Einschränkung war das größte Unglück seines Lebens. So begann er 1867 mit den Planungen für ein eigenes Reich, in dem er sich als wirklicher König fühlen und bewegen konnte. Als König von Gottes Gnaden in seinen Schlössern.

Märchenschloß im Winter

Märchenschloß Neuschwanstein im Winter

Marienbrücke über der Pöllath-Schlucht

Marienbrücke über der Pöllath-Schlucht

Sagen

Die Bilderzyklen Neuschwansteins sind inspiriert von den Opern Richard Wagners. Als direkte Vorlagen für die Ausgestaltung dienten jene Sagen des Mittelalters, auf die auch der Komponist zurückgegriffen hatte.

Sigurd

Sigurd

Die Wände des unteren Vorplatzes sind mit Szenen aus der Sigurd-Sage bemalt.

Gudrun

Gudrun

Die Gudrun-Sage führt in den Wandbildern des oberen Vorplatzes die Sigurd-Sage weiter.

 

Tristan und Isolde

Tristan und Isolde

Im Schlafzimmer finden sich an den Wänden gemalte Szenen aus Tristan und Isolde.

Parzival

Parzival

Der Sängersaal ist mit Wandgemälden aus der Parzival-Sage geschmückt.

 

Lohengrin

Lohengrin

Im Wohnzimmer wird der Parzival-Zyklus mit den Abenteuern seines Sohnes Lohengrin fortgeführt.

Tannhäuser

Tannhäuser

Im Arbeitszimmer wird der tragische Lebensweg des Minnesängers Tannhäuser dargestellt.

Lassen Sie sich von der Traumwelt eines romantischen Märchenkönigs begeisternt. Treffpunkt zu einer Tagesexkursion: Ihr Hotel in München, Fahrt mit dem Touristenbus oder der von Ihnen gebuchten Limousine etwa 2 Stunden nach Hohenschwangau. 30 Minuten Spaziergang hinauf zum Schloss oder Busfahrt mit dem Blauen Bus bis nahe zur Marienbrücke mit phantastischem Blick hinunter zum Schloss. Wanderung hinunter zum Schloss mit herrlichem Blick auf den Alpsee, die Tiroler Berge und Schloss Hohenschwangau.

Schloß Hohenschwangau

König Maximilian II. hat  Schloss Hohenschwangau im 19. Jahrhundert für seine Söhne Ludwig und Otto als Sommerschloss im Allgäu wieder aufbauen lassen.

Vorab-Reservierung zum Eintritt und zur Schlossführung in Schloss Neuschwanstein und in Schloss Hohenschwangau in der gewünschten Sprache sind unbedingt erforderlich! Ohne Ticketkauf am Ticketoffice im Dorf Hohenschwangau gibt es oben keinen Eintritt in die Schlösser. Zusammen mit einem Schlossführer begleite ich Sie im Schloss Neuschwanstein in den Thronsaal, in das opulent ausgestaltete Schlafzimmer der Königs mit hervorragendem Schnitzwerk aus Eiche und in sein Speisezimmer. Schließlich gehts weitere Stufen hinauf unters Dach in den phantastischen Sängersaal mit Wandmalereien aus der Oper „Parsifal“ mit Klingsors Zaubergarten.

Barbara Schöne, Reiseleiterin und offizielle Gästeführerin von München seit 40 Jahren

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Selbst Walt Disney war so fasziniert von der märchenhafte Lage und der Ritterburg König Ludwig II., dass er in seinem Disneyland in Kalifornien eine Kopie hat bauen lassen.