Die Sammlung Schack (bis 2009 Schack-Galerie) ist Teil meiner Themenrundgänge. Die Schack-Galerie ist bekannt für ihren „Armen Poet“ des Münchner Malers Carl Spitzweg. Ähnlich wie sein Kollege aus dem Norden, Wilhelm Busch, ist Spitzweg ein Satiriker mit spitzem Pinsel. Er malt den armen Poet in einer Dachkammer in seinem Bett unter dem undichten Dach (der Regenschirm ist kein Luxus). Der Ofen ist schäbig und verrußt. Der Mantel am Nagel an der Wand scheint den armen Dichter anzustarren und ist neben dem alten Stiefel das einzige Kleidungsstück. Dem armen Poet ist dies alles egal. Versunken feilt er an einem neuen Werk: die Feder hat er im Mund und seine Finger scheinen den Rhythmus und Schliff vorzugeben. Diese Dichterfigur berührt unsere Herzen. Wenn wir genug Fantasie und Poesie haben, dann sehen wir: Das ist das wahre Leben, es spielt sich im Inneren ab.

Der „Arme Poet“ ist eine messerscharfe Kritik an einer Zeit, in der viele Künstler von ihrem Werk nicht leben können. Aber ist das nicht immer so?

Umfachreiche Sammlung deutscher Künstler

Mit rund 180 Gemälden deutscher Künstler gilt die Sammlung Schack als eines der bedeutendsten Museen für deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts. Darunter befindet sich bekannte Werke von Arnold Böcklin, Moritz von Schwind, Franz von Lenbach, Hans von Marées und Anselm Feuerbach. Die Sammlung entstand durch das Wirken des Sammlers und Kunstförderers Graf Adolf Friedrich von Schack (1815-1894) und ist seit seinem Tod in ihrer Zusammenstellung unverändert geblieben. So enthält sie vor allem Historienbilder und Landschaften, aber nur wenige Beispiele der damals beliebten Genremalerei. Carl Spitzweg’s Armer Poet sowie Franz von Lenbach’s Hirtenknabe haben deshalb eine Sonderstellung in der Schack-Galerie.

Hirtenknabe
„Hirtenknabe“ von Franz von Lenbach

Die Landschaftsbilder in der Schack-Galerie fangen die Mittelmeerländer visuell ein: Italien, Griechenland und nicht zuletzt Spanien, die der Graf von seinen ausgedehnten Reisen dorthin sehr gut kannte, mehr als die meisten seiner Zeitgenossen. Neben Werken deutscher Künstler jener Zeit sammelte Graf Schack Kopien von Meisterwerken des 16. und 17. Jahrhunderts. Das waren vor allem venezianische Künstler wie von Giorgione und Tizian über Tintoretto bis hin zu Veronese. Die Sammlung Schack stellt damit nicht nur eine wichtige Dokumentation des Kunstsammelns in Deutschland dar, sondern ist zugleich ein einzigartiges Museum der Spätromantik. Sie gewährt den Besuchern Einblicke in die damit verbundenen Sehnsüchte und Träume sowie in die von Reisen, Literatur, Mythen und Idealen geprägte Bilderwelt dieser Epoche.

Die Sammlung Schack befindet sich an der Prinzregentenstraße. Die ist eine der städtebaulich bedeutendsten Prachtstraßen Münchens. Eine weitere Prachtstraße München, die Brienner Straße, können Sie im Rahmen anderer Themenrundgänge besichtigen können.

Die Sammlung Schack ist gut kombinierbar mit einem der anderen Themenrundgänge.