Das Neue Rathaus mit seiner neugotischen Fassade steht auf der Nordseite des Marienplaztes. Das Rathaus hat einen 85 m hohen Turm, der ebenfalls besichtigt werden kann.
Im Neuen Rathaus wird Münchner Politik gemacht –
und vom Meisterbalkon grüßt der FC Bayern bei Meisterfeiern seine Fans
In meiner Eigenschaft als offizielle Gästeführerin von München seit über 40 Jahren und in meiner ehemaligen Funktion als Mitglied des Ehrenamtlichen Stadtrats führe ich Gäste durch die “Heiligen Hallen” im Neuen Rathaus. Die Münchner und Münchnerinnen, jedoch auch Touristen, haben ein immer ausgeprägteres Interesse an Rathausführungen.
Prunkhof im Neuen Rathaus
Bleiverglastes Fenster im Treppenhaus mit Dorfansicht von Bogenhausen und einem Pferdefuhrwerk
In den beiden Sitzungssälen geht es um das politische Zeitgeschehen. Gerne erkläre ich den Unterschied zwischen einem Ehrenamtlichen Stadtrat und einem Berufsmäßigen Stadtrat. Wir verweilen im Großen Sitzungssaal. Dort besprechen wir Pilotys Mammut-Gemälde. Der geniale Carl Theodor von Piloty war einer der renommiertesten Historienmaler des 19. Jahrhunderts. Es ist ihm gelungen, Münchner Persönlichkeiten aus 500 Jahre auf die Leinwand zu zaubern.
Der Große Sitzungssaal mit der Bestuhlung für 80 Mitglieder des Ehrenamtlichen Stadtrats wird dominiert vom farbenfrohen Gemälde des Meisters der Historienmalerei des 19. Jahrhundert – Carl von Piloty
Weiter geht es auf meiner Führung durch das Weißwurtzimmer in den Kleinen Sitzungssaal mit wunderschönem Interieur. Das ist der dekorativste Sitzungssaal im Neuen Rathaus und dient Empfängen oder Ausschusssitzungen über Kultur und Wirtschaft.
Ebenfalls einen Besuch wert ist die Juristischen Bibliothek mit ihren einzigartigen Jugendstil-Elementen. Dieser Lesesaal blieb vom Bombenhagel des 2. Weltkriegs weitgehend verschont. Nur das Löschwasser hat das Deckenfresko zerstört “Die Zeit enthüllt die Wahrzeit”.
Die Juristische Bibliothek ist ein Jugendstil-Juwel und besticht durch zwei orignale Wendeltreppen, um zu den Buchgalerien zu gelangen. Im Lesesaal werden gelegentlich Lesungen veranstaltet, um ein neues Buch vorzustellen.
Eine der wichtigsten Attraktionen ist das Glockenspiel im Rathausturm. Es zieht täglich um 11 h, 12 h und im Sommer um 17 Uhr zahlreiche Schaulustige aus der ganzen Welt an. Sechs Walzen mit je vier Liedern wechseln sich monatsweise ab. Jeden Abend um 21 Uhr wird zur Musik von Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ und Johannes Brahms „Wiegenlied“ das Münchner Kindl zu Bett gebracht.
FINALE: Auf dem sogenannten “Meisterbalkon” des FC Bayern mit herrlichem Blick auf den Marienplatz dürfen rot-weiße Bayern-Schals geschwenkt werden. Dort feierte Ende Mai 2019 der FC Bayern seine 29. Deutsche Meisterschaft mit einer saftigen Weißbierdusche. 2013 ließen hier die Bayern ihren Erfolgs-Coach Jupp Heynckes für das bis dato einmalige Triple hochleben: 23.Deutsche Meisterschaft, DFB Pokal und Champions League.
Das Münchner Kindl auf dem Rathausturm
Dieses Münchner Kindl ist das größte und wahrscheinlich auch bekannteste Münchner Kindl. In seiner exponierten Lage in 85 Meter Höhe krönt dieses Wahrzeichen das Rathaus und die Innenstadt.
Vom Turm des Neues Rathaus aus kann man alle wichtigen Sehenswürdigkeiten Münchens aus der Vogelperspektive sehen. Dank des Aufzugs ist man in wenigen Sekunden oben und hat einen unvergesslichen Blick hinüber zum Alten Peter und hinunter zum Marienplatz. Bei guter Sicht sieht man sogar die mit Schnee beckten Spitzen der Alpen.
Herzlich willkommen zu meiner Rathaus-Führung mit vielen Anekdoten und G’ schichten rund um Münchens politisches Zeitgeschehen. Vollkommen überraschend wurde ich am 10. März 1996 als Mitglied des Ehrenamtlichen Stadtrats gewählt und kann aus einer Legislaturperiode von sechs Jahren berichten. Was ist die Funktion des Stadtrates? Welche Aufgaben und Pflichten hängen mit diesem Ehrenamt zusammen? Außerdem kann ich von diversen Stadtratsbeschlüssen berichten, deren Umsetzung auch heute noch Gültigkeit haben und jeder Münchner und Neu-Münchner nachvollziehen kann.
Rathaus-Führungen in Deutsch und Englisch gibt es nur nach Vorab-Reservierung.
Der Kleine Sitzungssaal ist dekoriert mit aufwendig geschnitztem Mobiliar aus Eichenholz und einem Wandgemälde. Das Bild zeigt den kunstbegeisterten König Ludwig I. und die vor ihm kniende “Monachia”. Ein großer Kamin in französischer Manier ziert den schönsten Raum im Neuen Rathaus
Der Grundstein der neuen königlichen Pinakothek wurde 1846 gelegt. König Ludwig I. plante ein Museum für „Gemälde aus diesem und aus künftigen Jahrhunderten“ und schuf damit den ersten Museumsbau für zeitgenössische Malerei. Die Neue Pinakothek wurde im Krieg zerstört, ihr Neubau 1981 wieder eröffnet und wird bis 2029 generalsaniert.
Daher sind einige ihrer Meisterwerke aktuell in der Alten Pinakothek ausgestellt. Hier eine kleine Auswahl:
ANGELIKA KAUFFMANN
Selbstporträt 1784 – eine der ganz wenigen Malerinnen des 18. Jahrh., die an einer Akademie studieren durfte, weil sie mit nur 6 Jahren als Wunderkind gilt.
ADOLF VON MENZEL
Realist. Von Menzel malt seine Schwester (1847), die neugierig aus dem Wohnzimmer herausschaut und sich denkt: „Was wohl da draußen so alles passiert?“ Das Licht einer Petroleum-Lampe auf dem Tisch erhellt die warmen Brauntöne.
GUSTAV KLIMT „Die Musik“
GUSTAV KLIMT’ s berühmtestes Gemälde
Das Porträt der intellektuellen Margaret Stonborough-Wittgenstein in einem langen weißen Samt-Moirée-Kleid mit passender Stola (1905)
ÉDOUARD MANET – “Das Boot”
Manet malt seinen Malerfreund und Kollegen Claude Monet, wie dieser auf seinem Boot auf der Seine außerhalb von Paris sitzt – neben ihm seine Frau – und malt. Das Boot war sein Atelier.
ÉDOUARD MANET – „Die Brücke von Argenteuil“
Unter der Brücke – einem drastischen Zeichen der fortschreitenden Industrialisierung – malt Manet ein schwarzes Boot auf der Seine, das seinem Malerfreund Claude Monet gehört.
ÉDOUARD MANET – „Das Frühstück im Atelier“ (1868)
Ein jugendlicher Dandy im Vordergrund (vermutlich Manets Sohn, dessen Vaterschaft umstritten war, weshalb der Vater seinen Sohn kaum in der Öffentlichkeit präsentierte). Am rechten Tischende ist ein alter Herr mit Zylinder und Zigarre zu sehen und auf dem Tischtusch liegen noch die Reste von Austern und Zitronen. Eine Frau bringt eine Kanne mit frischem Kaffee (dargestellt wie eine Dienerin, doch es könnte die Ehefrau von Manet sein).
CLAUDE MONET – „Seerosen“ (1915) – „Les Nymphéas“
Claude Monat hat in Giverny (Normandie) ein altes Bauernhaus gekauft, sich dort niedergelassen, mehrere Teiche angelegt und vielfach Seerosen angepflanzt und gemalt. Dieses Gemälde in der Neuen Pinakothek ist herrlich anzusehen, wie sich die Zweige einer Trauerweide im Wasser eines Teichs wiederspiegeln. Die Wasserfläche ist in tiefen Blautönen gemalt. Auf dem Wasser liegen verschiedene Seerosen und grüne Seerosenblätter, die Monet in Dunkellila umrandet hat.
VINCENT VAN GOGH – „Blick auf Arles mit Obstgärten“ (1889)
typisch für van Goghs die kurzen, vibrierenden Pinselstriche. Zwischen Wahn und Wunder – ein Jahr vor seinem Suizid.
VINCENT VAN GOGH – „Sonnenblumen“ (1888)
Vincent van Gogh hatte vier Zimmer im „Gelben Haus“ in Arles gemietet und richtete dort das „Atelier des Südens“ ein, wo er mit dem berühmten Paul Gaugin zusammenarbeiten wollte. Vincent van Gogh hatte das Zimmer für Paul Gaugin mit Sonnenblumen ausgemalt. Sonnenblumen stehen für die Bewahrung der Schöpfung, für positive Gefühle und sind zudem ein Symbol für Bewunderung und Freundschaft. Doch Paul Gaugin hatte eine gänzlich anderen Kunstphilosophie als der Holländer, es kam zum Bruch und Paul Gaugin wanderte nach Tahiti aus. Vincent van Gogh, damals bereits sehr depressiv, bekam eine Nervenkrise und hat sich sein linkes Ohr abgeschnitten.
PAUL GAUGIN – „Die Geburt“ (1896 auf Tahiti)
Im Hintergrund des Bildes kann man Ochs & Esel erkennen, davor eine tahitianische Frau mit einem Baby auf dem Arm (Es ist möglich, dass Paul Gaugin beim Malen dieses Bildes an Maria und das Jesuskind dachte).
AUGUSTE RODIN – „Die Kauernde“ (1880)
Die bekanntesten Plastiken von Frankreichs führendem Bildhauer sind „Der Denker“ oder „Der Kuss“ (leider nicht in der Neue Pinakothek).
Auf dem Rundgang durch die französischen Impressionisten entdeckt der Besucher Landschaften und Porträts u.a. von Paul Cézanne, Pierre Auguste Renoir oder Edgar Degas.
Die Neue Pinakothek war zu ihrer Eröffnung 1853 die erste Sammlung „moderner“ Kunst weltweit. Der Auftrag für das Gebäude sowie der Grundstock der Sammlung stammen von König Ludwig I. Knapp 400 Werke europäischer Kunst vom 18. bis 20. Jahrhundert von deutscher Romantik bis hin zum französischen Impressionismus können in der Neuen Pinakothek bewundert werden (nach der Generalsanierung wieder ab 2029).
Die heutige Neue Pinakothek steht an der Stelle des 1853 errichteten Vorgängerbaus, der dem Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs zum Opfer fiel. König Ludwig I. hatte damals die von den Architekten Friedrich Gärtner und August Voit entworfene Galerie für seine Sammlung zeitgenössischer Malerei auf dem Grundstück gegenüber der Alten Pinakothek bauen lassen. Er wollte einen Dialog zwischen der Kunst seiner Zeitgenossen und den als Vorbilder verehrten Alten Meistern ermöglichen.
Die von König Ludwig I. in Auftrag gegebene Alte Pinakothek konnte trotz der starken Kriegszerstörung originalgetreu wieder aufgebaut werden.
Die Alte Pinakothek Leo von Klenzes wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch Architekt Hans Döllgast wiederaufgebaut. Die Ruine der Neuen Pinakothek wurde abgebrochen und durch einen modernen Neubau nach Plänen von Alexander Freiherr von Branca ersetzt. In diesem Neubau sind neben der Galerie der Neuen Pinakothek auch die Verwaltung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und das Doerner Institut untergebracht.
Das Äussere von Brancas Neuer Pinakothek wurde wegen der auffälligen Zitate historischer Form- und Stilelemente gelegentlich kritisiert. Das Innere gilt als einer der besten Museumsbauten der Nachkriegszeit in Deutschland. Es geht um eine Abfolge unterschiedlich grosser, hervorragend beleuchteter Räume, die sich an den Bedürfnissen der ausgestellten Werke orientieren.
Der Auftrag für das Gebäude sowie der Grundstock der Sammlung zeitgenössischer Kunst stammen von König Ludwig I. Knapp 400 Werke europäischer Kunst vom 18. bis 20. Jahrhundert können in der Neuen Pinakothek bewundert werden. Das sind Werke von der deutschen Romantik bis hin zum französischen Impressionismus. Sehenswerte Beispiele sind Meisterwerke von Carl Spitzweg, Carl Rottmann, Gustav Klimt und den Protagonisten der Plein Air Malerei. Impressionisten wie Claude Monet, Édouard Manet, Camille Pissaro, Auguste Renoir, Paul Gauguin, Paul Cézanne und Vincent van Gogh sind hier hervorragend vertreten.
Bildnis Dodo
Das Frankfurter Städel Museum erwarb 1911 mehrere Werke van Goghs für den Aufbau einer modernen Kunstsammlung – so auch das “Bildnis des Dr. Gachet“. Es zeigt van Goghs umstrittenen Nervenarzt und ist das letzte Porträt, das der Künstler vor seinem Selbstmord malte. 1937 wurde das Gemälde von den Nationalsozialisten beschlagnahmt, zu “entarteter Kunst” erklärt und gegen Devisen auf dem internationalen Kunstmarkt verkauft. 1990 wurde das bis dahin teuerste Kunstwerk aller Zeiten für 82,5 Millionen Dollar versteigert und ging in unbekannten Privatbesitz über.
Alexander Freiherr von Branca errichtete diesen Neubau in den 1980er Jahren
Die Galerie der Neuen Pinakothek ist aus baulichen Gründen und zur Vorbereitung umfangreicher Sanierungsmaßnahmen für die Öffentlichkeit voraussichtlich bis 2025 geschlossen. Eine Auswahl von Meisterwerken der Kunst des 19. Jahrhunderts werden seit Sommer 2019 im Erdgeschoss der Alten Pinakothek (Ostflügel) und in der Sammlung Schack gezeigt.
Seit 40 Jahren begleite ich als Gästeführerin Kunstfreunde aus bisher 50 Ländern durch die höchst interessante Sammlung des 19. Jahrhundert, speziell zu unglaublichen wertvollen Kunstwerken der impressionistischen und post-impressionistischen Epoche.
Eintritt Sonntag: 1 EUR pro Person
New Art Gallery – Impressionism meets Romanticism
The „Neue Pinakothek“ (New Art Gallery) was first opened in 1853. It became the first public mueum of “modern” art in the world. The building was ordered and financed by King Ludwig I. He wanted to have his private art collection displayed for his people by his favorite architect Leo von Klenze. During our guiding tour I will take you to some of the most adorable 400 European art pieces from the 18th to the 20th century. You will delighted by German Romanticism as well as by impressive French Impressionism: Claude Monet, Édouard Manet, Camille Pissaro, Auguste Renoir, Paul Gauguin, Paul Cézanne and Vincent van Gogh. Fans of this genius painter can admire several masterpieces in the New Pinakothek including one of his world famous painting showing the “Sun Flowers”.
The Blue Vase – Paul Cézanne
Romantic sentimentalism is shown in the works by Caspar David Friedrich. Society painters like Wilhelm von Kaulbach and Carl von Piloty express the newly awakened interest in German history. The New Art Gallery hosts art of celebrated portraitists and landscapists from England, Spain and France. Thomas Gainsborough, Francisco de Goya and Jacques Louis David are represented marvelously.
The collection of French Impressionist includes masterpieces by Monet, Manet, Degas, Pissaro and Renoir. Paul Cézanne, Gauguin and Vincent van Gogh represent the pioneers of modern art. The museum also exhibits fine sculptures of the same period.
Actually the building of the New Art Gallery is closed for a general repair until 2025. Since summer 2019 masterpieces of the 19th century can be admired in the east wing of the Old Pinakothek as well in the gallery Schack in Munich-Bogenhausen.
Entrance fee on Sundays: 1 EUR per person.
Barbara Schöne, Your Tour Guide since 40 years in German, English and French
König Ludwig I. – Bauherr der Alten und der Neuen Pinakothek, des Königsplatzes, der Ludwigstrasse, der Ludwig-Maximilian-Universität, der Feldherrnhalle und des Siegestors
BARBARA SCHÖNE – Offizielle Gästeführerin in Deutsch, Englisch und Französisch
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