Kunst zu sammeln – das war in Deutschland lange nur Fürsten und Königen, Kirchen und Klöstern vorenthalten. Erst mit der Verbürgerlichung ab dem 17. und vor allem im 18. Jahrhundert war es auch Bürgern möglich, eigene Sammlungen anzulegen. Es wurde nicht mehr ausschließlich historisch gesammelt, sondern auch ein Augenmerk auf die zeitgenössischen Werke und ihre Urheber gerichtet. Die Prioritäten kehrten sich um, als Adolf Friedrich Graf von Schack primär zeitgenössische Werke erwarb und bei den alten Meistern auf Originale verzichtete. Stattdessen erwarb er zeitgenössische Kopien.
1815 in Schwerin geboren schlug er nach dem Jurastudium eine Diplomatenlaufbahn ein und wirkte als Übersetzer persischer und arabischer Dichtungen, als Kulturhistoriker und Kunstschriftsteller sowie als Sammler und Mäzen. Der bayerische König Maximilian II wusste ihn nach München zu ziehen. Bis heute hat der Name Schack einen guten Klang basierend auf seiner Privatgalerie – einem höchst individuellen Schatzhaus.
Der “Hirtenknabe” bildet den Höhepunkt von Franz von Lenbachs Frühwerk der 1850er Jahre, die von Genrebildern bestimmt sind. Nichts deutet darin auf seine spätere Karriere als Portraitmaler und Malerfürsten hin. Der Hirteknabe ist annährend in Lebensgröße dargestellt; er liegt auf dem Rücken in göttlicher Faulheit im Gras und hält die linke Hand zum Schutz vor der glühenden Sonne vor die Augen. Die Füße sind bloß und bis über die Knöchel schmutzig von der braunen Erde. Über dem Jungen wölbt sich ein wolkenloser Himmel. Die Kinderbilder des spanischen Meisters Murillo in der Alten Pinakothek könnten Lenbach zu dieser Darstelung eines Hirtenknaben mit nackten Füßen angeregt haben.
Die Gemäldesammlung des Grafen entstand im Wesentlichen zwischen 1857 und etwa 1870. Diese Erwerbungen brachten ihm Kopien alter Meister von jüngeren deutschen Malern ein, während der Markt für die höchst geschätzte italienische Renaissancemalerei aufgeheizt war. Originale waren selbst dem kunstsinnigen Grafen nicht mehr zu angemessenen Preisen zugänglich. So entschied er sich, jüngere Künstler, die am Anfang ihrer Lebens- und Schaffensbahn standen, mit der Anfertigung von Kopien alter Meister zu beauftragen, was zugleich als Schulung für die Jüngeren dienen sollte: Arnold Böcklin als Deutschrömer, Anselm Feuerbach als genialischer Individualist, Franz von Lenbach als alle Welt porträtierender Malerfürst, Hans von Marées als grüblerischer Eigenbrödler, Franz Ludwig Catel, Johann Georg von Dillis und der als poetisch-versponnene Carl Spitzweg. Hier sein bekanntestes Motiv:
“Der Arme Poet”
Der Dichter haust in einer ärmlichen Dachkammer und liegt auf einer Matratze, er hat weder einen Tisch noch einen Stuhl und das Dach über ihm ist undicht und es regnet herein – ein Schirm ist über dem Poet aufgepannt, dessen Manuskripte es nicht bis zum Drucker schaffen sondern gestapelt und gebündelt zum Verheizen am Ofen liegen.
Doppelbildnis von Hans von Marées und Franz von Lenbach
Diese Gemäldesammlung erzählt Geschichten, die von fernen Ländern berichten, die Graf Schack im Laufe der Jahre besucht hat – ein Kleinod. Zunächst war die Sammlung in einem Palais an der Brienner Straße in München untergebracht, bevor ab 1907 am heutigen Standort an Münchens dritter Prachtstraße – der Prinzregentenstraße – ein Neubau entstand. Graf Schack hatte den preußischen König und deutschen Kaiser Wilhelm II zu seinem Erben eingesetzt, während an anderen Stellen Münchens bereits die Moderne eingezogen war und poetisch-expressionistische jüngere Künstler wie Franz Marc sich entwickelten („Blauer Reiter“).
“König Krokus und die Waldnymphe” von Moritz von Schwind
Eine Waldnymphe hatte den mächtigen Baumstamm einer Eiche als Wohnsitz ausgesucht und sich dort niedergelassen, zu der Krokus kam, ein Knappe des Herzogs Cech von Ungarn, dessen Pferde er auf die Weide geführt hat. Zu Füßen der Nymphe sitzt Krokus als bärtiger Mann mit Krone und Lanze, während ihr langes, rötlich blondes Haar und die fließenden Falten ihres Gewandes ihre Weiblichkeit betonen. Ihre nackten Füße baumeln über seinem rechten Arm und sie bittet ihn, sich für die Rettung des Baumes einzusetzen, was Krokus mit Erfolg tat. Krokus verließ den Dienst des Herzogs und lebte fortan bei der Nymphe. Im Umgang mit ihr gewann er die Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen und stieg schließlich zum Herrscher des Landes auf. Die Nymphe gewann mit ihm mehr und mehr irdische Gestalt und gebar ihm drei Töchter, deren jüngste, Libussa, ihrem Vater als Herrscherin des Landes nachfolgte und die Stadt Prag gründete.
Nach dem Ersten Weltkrieg gelangte die Gemäldesammlung infolge der Fürstenabfindung an die preußische Krongutverwaltung und von ihr 1932 an den preußischen Staat. 1939 wurde die Sammlung durch Adolf Hitler dem bayerischen Staat und damit den bayerischen Staatsgemäldesammlungen übereignet.
Graf Schack selbst veröffentlichte bereits 1881 ein beschreibendes Verzeichnis der Sammlung, in dem er seine Gedanken über die Künstler und die einzelnen Gemälde darlegte. Heute gilt das Museum als Insel der Glückseligen, als ein Ort der Geistes-, Kunst- und Sammlungsgeschichte und wie Mäzenatentum unauslöschbare Spuren hinterlassen hat.
1815
Am 2. August 1815 wurde Adolf Friedrich von Schack in Schwerin als Sohn eines angesehen und wohlhabenden Juristen geboren, der zum Gesandten der beiden Großherzogtürmer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz berufen wurde. Schack studierte Jura. Seine eigentliche Leidenschaft galt der Literatur und den Sprachen. Während der Schulzeit lernte er Englisch, Italienisch und Spanisch sowie Orientalische Sprachen, zunächst das Persische, später dazu noch Sanskrit und Arabisch.
“Der Türmer” – bemerkenswert auf diesem Gemälde von Edward Jakob von Steinle sind die Stoffe und die malerisch sehr gelungenen Puffärmel. Der Türmer ist als Wächter verantwortlich für die Sicherheit der Stadt und für die Warnung vor drohenden Gefahren. Das Horn deutet auf diese Aufgabe hin.
Zum Sehen geboren,
Zum Schauen bestellt.
Dem Thurme geschworen
Gefällt mir die Welt.
Ich blick’ in die Ferne,
Ich seh’ in der Näh’,
Den Mond und die Sterne.
Den Wald und das Reh.
Ihr glücklichen Augen
Was je ihr gesehn,
Es sey wie es wolle,
Es war doch so schön!
Johann Wolfgang von Goethe, Lied des Türmers Lynceus aus Faust, der Tragödie Zweiter Teil (1834)
Ab 1835 unternahm Schack mehrere längere Reisen in die Schweiz, Südfrankreich, Italien, in die Provence und in die Pyrenäen und begann, sich für Malerei zu interessieren. Er tritt in den preußischen Staatsdienst ein und reist nach Sizilien , besteigt den Ätna, reist nach Griechenland und hält sich für einige Wochen in Athen auf, bereist das griechische Festland, den Peloponnes, Konstantinopel und Ägypten, reist in den Nahe Osten und nach Jerusalem, Damaskus, Beirut, Malta und Gibraltar und sieht zum ersten Mal Granada und Cordoba.
“Kronprinz Ludwig in der Spanischen Weinschänke zu Rom“
Kronprinz Ludwig winkt den Wirt Don Raffaele d’Amglada in einer spanischen Weinschänke herbei und verlangt mehr Wein zum Abschied von Architekt Leo von Klenze von Rom – malerisch ist diese herrlich ungezwungene Szene im Auftrag des Kronprinzen festgehalten von Franz Ludwig Catel, der am unteren Ende des Tisches Skizzen macht.
Später gings nach Paris, wo er am Hof des Bürgerkönigs Louis Philipp verkehre sowie weiter nach London. Schack verehrte die Dichter seines Jahrhunderts wie Goethe und Byron, Victor Hugo und lernte die Kopiensammlungen anderer Mäzene kennen. Er durchquert Sizilien auf einem Maultier, verbringt einige Zeit am Hofe des Sultans in Konstantinopel, lernt die Literatur des Orients kennen und zu übersetzen, besichtigt den Geburtsort Shakespeares (Stratford- upon-Avon) und durchwanderte das schottische Hochland. In Athen kommt es zu einer Begegnung mit dem Königspaar Otto und Amalie, und er erlebt in Palästina und Ägypten die Pharaonischen Bauten in Theben. Für eine längere Zeit lebt er in Spanien, wo ihn vor allem die Überreste der maurischen Kunst und Kultur interessieren – Orient und Okzident. Er lässt sich bei Nacht in der Alhambra einschließen und genießt die romantische Stimmung.
“Odysseus nimmt Abschied von Kalypso” von Friedrich Preller d. Ä.
Das Gemälde bezieht sich auf eine Begebenheit, die im Epos der Leukothea-Szene unmittelbar vorausgeht. Odysseus ist nach einem Schiffbruch als einzigr Überlebender auf der Insel Ogygia gestrandet. Die Nymphe Kalypso hält ihn sieben Jahre dort fest, bevor er schließlich die Heimfahrt nach Ithaka fortsetzen kann. Das smaragdgrüne Meer mit sanfter Brandung und der leicht bewölkte Himmel verleihen der Szene den Anschein eines Idylls. Im Vordergrund, nahe dem Kiel des zerstörten Schiffes, sitzt der Held grübelnd auf einem Stein, den Kopf aufgestützt und auf das Meer blickend. Die Nymphe Kalypso erscheint und verkündet, dass sie ihn nach Weisung der Götter nun ziehen lassen wird.
In München wird Schack Mitglied des Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst, lebt unweit der Propyläen in einem Anwesen in der Brienner Straße und umgibt sich mit einem Kreis von Wissenschaftlern und Schriftstellern, dem Chemiker Justus von Liebig und dem Dichter Paul Heyse.
1853 wird die Neue Pinakothek eröffnet. Der Glaspalast bietet eine großartige Plattform für öffentliche Ausstellungen. Mit Franz von Lenbach beginnt Graf Schack den Aufbau einer Sammlung von Altmeisterkopien; Lenbach reiste auf Kosten des Grafen nach Italien und führte Kopien aus nach Gemälden von Tizian, Rubens, Velàzquez und Murillo.
Nach dem überraschen Tod von König Maximilian II schätzt Graf Schack dessen Sohn und Nachfolger, den Märchenkönig Ludwig II und dessen Eintreten für Richard Wagner.
“Leukothea erscheint Odysseus im Sturm” von Fridrich Preller d. Ä.
Nach der Abfahrt von der Insel der Kalypso gerät Odysseus in einen heftigen Sturm, den Poseidon entfesselt hat. Leukothea, die als Gottheit des Meeres den Schiffbrüchigen beisteht, rät dem Helden, sein Floß zu verlassen und sich schwimmend an das Ufer im Land der Phäaken zu retten. Sie reicht ihm ihren Schleier, der Odysseus vor den Gefahren des Meeres schützen soll.
1866 gibt er eine Sammlung seiner Gedichte heraus. Paul Heyse charakterisierte den Dichter Schack als einen aristokratisch verwöhnten Junggesellen. Schack lernt Moritz von Schwind kennen und kauft insgesamt 25 Gemälde, u. A. das Gemälde des „Grafen von Gleichen“ und vier “Liebesbilder“ und „Reisebilder“.
“Die Hochzeitsreise” – Moritz von Schwind
Eine zweispännige Kutsche ist vorgefahren, in der bereits eine junge Frau Platz genommen hat. Der nicht mehr ganz junge, in einen grauen Reiseanzug mit Hut gekleidete Bräutigam steigt hinzu. Die Farbigkeit des kleinen Bildes schafft die Stimmung eines sommerlichen Feiertags. Moritz von Schwind gestaltet in diesem Gemälde Erinnerungen an die eigene Hochzeitsreise – im Bräutigam ist unschwer Schwind selbst zu erkennen. Es ist ein Hauptwerk innerhalb der vom Maler selbst so genannten “Reisebilder”.
1874 legt Schack in seinem Testament fest, dass die Gemäldesammlung nach seinem Tod in das Eigentum des deutschen Kaisers übergehen, aber auf Dauer in München und für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben soll.
Am 22. August 1876 erhebt Kaiser Wilhelm II Schack in den preußischen Grafenstand. Trotz eines Augenleidens veröffentlicht Schack das Buch „Meine Gemäldesammlung“ und veröffentlicht 1888 sein autobiographisches Werk „Ein halbes Jahrhundert“. Die Lebenserinnerungen gehören heute noch zu den lesenswerten Veröffentlichungen Schacks. 1894 stirbt Graf Schack im Alter von 79 Jahren in Rom an Herzversagen. Sein Leichnam wird nach Schwerin überführt und in der Familiengruft bei Schwerin beigesetzt.
“Im Walde (Des Knaben Wunderhorn)” von Moritz von Schwind
Eine mächtige Eiche beherrscht das Bild. Ihr zu Füßen liegt ein junger Mann und bläst in ein Horn. Schwind zeigt hier das Erleben der Natur in der Einsamkeit des Waldes, angeregt von deutschen Liedern und Gedichten.
Ein Portrait von Johann Wolfgang von Goethe, im Auftrag von König Ludwig I. von Joseph Karl Stieler gemalt, der für den König auch die Schönheiten-Galerie in Schloss Nymphenburg gemalt hat. Dieses Portrait hängt leihweise in der Galerie Schack, solange die Neue Pinakothek renoviert und saniert wird. Stieler war extra nach Weimar gereist, um den großartigen Dichter und Denker Wolfgang von Goethe zu portraitieren. Goethe, in einen etwas zu engen Morgenrock gekleidet, hält einen Brief in der rechten Hand, unterzeichnet mit “Ludwig”. In diesem Brief schickt der bayerische König Ludwig I. ein eigenes Gedicht an Deutschlands Universalgenie der deutschen Litratur, der als Dichter, Naturwisschenschaftler und Staatsmann wirkte und der die Weimarer Klassik mit Werken wie “Werther” und “Faust” geprägt hat. Bekannte Zitate:
“Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein”
“Willst du immer weiter so schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah”
Es sind nicht die Jahre deines Lebens, die zählen. Was zählt, ist das Leben innerhalb dieser Jahre”.
„Die Sage von Pippin und Bertha“ – von Leopold Bode
Das Motiv entstammt der Sage um die Herkunft und Geburt Kaiser Karls des Großen. Die Grafentochter und spätere Königin Bertha war die Gemahlin König Pippins des Jüngeren. Der Sage nach hatte sie zwei ungleich große Füße. König Pippin hatte seinen Marschall mit Gefolge an den Hof des Herzogs von Schwaben gesandt, um für ihn um die Hand von dessen Tochter Bertha zu werben. Nun traf es sich, dass die Prinzessin der Tochter des Marshall sehr ähnlich war; so geriet dieser auf den Gedanken, die erstere beiseite zu schaffen und die letztere in die Arme des Königs zu führen. Er gab seinen Dienern den Befehl, Bertha in einem Wald umzubringen. Bertha, im Wald von einem Wolf bedroht, wurde von einem Engel gerettet und entging wunderbar dem Tod. Ein Müller im Mühltal bei Starnberg hat Bertha gastlich aufgenommen. König Pippin, der sich inzwischen arglos mit der Tochter des Marshall vermählt hatte, gelangte später auf einem Jagdausflug in die Mühle, erkannte hier die für ihn bestimmt gewesene Prinzessin an ihrem großen Fuß und entdeckte den ganzen Betrug. Gerade als er die wahre Königin in sein Land heimführen wollte, musste er in den Krieg. Er lässt Bertha in der ihr liebgewordenen Reismühle bei ihren Rettern. Nach dem Feldzug kehrt er zurück. Bertha tritt ihm mit einem Knaben entgegen, den sie ihm geschenkt hat, dem späteren „Karl dem Großen“.
Barbara Schöne, Stadträtin a. D., Offizielle Gästeführerin von München in Deutsch, Englisch und Französisch seit einem halben Jahrhundert
Franz Marc Museum (Kochelsee) und das „Russenhaus“ (Murnau)
Wassily Kandinsky kam um 1900 von Moskau nach München. Hier gründete er seine eigene Malschule, nachdem er mit der Malweise von Franz von Stuck und dem Jugendstil nicht einverstanden war. Seine berühmteste Schülerin wurde Gabriele Münter. Zu diesem Künstlerpaar gesellte sich später das russische Künstlerpaar Alexei von Jawlensky mit Marianne von Werefkin.
Nachdem sich diese Maler mit der Neuen Künstlervereinigung überworfen und eine eigene Ausstellung organisiert hatten, war auch der Tiermaler Franz Marc dabei. So entstanden später das “Russenhaus” und das sehr sehenswerte Franz Marc Museum am Kochelsee.
Im “Russenhaus”, das Gabriele Münter gekauft hatte, bemalte ihr Lebensgefährte Wassily Kandinsky bis zu Beginn des 1. Weltkriegs nicht nur das Treppengeländer aus Holz sondern auch das Mobiliar und Interieur.
Franz Marc malte fast ausschließlich Tiere wie den Mandrill, den Tiger, Rehe im Wald, Füchse, Kämpfende Formen, die gelbe Kuh und sein weltberühmtes Bild Blaues Pferd.
Die Städtische Lenbachgalerie in München ist in der ganzen Kunstwelt bekannt, seit 2013 der spektakuläre Anbau fertiggestellt wurde. Der britische Starachitekt Sir Norman Foster kreierte den ungewöhnlichen Anbau, um die kostbare und einzigartige Kunstsammlung des “Blauen Reiters” großzügig präsentieren zu können. Die Baukosten betrugen circa 56,5 Millionen EUR für die Stadt München.
Gezeigt werden Werke der Pionere der abstrakten Kunst, allen voran von Wassily Kandinsky (seine Frühwerke bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs). Sehenswert ist die Tiermalerei von Franz Marc. Weitere Künstler sind Paul Klee, Gabriele Münter und Alexej v. Jawlensky mit seinem Portrait des Tänzers “Alexander Sacharov” von 1909.
Einzigartig und weltweit viel kopiert ist das “Blaue Pferd” von Franz Marc von 1911.
Als architektonisches Glanzstück reiht sich das Museum Brandhorst äußerst elegant in das Ensemble des Münchner Kunstareals ein: schon von außen ein echter Hingucker – mit polychromer Fassade, die den Museumsbau je nach Blickwinkel immer wieder anders aussehen lässt. Im Inneren des Museums erwarten uns auf insgesamt drei Ebenen die Werke ausgewählter Künstler des 20. Jahrhunderts sowie der Gegenwartkunst. Alle hier ausgestellten Exponate gehören zur Sammlung des Ehepaares Brandhorst. Herausragende Künstler wie u. a. Cy Twombly, Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Franz West und Damien Hirst.
As an architectural “pièce de résistence”, the Brandhorst Museum takes its place very elegantly in the ensemble of the Munich art scene. It is already a real eyecatcher from the outside with a polychromatic facade that lets the museum building appear differently, depending on the perspective. In the interior, we can enjoy the works of selected 20th century artists as well as contemporary art on a total of three floors. All the pieces exhibited here belong to the collection of Mr. Udo and Mrs. Brandhorst, including prominent artists such as Cy Twombly, Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Franz West, Damien Hirst.
Die Pinakothek der Moderne
Die Pinakothek der Moderne
Die Pinakothek der Moderne vereint auf 12.000 m² Fläche vier voneinander unabhängige Museen unter einem Dach: Die Sammlung Moderne Kunst mit allen Richtungen der klassischen Moderne und ihren Protagonisten. Die Staatliche Graphische Sammlung mit einem Bestand, der vom 15. Jahrhundert bis zur Moderne reicht. Die Neue Sammlung, die weltweit als erstes Designmuseum gilt. Das Architekturmuseum mit einer Vielzahl an Zeichnungen und Modellen.
Die Münchner Pinakothek der Moderne hat sich 2019 eine Rund-um-Auffrischung verpasst. Man wollte das Haus mit seinen vier Museen (Kunst, Grafik, Design, Architektur) mit einer „Strahlkraft“ versehen, die das Gemeinschaftliche kräftig ausleuchtet. Für den Besucher zählen prickelnde Ausstellungen und Dauerpräsentationen, bei denen man die Heldinnen und Helden des Pinsels und der modernen Kunst zuverlässig ausfindig macht. Beispiel: die “Reise nach Jerusalem”
Bequeme Sitzmöglichkeiten
Die Sammlung Moderne Kunst trumpft mit einem Knüller auf. Anish Kapoor konnte für eine Installation gewonnen werden. Mithilfe des Freundeskreises PIN ist tatsächlich ein verblüffend runder Schaffensrückblick inklusive eines Pointen reichen Biografie-Films gelungen.
Im Bereich Design hat der Münchner Professor Sami Haddadin, Experte für Künstliche Intelligenz und Robotik, die Paternoster-Halle für die Schau “Kl. Robotic Design“ ausgestattet.
Das Architekturmuseum der TU München startet ab 19. März mit „Design-Build“ in die Saison. Das ist mittlerweile eine sehr beliebte Lehrmethode. Studenten der TU entwickeln gerade einen Pavillon, in dem Kunstvermittlung stattfinden soll.
Bei der Grafik wird der Nürnberger Maler Karl Horst Hödicke eine umfassende Retrospektive ausrichten. Er steht allzu sehr im Schatten von Baselitz.
Hochspannend klingt außerdem das Projekt, aktuelle Künstler mit Max Beckmann zu konfrontieren. Für „Max Beckmann / Omer Fast – What can you see“ hat Fast einen Film gedreht, der ab 8. Oktober zu sehen sein wird.
State Gallery of Modern Art
The “Pinakothek der Moderne” (State Gallery of Modern Art) unifies four independent museums under one roof on an surface of 12.000 m². First it is the collection of modern art devoted almost exclusively to contemporary art. Next is the “Staatliche Graphische Sammlung” with a heritage of graphic art that goes from the 15th century up to modern times. Third is the New Collection. It is said to be the first design museum in the world. Last is the Museum of Architecture with a large number of sketches and models.
The “Pinakothek der Moderne” is considered to be the world’s largest museums of 20th and 21st century art. Covering more than 12.000 square meters, the collection of modern art displays permanent collections of paintings, sculptures, photographs and new media. The “Neue Sammlung” showcases present first-rate design and applied arts. The architecture museum of the “Technical University of Munich” and the state owned “Staatliche Graphische Sammlung” perform changing exhibitions.
The spacious and transparent building designed by Stephan Braunfels invites us to discover links between the exhibits and thus gain new and surprising insights. Temporary exhibitions and events complete the multidisciplinary program.
Together with the other museums in the district, the Pinakothek of Modern Art forms a unique ensemble showcasing over two thousand years of western culture.
Franz Marc – Rehe in der Pinakothek der Moderne
Salvador Dali – “Das Rätsel der Begierde”
Franz Marc – “Tirol”
August Macke – “Mädchen unter Bäumen
Franz Marc – “Kämpfende Formen”
Wassily Kandinsky – “Träumerische Improvisation”
Wassily Kandinsky
Franz Marc – “Der Mandrill”
Ernst Ludwig Kirchner “Dodo”
Ernst Ludwig Kirchner – “Zirkus”
Emil Nolde – “Tanz um das goldene Kalb”
Was den Münchnern ihr “Blauer Reiter”, ist den Berlinern die “Brücke”. Beide Künstlergruppierungen läuten die Moderne ein, beide liefern den Übergang vom Konkreten ins Abstrakte. Die Farbe flutet die Welt. Im nächsten Bild zeige ich Ihnen Erich Heckels “Liegendes Mädchen” (Akt auf Sofa von 1909). Der Künstler malt das Mädchen mit schnellen, leichten Pinselstrichen und dazu mit viel Licht, Leben und trotz legerer Haltung die typische Vitalität der Jugend. Übrigens: Dass es bei dem Mädchen aussieht wie bei Hempels unterm Sofa, war ein Affront fürs korrekte wilhelminische Kaiserreich. Gleichzeitig ist das Bild ein Statement der “jungen wilden” Brücke-Maler.
Erick Heckel – “Liegendes Mädchen”
Ernst Ludwig Kirchner – Bildnis “Dodo”
Henri Matisse – “Stilleben mit Geranien”
Ernst Ludwig Kirchner – “Spielende nackte Menschen”
Erich Heckel – “Gläserner Tag”
Robert Delaunay – “Die Manschaft von Cardiff”
Pablo Picasso – “Sitzende Frau”
Pablo Picasso – “Madame Soler”
Max Beckmann – Selbstpotrait
Max Beckmann – “Versuchung des heiligen Antonius”
Ein Jahrhundert-Ankauf durch die Pinakothek der Moderne (2024)
Eine Sensation: die Sammlung Moderne Kunst präsentiert Neuerwerbung „Femme au violon“ von Pablo Picasso (1911)
Picassos „Femme auf violon“ ist ein Schlüsselwerk des Kubismus, für die Kunstgeschichte nicht zu überschätzen. Und entsprechend hoch bewertet: Öl auf Leinwand, 92 mal 65 Zentimeter groß. Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Bernhard Maaz stellt diese sensationelle Investition in die Zukunft vor und erwähnt auch das moderne Mäzenatentum:
Freistaat Bayern, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, die Würth-Gruppe, die Ernst von Siemens-Kunststiftung und Einzelförderer Fritz Schäfer (Schweinfurt) haben gemeinsam die finanziellen Mittel aufgebracht.
Im Saal 29 der Pinakothek der Moderne wurde ein Zimmer wie aus dem Kubismus-Lehrbuch eingerichtet. Der Kubismus hat bereits vor dem Ersten Weltkrieg in München eine Sternstunde erlebt – auch dank eines Mannes, dessen Porträt ebenfalls im Raum 29 hängt: der Galerist Heinrich Thannhauser (1859-1934) organisierte im Februar 1913 in seiner “Modernen Galerie“ in der Theatinerstrasse 7 die weltweit erste Picasso-Retrospektive. Dort, wo sich heute die Trambahn nach den FÜNF HÖFEN um die Kurve schlängelt, wurden insgesamt 114 Werke des spanischen Künstlers ausgestellt. Pablo Picasso war gerade mal 31 Jahre alt. Unter diesen Werken war auch die „Frau mit Violine“ – die heute so viel wert ist wie damals alle Werke zusammen.
Damals wie heute ist der Kubismus ein Formenzauberer; zum Enträtseln bedarf es viel Fantasie. Im Saal 29 ist die „Frau mit Violine“ umgeben von weiteren musizierenden Damen wie George Braques „Frau mit Mandoline“ (1910). Zitat der Kultusministerin: „Bei manchen Dingen können wir es uns nicht leisten, sie uns nicht zu leisten“.
Joseph Beuys – Das Ende des 20. Jahrhunderts
Andy Warhol: Joseph Beuys (Documenta Kassel)
Ernst Ludwig Kirchner – Self portrait as a sick man (Selbstbildnis als Kranker)
Alexej von Jawlensky
Andy Warhol – Self-Portrait
Andy Warhol – Aids/Jeep/Bicycle
Barbara Schoene, official tour guide of Munich in German, English and French
In unmittelbarer Nachbarschaft zu den drei Pinakotheken hat der Freistaat Bayern das Brandhorst-Museum gebaut.
Next door to the Modern Art Museum “Pinakothek der Moderne ” you will find more most interesting modern art in the BRANDHORST MUSEUM
Die polychrome Fassade des Museumsbaus
Als architektonisches Glanzstück reiht sich das Museum Brandhorst äußerst elegant in das Ensemble des Münchner Kunstareals ein: schon von außen ein echter Hingucker – mit polychromer Fassade, die den Museumsbau je nach Blickwinkel immer wieder anders aussehen lässt – erwarten uns im Inneren des Museums auf insgesamt drei Ebenen die Werke ausgewählter Künstler des 20. Jahrhunderts sowie der Gegenwartkunst. Alle hier ausgestellten Exponate gehören zur Sammlung des Ehepaares Brandhorst. Herausragende Künstler wie u. a. Cy Twombly, Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Franz West und Damien Hirst.
As an architectural “pièce de résistence”, the Brandhorst Museum takes its place very elegantly in the ensemble of the Munich art scene. It is already a real eyecatcher from the outside with a polychromatic facade, that lets the museum building appear differently, depending on the perspective. In the interior, we can enjoy the works of selected 20th century artists as well as contemporary art on three floors. All the pieces exhibited here belong to the collection of Mr. Udo and Mrs. Brandhorst, including prominent artists such as Cy Twombly, Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Franz West and Damien Hirst.
Die Münchner Kunstszene um 1900 – ein Rundgang durch die Pioniere der abstrakten Malerei
Als Ironie des Schicksals kann man es bezeichnen, dass heute die weltgrößte Sammlung der Kunstbewegung “Der Blaue Reiter” ausgerechnet in der Villa des im 19. Jahrhundert weltberühmten Malerfürst Franz von Lenbach beheimatet ist. DIE Instanz in München für Kunst, das Oberhaupt der Künstlervereinigung Allotria, hatte nämlich die avantgardistischen Maler des “Blauen Reiter” aus der Vereinigung hinausgeekelt.
Eine weltweit einzigartige Sammlung – ein Must-See für Kunstliebhaber.
Die Idee zu diesem Namen entstand laut Wassílí Kandinsky so: “Den ‘Blauen Reiter’ erfanden wir am Kaffeetisch in der Gartenlaube in Sindelsdorf. Beide liebten wir Blau. Franz Marc die Pferde, ich die Reiter. So kam der Name von selbst.” Der Wille aus der Konventionen auszubrechen war die treibende Kraft der expressionistischen Maler. “Nicht die Form, die Materie, ist das Wichtigste, sondern der Inhalt, der Geist.” so Kandinky weiter.
In ihrer Formensprache verabschiedeten sich die Künstler vom Realismus und malten expressiv in kräftigen Farbtönen und zunehmend abstrakt. Damals sorgten die Gemälde für heftige Reaktionen und Diskussionen, denn die zumeist konservativen Besucher waren derart moderne Kunst nicht gewohnt und machten das auch deutlich: Sie spuckten auf die Bilder oder zerkratzen ihre Rahmen. Waren das die Vorläufer der „Klima-Kleber“?
Heute ist das Lenbachhaus eines der meistbesuchten Museen Münchens. Der wegen der überbordenden Anzahl an Besuchern notwendig gewordene Anbau wurde vom britischen Star-Architekt Sir Norman Foster realisiert und 2013 fertiggestellt. Die goldene “Schatulle” ist jetzt Heimat der Gabriele Münter-Schenkung, eine der aufregendsten Sammlungen der Kunstrevolutionäre und Pioniere der modernen Malerei. Mehr als 300 Werke von Wassili Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc, Alexej Jawlensky, Marianne Werefkin, Paul Klee… sind heute dort ausgestellt.
Die Künstlergruppe „Blauer Reiter“ fand um die Jahrhundertwende in München zusammen. Die Mitglieder zählen zu den bedeutendsten Vertretern der künstlerischen Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ihre Bilder brachen mit vielen Konventionen. Dafür gab es nicht immer nur Applaus sondern öffentlich viel Kritik.
Der „Blaue Reiter“ beschritt einen ganz neuen Weg in der Kunst: weg von der naturgetreuen Darstellung hin zu einer Beschreibung des inneren Erlebens. Die Malerinnen und Maler, die sich dieser neuen Kunstauffassung verbunden fühlten und ihre zunehmend abstrakten Bilder zunächst in München und später in ganz Europa ausstellten, waren August Macke, Gabriele Münter, Franz Marc, Marianne von Werefkin, Alexej Jawlensky, Alfred Kubin, Paul Klee, der Komponist und Maler Arnold Schönberg, Heinrich Campendonk und Robert Delaunay. Das Lenbachhaus in München besitzt die weltweit größte Sammlung zur Kunst des „Blauen Reiters“.
München zog als Kunstmetropole um die Jahrhundertwende Kunstschaffende aus aller Welt an. In den Malschulen, Ateliers und Salons in Schwabing und der Maxvorstadt begegneten sich die Mitglieder des „Blauen Reiters“ wie die beiden Malerpaare Jawlensky und Werefkin sowie Kandinsky und Münter, hier wurden Kandinsky und Marc Freunde, hier schlossen sich Macke und Klee der Künstlergruppe an. Und Sponsoren wie Bankiers und Verleger waren begeisterte Gäste in den Salons, die insbesondere Marianne von Werefkin veranstaltete.
Bei gemeinsamen Ausflügen und gegenseitigen Besuchen entdeckten die Künstler die Landschaft rund um Murnau und das bayerische Alpenvorland für sich. Kandinsky und Münter bezogen eine Villa in Murnau, in der Münter bis zu ihrem Lebensende 1962 lebte und die noch heute besichtigt werden kann.
Die ländliche Gegend inspirierte die Gruppe zu ganz eigenen Ausdrucksformen. Auch der Name „Blauer Reiter“ ist – wie gesagt – bei einem der zahlreichen Aufenthalte im Oberland entstanden. In Kandinskys Aufzeichnungen findet sich dazu folgender Eintrag: „Den ‘Blauen Reiter’ erfanden wir am Kaffeetisch, in der Gartenlaube in Sindelsdorf; beide liebten wir Blau. Franz Marc die Pferde, ich die Reiter. So kam der Name von selbst. (…).“
Die beiden Ausstellungen des Blauen Reiters in München in den Jahren 1911 und 1912 waren keine Publikumserfolge. Die Gäste hatten damals wenig Verständnis für Kandinskys Improvisationen oder Marcs bunte Tiergestalten. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs löste sich die Gruppe auf: Macke und Mark fielen 1916 an der Front, Kandinsky musste als russischer Staatsbürger in seine Heimat zurückkehren.
Gabriele Münter ist es zu verdanken, dass viele Bilder aus dieser aufregenden künstlerischen Epoche als Zeugnisse der Klassischen Moderne bis heute erhalten sind. 1957, zu ihrem 80. Geburtstag, vermachte sie der Städtischen Galerie im Lenbachhaus eigene Bilder und solche ihrer Künstlerfreunde, insgesamt über 1.000 Werke. Darunter befanden sich zahlreiche Meisterwerke von Kandinsky, die sie über den Zweiten Weltkrieg gerettet hatte. 1965 kamen durch eine weitere Schenkung Gemälde von August Macke und Franz Marc dazu.
Außer im Lenbachhaus sind Bilder des Blauen Reiters auch unweit von München im Schlossmuseum in Murnau, im Franz Marc Museum in Kochel am See und im Museum Penzberg zu sehen.
Farben! Farben! Farben!
Das Leuchten von Werken wie Wassily Kandinskys “Impression III (Konzert)” oder Franz Marcs “Kühe, rot, grün, gelb” von 1911 sind sehr eindrucksvoll. Ein Besuch des Lenbachhauses mit mir als Ihre Museumsführerin ist m. E. für jeden Münchner wie auch für jeden kunstinteressierten Touristen ein absolutes MUSS. Die Münchner lieben das reichhaltige Oeuvre der Künstlergruppe “Blauer Reiter” rund um Kandinsky, Münter & Co. Und ganz besonders die Werke von Franz Marc (1880 – 1916), der mit seinen Tierbildern Kunstgeschichte geschrieben hat.
Um 1900 war Schwabing ein Eldorado der Avantgarde. In der Ainmillerstrasse und rund um die Friedrichstraße lebten und wirkten auch die Mitglieder der Künstlergruppe „Der Blauer Reiter“. Sie verliehen ihren Emotionen mit neuen Farben und Formen Ausdruck. Sie zeichneten sich durch eine Reduktion auf geometrische Formen und Farben aus. Das war neu. Das war revolutionär.
Der im Mai 2013 fertiggestellte und in Messing verkleidete Neubau des Lenbachhauses ist ein architektonisches Highlight und bietet Besuchern Münchner Malerei des 19. Jahrhunderts. Dazu kommt der spannende Parcours durch die einmaligen Meisterwerke der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“.
Das Lenbachhaus besitzt die weltweit größte Sammlung zur Kunst des “Blauen Reiters”, einer der bedeutendsten Künstlergruppen der Klassischen Moderne. Die Pioniere der abstrakten Kunst waren Wassily Kandinsky, Tiermaler Franz Marc, Gabriele Münter, Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin. Dieser Künstlerkreis entwickelte eine abstrahierende Formensprache. Unter dem verbindenden Glauben an eine “geistige” Dimension der Kunst bot diese Künstlergruppe verschiedenen formalen Ausdrucksmöglichkeiten Raum. Liebend gerne führe ich Sie durch diese weltberühmte Sammlung faszinierender Gemälde, Hinterglasmalerei und Skulpturen.
Mein Ausstellungsrundgang führt von den Anfängen früher Ölstudien Kandinskys und Münters zu den Murnauer Landschaftsbildern. Absolute Highlights sind die ikonisch farbstarken Gemälden wie “Blaues Pferd I” und “Der Tiger” von Franz Marc. Extra für die Ausstellung des „Blauen Reiters“ wurde ein neuer, spektakulärer Museumbau vom britischen Stararchitekt Sir Norman Foster in der direkten Nachbarschaft zum Königsplatz errichtet und 2013 eröffnet (Baukosten 56,5 Mio. EUR).
Der Münchner Tiermaler Franz Marc malte den Tiger in einem Gebüsch. Beim Betrachten spüren wir unmittelbar die explosive Energie der Raubkatze.
Der gebürtige Münchner Franz Marc hat den Tiger im Jahr 1912 gemalt. Das Tier kauert im Gebüsch und verschmilzt mit seiner Umgebung. Dort wirkt der Tiger weder besonders aggressiv noch bedrohlich, doch man spürt seine explosive Energie in jedem Pinselstrich und den kubistischen Formen.
Während meiner Führung erfahren Sie viel Wissenswertes zu den Orten, wo die Künstlergruppe unter Wassily Kandinsky und seine Weggefährten lebten und ihre farbenfrohe Werke schufen, die wir im Lenbachhaus bewundern. Die Ausstellung zeigt die Meisterwerke der Pioniere der abstrakten Kunst bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914.
Die Städtische Galerie im Lenbachhaut zeigt zudem Bilder und Skulpturen aus der Zeit zwischen beiden Weltkriegen.
Lenbach House – The Blue Rider
The Lenbachhaus was built for the “painter prince” Franz von Lenbach in the 19th century. Today it houses paintings, sculptures of classical modern and contemporary art.
The „Lenbachhaus” reopened in May 2013 with its new building cladded in brass. The architect was the British star architect Sir Norman Foster (costs for the new part were roughly 56,5 million Euros). This art gallery is an architectural highlight and offers masterpieces of Munich artists at the beginning of the 20th century. In addition, there are different temporary exhibitions.
The Lenbachhaus is most famous for the large collection of paintings done by the expressionist community “Der Blaue Reiter” (“The Blue Rider“), which is unique in the world. The Blue Rider collection includes works of Wassily Kandinsky,Franz Marc, August Macke, Alexey von Jawlensky, Paul Klee, Alfred Kubin, Marianne von Werefkin and Gabriele Münter.
As this world famous collection is one of my favourite highlights I would be very pleased to take you around as your official tour guide of Munich.
Barbara Schoene, your tour guide in Munich
Gabriele Münter portraitierte Alexej von Jawlensky
Die aufregende und vor allem aufreibende Liebesgeschichte zwischen Kandinsky und Münter wird verfilmt
Das Künstlerpaar mit feschen Kleidern um 1906
Es ist eine toxische Liebesgeschichte. Gabriele Münter hat Wassily Kandinsky geliebt, zusammen haben sie die Welt bereits, in Murnau unvergessliche Sommer erlebt, auch mit Franz Marc und August Macke, mit denen sie die legendäre Gruppe “Der Blaue Reiseter” gründeten. Doch Kandinsky wendete sich ab von Gabriele, als der Erste Weltkrieg ausbricht, flüchtet er in die Schweiz und später nach Moskau.
Gabriele Mnter wird ihn nie wiedersehen. Kandinsky heiratet eine 30 Jahre jüngere Russin namens Nina. Gabriele Münter droht an ihrer Verbitterung zu zerbrechen. Während der schlimmen Kriegsjahre hat sie alle Frühwerke Kandinskys versteckt und gehütet wie ihr persönliches Eigentum. Als nach dem Krieg der Brief eines Rechtsanwaltes bei ihr eintraf, sie möge alle Werke von Herrn Wassily Kandinsky herausgeben, soll sie zurückgeschrieben haben: “Herr Kandinsky möge selber kommen”. Als verheirateter Mann hat sich Kandinsky das wohl nicht getraut, denn er hatte Gabriele Münter die Ehe versprochen. Die Courage der unglücklichen Künstlerin und einst Kandinsky’s erste Schülerin ist ein GLÜCKSFALL für München: so sind alle Frühwerke des Pioniers der abstrakten Malerei in München geblieben und wurden von Gabriele Münter der Stadt München zu ihrem 80sten Geburtstag vermacht und können im Lenbachhaus besichtigt werden.
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