Die Sammlung Schack ist offiziell ein Museum der Pinakotheken in München, also der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.
Kunst zu sammeln – das war in Deutschland lange nur Fürsten und Königen, Kirchen und Klöstern vorenthalten. Erst mit der Verbürgerlichung ab dem 17. und vor allem im 18. Jahrhundert war es auch Bürgern möglich, eigene Sammlungen anzulegen. Es wurde nicht mehr ausschließlich historisch gesammelt, sondern auch ein Augenmerk auf die zeitgenössischen Werke und ihre Urheber gerichtet. Die Prioritäten kehrten sich um, als Adolf Friedrich Graf von Schack primär zeitgenössische Werke erwarb und bei den alten Meistern auf Originale verzichtete. Stattdessen erwarb er zeitgenössische Kopien.
1815 in Schwerin geboren schlug er nach dem Jurastudium eine Diplomatenlaufbahn ein und wirkte als Übersetzer persischer und arabischer Dichtungen, als Kulturhistoriker und Kunstschriftsteller sowie als Sammler und Mäzen. Der bayerische König Maximilian II wusste ihn nach München zu ziehen. Bis heute hat der Name Schack einen guten Klang basierend auf seiner Privatgalerie – einem höchst individuellen Schatzhaus der Bayerischen Staatsgemäldesammlung.
Der “Hirtenknabe” bildet den Höhepunkt von Franz von Lenbachs Frühwerk der 1850er Jahre, die von Genre-Bildern bestimmt sind. Nichts deutet darin auf seine spätere Karriere als Portraitmaler und Malerfürsten hin. Der Hirteknabe ist annährend in Lebensgröße dargestellt; er liegt auf dem Rücken in göttlicher Faulheit im Gras und hält die linke Hand zum Schutz vor der glühenden Sonne vor die Augen. Die Füße sind barfuß und bis über die Knöchel schmutzig von der braunen Erde. Über dem Jungen wölbt sich ein wolkenloser Himmel. Die Kinderbilder des spanischen Meisters Murillo in der Alten Pinakothek könnten Lenbach zu dieser Darstellung eines Hirtenknaben mit nackten Füßen angeregt haben.
Die Gemäldesammlung des Grafen von Schack entstand im Wesentlichen zwischen 1857 und etwa 1870. Diese Erwerbungen brachten ihm Kopien alter Meister von jüngeren deutschen Malern ein, während der Markt für die höchst geschätzte italienische Renaissancemalerei aufgeheizt war. Originale waren selbst dem kunstsinnigen Grafen nicht mehr zu angemessenen Preisen zugänglich. So entschied er sich, jüngere Künstler, die am Anfang ihrer Lebens- und Schaffensbahn standen, mit der Anfertigung von Kopien alter Meister zu beauftragen, was zugleich als Schulung für die Jüngeren dienen sollte: Arnold Böcklin als Deutsch-Römer, Anselm Feuerbach als genialer Individualist, Franz von Lenbach als alle Welt porträtierender Malerfürst, Hans von Marées als grüblerischer Eigenbrödler, Franz Ludwig Catel, Johann Georg von Dillis und der als poetisch-versponnene Carl Spitzweg. Hier Spitzwegs populärstes Motiv:
“Der Arme Poet”
Der Dichter haust in einer ärmlichen Dachkammer und liegt auf einer Matratze; er hat weder einen Tisch noch einen Stuhl und das Dach über ihm ist undicht und es regnet herein – ein Schirm ist über dem Poet aufgepannt, dessen Manuskripte es nicht bis zum Drucker schaffen sondern gestapelt und gebündelt zum Verheizen am Ofen liegen.
Doppelbildnis von Hans von Marées und Franz von Lenbach
Diese Gemäldesammlung erzählt Geschichten, die von fernen Ländern berichten, die Graf Schack im Laufe der Jahre besucht hat – ein Kleinod. Zunächst war die Sammlung in einem Palais an der Brienner Straße in München untergebracht, bevor ab 1907 am heutigen Standort an Münchens dritter Prachtstraße – der Prinzregentenstraße – ein Neubau entstand. Graf Schack hatte den preußischen König und deutschen Kaiser Wilhelm II zu seinem Erben eingesetzt, während an anderen Stellen Münchens bereits die Moderne eingezogen war und poetisch-expressionistische jüngere Künstler wie Franz Marc sich entwickelten („Blauer Reiter“).
“König Krokus und die Waldnymphe” von Moritz von Schwind
Eine Waldnymphe hatte den mächtigen Baumstamm einer Eiche als Wohnsitz ausgesucht und sich dort niedergelassen, zu der Krokus kam, ein Knappe des Herzogs Cech von Ungarn, dessen Pferde er auf die Weide geführt hat. Zu Füßen der Nymphe sitzt Krokus als bärtiger Mann mit Krone und Lanze, während ihr langes, rötlich blondes Haar und die fließenden Falten ihres Gewandes ihre Weiblichkeit betonen. Ihre nackten Füße baumeln über seinem rechten Arm und sie bittet ihn, sich für die Rettung des Baumes einzusetzen, was Krokus mit Erfolg tat. Krokus verließ den Dienst des Herzogs und lebte fortan bei der Nymphe. Im Umgang mit ihr gewann er die Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen und stieg schließlich zum Herrscher des Landes auf. Die Nymphe gewann mit ihm mehr und mehr irdische Gestalt und gebar ihm drei Töchter, deren jüngste, Libussa, ihrem Vater als Herrscherin des Landes nachfolgte und die Stadt Prag gründete.
Nach dem Ersten Weltkrieg gelangte die Gemäldesammlung infolge der Fürstenabfindung an die Preußische Krongutverwaltung und von ihr 1932 an den Preußischen Staat. 1939 wurde die Sammlung dem Bayerischen Staat und damit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen übereignet.
Graf Schack selbst veröffentlichte bereits 1881 ein beschreibendes Verzeichnis der Sammlung, in dem er seine Gedanken über die Künstler und die einzelnen Gemälde darlegte. Heute gilt das Museum als Insel der Glückseligen, als ein Ort der Geistes-, Kunst- und Sammlungsgeschichte und zeigt, wie Mäzenatentum unauslöschbare Spuren hinterlassen hat.
1815
Am 2. August 1815 wurde Adolf Friedrich von Schack in Schwerin als Sohn eines angesehenen und wohlhabenden Juristen geboren, der zum Gesandten der beiden Großherzogtürmer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz berufen wurde. Schack studierte Jura. Seine eigentliche Leidenschaft galt der Literatur und den Sprachen. Während der Schulzeit lernte er Englisch, Italienisch und Spanisch sowie Orientalische Sprachen, zunächst das Persische, später noch Sanskrit und Arabisch.
“Der Türmer” – bemerkenswert auf diesem Gemälde von Edward Jakob von Steinle sind die Stoffe und die malerisch sehr gelungenen Puffärmel. Der Türmer ist als Wächter verantwortlich für die Sicherheit der Stadt und für die Warnung vor drohenden Gefahren. Das Horn deutet auf diese Aufgabe hin.
Zum Sehen geboren,
Zum Schauen bestellt.
Dem Turme geschworen
Gefällt mir die Welt.
Ich blick’ in die Ferne,
Ich seh’ in der Näh’,
Den Mond und die Sterne,
Den Wald und das Reh.
Ihr glücklichen Augen
Was je ihr gesehn,
Es sey wie es wolle,
Es war doch so schön!
Johann Wolfgang von Goethe, Lied des Türmers Lynceus aus Faust, der Tragödie Zweiter Teil (1834)
Ab 1835 unternahm Schack mehrere längere Reisen in die Schweiz, Südfrankreich, Italien, in die Provence und in die Pyrenäen und begann, sich für Malerei zu interessieren. Er tritt in den preußischen Staatsdienst ein und reiste nach Sizilien, bestieg den Ätna, reiste nach Griechenland und hielt sich für einige Wochen in Athen auf, bereiste das griechische Festland, den Peloponnes, Konstantinopel und Ägypten, reiste in den Nahe Osten und nach Jerusalem, Damaskus, Beirut, Malta und Gibraltar und sah zum ersten Mal Granada und Cordoba.
“Kronprinz Ludwig in der Spanischen Weinschänke zu Rom“
Der bayerische Kronprinz Ludwig winkt den Wirt Don Raffaele d’Amglada in einer spanischen Weinschänke herbei und verlangt mehr Wein zum Abschied von Architekt Leo von Klenze von Rom – malerisch ist diese herrlich ungezwungene Szene im Auftrag des Kronprinzen festgehalten von Franz Ludwig Catel, der am unteren Ende des Tisches Skizzen macht.
Später gings nach Paris, wo er am Hof des Bürgerkönigs Louis Philipp verkehrte sowie weiter nach London. Graf Schack verehrte die Dichter seines Jahrhunderts wie Goethe und Byron, Victor Hugo und lernte die Kopiensammlungen anderer Mäzene kennen. Er durchquerte Sizilien auf einem Maultier, verbrachte einige Zeit am Hofe des Sultans in Konstantinopel, lernte die Literatur des Orients kennen und zu übersetzen, besichtigte den Geburtsort Shakespeares (Stratford- upon-Avon) und durchwanderte das schottische Hochland. In Athen kam es zu einer Begegnung mit dem Königspaar Otto und Amalie. Er erlebte in Palästina und Ägypten die Pharaonischen Bauten in Theben. Für eine längere Zeit lebte er in Spanien, wo ihn vor allem die Überreste der maurischen Kunst und Kultur interessierten – Orient und Okzident (Morgenland und Abendland). Er lies sich bei Nacht in der Alhambra einschließen und genoss die romantische Stimmung.
“Odysseus nimmt Abschied von Kalypso” von Friedrich Preller d. Ä.
Das Gemälde bezieht sich auf eine Begebenheit, die im Epos der Leukothea-Szene unmittelbar vorausgeht. Odysseus ist nach einem Schiffbruch als einzigr Überlebender auf der Insel Ogygia gestrandet. Die Nymphe Kalypso hält ihn sieben Jahre dort fest, bevor er schließlich die Heimfahrt nach Ithaka fortsetzen kann. Das smaragdgrüne Meer mit sanfter Brandung und der leicht bewölkte Himmel verleihen der Szene den Anschein eines Idylls. Im Vordergrund, nahe dem Kiel des zerstörten Schiffes, sitzt der Held grübelnd auf einem Stein, den Kopf aufgestützt und auf das Meer blickend. Die Nymphe Kalypso erscheint und verkündet, dass sie ihn nach Weisung der Götter nun ziehen lassen wird.
In München wurde Graf Schack Mitglied des Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst, lebte unweit der Propyläen in einem Anwesen in der Brienner Straße und umgab sich mit einem Kreis von Wissenschaftlern und Schriftstellern, dem Chemiker Justus von Liebig und dem Dichter Paul Heyse.
1853 wird die Neue Pinakothek eröffnet. Der Glaspalast bietet eine großartige Plattform für öffentliche Ausstellungen. Mit Franz von Lenbach begann Graf Schack den Aufbau einer Sammlung von Altmeisterkopien. Lenbach reiste auf Kosten des Grafen nach Italien und führte Kopien aus nach Gemälden von Tizian, Rubens, Velàzquez und Murillo.
Nach dem überraschen Tod von König Maximilian II im Alter von nur 52 Jahren im Jahr 1864 schätzte Graf Schack dessen Sohn und Nachfolger, den Märchenkönig Ludwig II und dessen Eintreten für den Komponisten Richard Wagner.
“Leukothea erscheint Odysseus im Sturm” von Fridrich Preller d. Ä.
Nach der Abfahrt von der Insel der Kalypso gerät Odysseus in einen heftigen Sturm, den Poseidon entfesselt hat. Leukothea, die als Gottheit des Meeres den Schiffbrüchigen beisteht, rät dem Helden, sein Floß zu verlassen und sich schwimmend an das Ufer im Land der Phäaken zu retten. Sie reicht ihm ihren Schleier, der Odysseus vor den Gefahren des Meeres schützen soll.
1866 gab Graf Schack eine Sammlung seiner Gedichte heraus. Paul Heyse charakterisierte den Dichter Schack als einen aristokratisch verwöhnten Junggesellen. Graf Schack lernte Moritz von Schwind kennen und kaufte insgesamt 25 Gemälde, u. A. das Gemälde des „Grafen von Gleichen“ und vier “Liebesbilder“ und „Reisebilder“.
“Die Hochzeitsreise” – Moritz von Schwind
Eine zweispännige Kutsche ist vorgefahren, in der bereits eine junge Frau Platz genommen hat. Der nicht mehr ganz junge, in einen grauen Reiseanzug mit Hut gekleidete Bräutigam steigt hinzu. Die Farbigkeit des kleinen Bildes schafft die Stimmung eines sommerlichen Feiertags. Moritz von Schwind gestaltet in diesem Gemälde Erinnerungen an die eigene Hochzeitsreise – im Bräutigam ist unschwer Schwind selbst zu erkennen. Es ist ein Hauptwerk innerhalb der vom Maler selbst so genannten “Reisebilder”.
1874 legte Graf Schack in seinem Testament fest, dass die Gemäldesammlung nach seinem Tod in das Eigentum des deutschen Kaisers Wilhelm II übergehen, aber auf Dauer in München und für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben soll.
Am 22. August 1876 erhob Kaiser Wilhelm II Schack in den preußischen Grafenstand. Trotz eines Augenleidens veröffentlichte Graf Schack das Buch „Meine Gemäldesammlung“ und veröffentlichte 1888 sein autobiographisches Werk „Ein halbes Jahrhundert“. Die Lebenserinnerungen gehören heute noch zu den lesenswerten Veröffentlichungen des Grafen Schack. 1894 starb Graf Schack im Alter von 79 Jahren in Rom an Herzversagen. Sein Leichnam wurde nach Schwerin überführt und in der Familiengruft bei Schwerin beigesetzt.
“Im Walde (Des Knaben Wunderhorn)” von Moritz von Schwind
Eine mächtige Eiche beherrscht das Bild. Ihr zu Füßen liegt ein junger Mann und bläst in ein Horn. Schwind zeigt hier das Erleben der Natur in der Einsamkeit des Waldes, angeregt von deutschen Liedern und Gedichten.
Ein Portrait von Johann Wolfgang von Goethe, im Auftrag von König Ludwig I. von Joseph Karl Stieler gemalt, der für den König auch die Schönheiten-Galerie in Schloss Nymphenburg gemalt hat. Dieses Portrait hängt leihweise in der Galerie Schack, solange die Neue Pinakothek renoviert und saniert wird. Stieler war extra nach Weimar gereist, um den großartigen Dichter und Denker Wolfgang von Goethe zu portraitieren. Goethe, in einen etwas zu engen Morgenrock gekleidet, hält einen Brief in der rechten Hand, unterzeichnet mit “Ludwig”. In diesem Brief schickte der bayerische König Ludwig I. ein eigenes Gedicht an Deutschlands Universalgenie der deutschen Litratur, der als Dichter, Naturwisschenschaftler und Staatsmann wirkte und der die Weimarer Klassik mit Werken wie “Werther” und “Faust” geprägt hat. Bekannte Zitate:
“Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein”
“Willst du immer weiter so schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah”
Es sind nicht die Jahre deines Lebens, die zählen. Was zählt, ist das Leben innerhalb dieser Jahre”.
„Die Sage von Pippin und Bertha“ – von Leopold Bode
Das Motiv entstammte der Sage um die Herkunft und Geburt Kaiser Karls des Großen. Die Grafentochter und spätere Königin Bertha war die Gemahlin König Pippin des Jüngeren. Der Sage nach hatte sie zwei ungleich große Füße. König Pippin hatte seinen Marschall mit Gefolge an den Hof des Herzogs von Schwaben gesandt, um für ihn um die Hand von dessen Tochter Bertha zu werben. Nun traf es sich, dass die Prinzessin der Tochter des Marshall sehr ähnlich war; so geriet dieser auf den Gedanken, die erstere beiseite zu schaffen und die letztere in die Arme des Königs zu führen. Er gab seinen Dienern den Befehl, Bertha in einem Wald umzubringen. Bertha, im Wald von einem Wolf bedroht, wurde von einem Engel gerettet und entging wunderbar dem Tod. Ein Müller im Mühltal bei Starnberg hat Bertha gastlich aufgenommen. König Pippin, der sich inzwischen arglos mit der Tochter des Marshall vermählt hatte, gelangte später auf einem Jagdausflug in die Mühle, erkannte hier die für ihn bestimmt gewesene Prinzessin an ihrem großen Fuß und entdeckte den ganzen Betrug. Gerade als er die wahre Königin in sein Land heimführen wollte, musste er in den Krieg. Er lies Bertha in der ihr liebgewordenen Reismühle bei ihren Rettern. Nach dem Feldzug kehrte er zurück. Bertha trat ihm mit einem Knaben entgegen, den sie ihm geschenkt hat, den späteren „Karl dem Großen“.
Barbara Schöne, Stadträtin a. D.,
Offizielle Gästeführerin von München in Deutsch, Englisch und Französisch seit einem halben Jahrhundert
Historische Donaumetropole – Unesco Welterbe (Unesco World Heritage) – Neues Geschichts-Museum
Mitten in der Altstadt steht der prächtige Regensburger Dom Sankt Peter. Der Dom gehört neben dem Kölner Dom zu den bedeutendsten gotischen Kathedralen in Deutschland.
Regensburg liegt an der Donau und ist wegen seiner gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt sehr beliebt. Eines seiner Wahrzeichen ist die Steinerne Brücke aus dem 12. Jh. Dieses erstaunliche Bauwerk aus dem Mittelalter ist 310 m lang und hat 16 Bögen. Ein weiteres wichtiges Wahrzeichen ist der gotische Dom aus dem 13. Jh. mit seinen Zwillingstürmen. Hier sind die Regensburger Domspatzen zu Hause.
Auf einem Altstadtspaziergang kommt man unweigerlich zur traditionellen “Wurstküche” direkt am Donauufer. Hier gibt es Bayerns beste Bratwürste.
Das neue Geschichts-Museum blickt auf Bayern ab 1800 –
fast alles von Erfolg gekrönt
Prunkschlitten, Lanz-Dampfmaschine und Goggomobil – Bayern bekam 2019 ein neues Geschichts-Museum am Regensburger Donauufer. Fast 100 Millionen Euro kostete der neue Geschichts-Tempel mit angeschlossener Bavariathek für Schulklassen. Außen ist das Museum mausgrau, innen erstrahlt das Foyer gleißend weiß. Es gibt einen Shop, ein Wirtshaus und im ersten Stock eine Leistungsshow bayerischer Geschichte – mit all dem, was Bayern berühmt und erfolgreich gemacht hat.
Gleich vier Herrscherportraits empfangen den Besucher. Weiter geht’s zum Modell des Mainschiffes „Ludwig I“ und dem Prunkschlitten für Ludwig I. Chronologisch wird in 25-Jahr-Etappen Bayerns Aufstieg zum Hightech-Land erzählt. Doch auch Bayerns Brauereiwesen kommt nicht zu kurz. Am Schluss schlendert man an einer bayerischen Autoshow entlang – der Dienstwagen von Alfons Goppel, Isetta, Kabinenroller und ein Goggomobil, das von 1955 bis 1969 in Dingolfing produziert wurde. Unversehens landet man bei FJS in Bronze und der CSU.
Trotzdem sollte sich niemand von einem Besuch in Regensburg abhalten lassen. Das neue Museum ist ein „Bürger-Museum“. Von den 1000 Exponaten sind 300 Leihgaben und Schenkungen aus der Bevölkerung. Darunter sind recht spannende Einzelstücke, etwa die Pickelhaube des Simon Gammel, der trotz eines Kopfschusses den Ersten Weltkrieg überlebte. Ein Jeep der US-Armee und ein Care-Paket erzählen von der Nachkriegszeit.
Zudem gibt es abseits der Geschichts-Sektionen sogenannte Kulturkabinette, die epochenübergreifende bayerische Charakteristika in den Blick nehmen: die Architektur, die Natur, die Dialekte – in einer „Hördusche“ kann man sich sogar seine Aussprache analysieren lassen.
Das neue Museum liegt am Donauufer unweit des Regensburger Doms und ist täglich von 9 – 18 Uhr geöffnet (außer Montag).
Die Walhalla
Die Walhalla gilt als eines der bedeutendsten deutschen Nationaldenkmäler. Nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in der Napoleonischen Ära fühlte sich König Ludwig I. von Bayern verpflichtet, dem neuen Deutschen Bund eine zentrale Gedenkstätte zu schaffen. Architekt war Leo von Klenze, der die Walhalla im Stil des Parthenon erbaute.
This building was primarily inspired by the famous Partenon on the Acropolis in Athens dating from 5 BC
Nicht nur der Regensburger Dom in der malerischen Altstadt ist sehenswert sondern auch eine erlebnisreiche Donauschifffahrt mit der KRISTALLKÖNIGIN. Es funkelt überall millionenfach dank der “Swarovski Elements”. Sogar in die Verkleidung der Bar oder in den gläsernen Treppenstufen sind Klitzersteinchen eingelegt. Selbst die Toilette ist ein einzigartiges Schmuckstück.
Sie erleben eine unvergessliche Tagesfahrt in einem Traum aus Kristall und genießen eine romantische Schifffahrt auf der glamourösen Kristallkönigin auf der Donau, dem größten Schiff der Kristallflotte.
Auf einer etwa zweistündigen Erlebnisschifffahrt von Regensburg zur Walhalla und zurück wird man von der Magie des Wassers verzaubert. An Bord der “Kristallkönigin” oder der “Kristallprinzessin” kann man dreimal täglich die faszinierende Welt aus Wasser und Kristall erleben! Einmalige Attraktionen an Bord und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke werden über Bordlautsprecher erklärt. Ein Kurzurlaub der besonderen Art.
ENGLISH
Walhallanear Regensburg
The Walhalla is located in a dominant position high above the Danube close to Regensburg. This Neoclassical building in the form of a temple surrounded by a portico with columns represents one of the most important German national monuments of the 19the century. This monument was created on behalf of King Ludwig I. (r. 1825 – 1848). After 1807, the defeat by the Napoleonic armies was considered humiliating, Prince Ludwig decided, that – when he became king – he would build a place of remembrance of German-speaking men and women of outstanding merit as an inspiration and reference point for the nation.
Leo von Klenze was one of the most important neoclassical architects of the 19tzh century. The foundation stone was put down in 1830, and the building was ceremoniously opened twelve years later. L. von Klenze’s design was primarily inspired by the famous Parthenon on the Acropolis in Athens dating from 5 BC. The combination of colonnaded temple and massive substructure and the free design of the interior however prevents the architecture form being a mere copy of he ancient building. The marble bust of rulers, generals, scientists and artists were considered exemplary in the 19th century. Since 1962, new busts have been added to the original 96 at intervals of five to seven years: I. Kant, J. W. von Goethe and Sophie Scholl.
Museumsgründungen, Kulturbauten und Neuerwerbungen von König Ludwig I. für die Alte Pinakothek, die Glyptothek, die Antikensammlungen, das Ägyptische Museum und den Königsbau der Residenz
König Ludwig I. war überzeugt davon, dass die Wiege unserer abendländischen Kultur in Griechenland steht. Ludwig ließ weltberühmte Bauwerke errichten und machte aus München das “Isar-Athen”.
„Ludwig-Festival“ im Kunstareal, 23. Oktober 2016
Sieben Museen, Institutionen und Kunstführer im Kunstareal veranstalteten Sonntag, 23. Oktober 2016, ein „Ludwig-Festival“. In Führungen, Vorträgen und Stadtspaziergängen erfuhren die Besucherinnen und Besucher Hintergründe zu Ludwigs Museumsgründungen, Kulturbauten und Kunsterwerbungen.
Das Festival ging auf Initiative des Ägyptischen Museums zurück, wo man 2016 ein „Ludwig-Jubiläum“ feierte: Vor 200 Jahren hat der bayerische Monarch auf einer Pariser Auktion die ersten Aegyptiaca für Bayern erworben. Die Ankäufe waren Teil einer umfassenden Kunst- und Kulturpolitik. Diese legte den Grundstein dafür, dass München heute eine Kunst- und Kulturstadt von weltweitem Rang ist.
Teilnehmende Institutionen: Abtei St. Bonifaz. Alte Pinakothek. Histonauten Kunst-Tour. Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke. Neue Pinakothek. Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek. Staatliches Museum Ägyptischer Kunst.
Glyptothek: 200 Jahre Baubeginn der Glyptothek. Ein Museum für „Werke ausgezeichneter Schönheit“ –
Die Neue Pinakothek: die Grundsteinlegung der „neuen königlichen Pinakothek“ war 1846 und ist ein Haus für die Zeitgenossen Ludwig I.
Siegestor, Leopoldstr. 1: Ein Siegestor für keinen Sieg. König Ludwig I. und sein Triumphbogen
Alte Pinakothek: König ludwig I. ließ unendlich viele Bilder kaufen wie beispielsweise die „Madonna Tempi“
Dieses zauberhafte Gemälde der Madonna Tempi verdanken wir Raffaello Santi (1508)
Glyptothek – 200 Jahre Ägyptische Sammlung in der Glyptothek und im Ägyptischen Museum
Die Staatlichen Antikensammlungen im Kunstareal München sind eine der größten Antikensammlungen in Deutschland für griechische, etruskische und römische Kunst.
St. Bonifaz: Geschichte und Gegenwart von St. Bonifaz mit dem Grab Ludwigs I.
18 Uhr St. Bonifaz: Film-Soirée: „Ruhe kann mein Wesen nicht ertragen“. Ludwig I. von Bayern | Histonauten (Buch: Klaus Reichold, Regie: Thomas Endl, Bayerischer Rundfunk 2006)
Ägyptisches Museum | Gabelsbergerstraße 35 | 11 Uhr: Ludwig I. – 200 Jahre Altägypten in München / Dr. Sylvia Schoske: Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst verdankt Ludwig I. einen guten Teil seiner heutigen Bestände an herausragender Plastik.
Getreu seinem Motto „Werke ausgezeichneter Schönheit will ich erwerben“ war König Ludwig nicht am Erwerb kompletter Sammlungen, sondern am Ankauf herausragender Einzelobjekte interessiert. So gab er die spätere Ausrichtung der Ägyptischen Sammlung als Kunstmuseum vor. Sylvia Schoske, Direktorin des Museums, führt durch das Haus und stellt die Erwerbungen Ludwigs I. vor.
Alte Pinakothek | Barer Str. 27 | 13 Uhr: Auf der Jagd nach der „Täubin“. Ludwigs Ankauf der „Madonna Tempi“ / Jochen Meister. Um die besten Werke in Europa erwerben zu können, hatte Ludwig ein Netzwerk von Kunstagenten zur Hand. Diese belieferten den König mit Angeboten oder wiesen auf besondere Stücke hin.
Der „Gallerieinspector“ seines Vaters, Johann Georg von Dillis, erster Direktor der Alten Pinakothek, wies den Kronprinzen 1808 auf ein relativ kleines Gemälde in Florenz hin, für das er sich sofort begeisterte. Er wollte es kaufen, falls es „gut und rein erhalten“ und der Preis angemessen wäre. Es handelte sich um eine Madonna im Besitz des Marchese Tempi.
Da Ludwig wegen befürchteter Konkurrenten die geplante Erwerbung geheim halten wollte, bekam sie den Decknamen „Täubin mit Jungem“. Es begann eine Jagd, die das Objekt der Begierde erst zwanzig Jahre später nach München führte. Dort war 1826, also vor knapp 200 Jahren, der Grundstein für die erste Pinakothek gelegt worden. Jochen Meister, Referent für Kunstvermittlung an den Pinakotheken, stellte das Gemälde und seine abenteuerliche Geschichte vor.
Die Glyptothek am Königsplatz präsentiert weltberühmte Originale und ist Münchens ältestes öffentliches Museum
Glyptothek – Königsplatz 3
Ein Museum für „Werke ausgezeichneter Schönheit“ / Dr. Roberto Díaz.
Nach der Ernennung Leo von Klenze zum Privatarchitekten für Ludwig I. begann 1816 der Bau der Glyptothek, die 1830 eröffnet wurde. Für die Glyptothek konzipierte Klenze ein Gebäude mit klassischer Fassade und quadratischem Grundriss. Wie viele Intellektuelle seiner Zeit war Klenze der Ansicht, dass es sich beim klassischen Stil um ein unvergängliches Ideal der Kunst handelte. Da man seit Winckelmann die ägyptische Kunst als den Beginn der Kunstgeschichte betrachtete, ist dem alten Ägypten der erste Raum gewidmet. In den anderen Sälen werden die Skulpturen der griechisch-römischen Zeit aus der Sammlung von Ludwig I. in chronologischer Anordnung ausgestellt.
Anfang des 19. Jahrhunderts hatte Ludwig I. damit begonnen, Kunstwerke aus der Antike zu sammeln. Im Einklang mit den Werten der philosophischen Ästhetik des 19. Jahrhunderts erwarb der bayerische Kronprinz und spätere König nur Objekte, die durch ihre künstlerische Schönheit hervorstachen. Bei einer Führung lernen die Besucher Details über die Geschichte dieses faszinierenden Gebäudes und die Entstehung der Sammlung von Ludwig I. kennen.
Bereits in jungen Jahren fasste Ludwig I. den Entschluss: „Wir müssen auch zu München haben, was zu Rom Museo heißt“.
Ludwig greift damit eine neue Idee auf: die Institution des Museums als ein Ort, an dem Kunst einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, war gerade erst im Entstehen. Mit der Glyptothek erbaut Ludwig das erste als solches geplante Antikenmuseum weltweit. Ludwig war in seiner Leidenschaft für die Antike wesentlich durch die Vorstellungen von J. J. Winckelmann geprägt.
Eines stand bei den Planungen für die Glyptothek aber von Anfang an fest: Die Kunstgeschichte beginnt nicht erst mit den Griechen und Römern! So entschied Ludwig die Ausstellung mit einem Ägyptischen Saal zu beginnen.
Max-Josephs-Platz
Ludwig I. und die Umgestaltung Münchens zum ‘Athen an der Isar’
Was wäre München ohne König Ludwig I.?
Königsplatz, Karolinenplatz, Wittelsbacherplatz, Odeonsplatz, Max-Joseph-Platz und die Ludwigstraße mit dem Siegestor zeugen von wahrhaft königlicher Größe.
Dem Palazzo Pitti in Forenz nachempfunden ließ König Ludwig I. den Königsbau errichten, der heute die Schatzkammer und die Akademie der Schönen Künste beherbergt sowie seine prachtvolle klassizistische Zimmerflucht mit Königsthron.
Die städtebaulichen Anlagen bilden zusammen mit den vollendeten prominenten Bauten ein einzigartig schönes klassizistisches Stadtensemble, das in Deutschland seinesgleichen sucht. Als begeisterter Antikensammler und passionierter Philhellene war es Ludwigs erklärtes Ziel, München zum „Athen an der Isar“ zu machen. München sollte die führende deutsche Kunststadt des 19. Jahrhunderts werden. Ludwigs heute noch so lebendigen Geist spürt man auf dem kunsthistorische Stadtspaziergang nach. Es werden die wichtigsten Leistungen des Königs und seiner Stadtplaner und Architekten vorgestellt. Dies waren u.a. Karl von Fischer, Friedrich von Gärtner, Leo von Klenze und Friedrich Ludwig von Sckell.
Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke – Leopoldstraße 1
Ein Siegestor für keinen Sieg. König Ludwig und sein Triumphbogen – Das Siegestor gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Münchens. Ludwig I. ließ es 1843 – 1850 von seinem Hofarchitekten Friedrich von Gärtner erbauen. Mit dem Bogenmonument eiferte er den römischen Triumphbögen nach (Loggia dei Lanzi in Florenz).
Ein mächtiger Löwe aus Stein in den Arkaden des Siegestors
Das Siegestor war eines der Lieblingsprojekte des Königs, um das er sich selbst mit viel Engagement und sogar Baustellenkontrollen kümmerte. Es gibt in München wenige Denkmäler, die mit der handwerklichen Qualität und Perfektion des Siegestores konkurrieren können. Von 1995 -1999 wurde das Tor umfassend saniert. Der Restaurator weiß von manch unbekannten Dingen zu berichten und kennt Geheimnisse.
Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke – Katharina-von-Bora-Straße 10
Der Konstantinbogen in Rom gilt als Vorbild des Münchner Siegestores. Das Siegestor von Ludwig I. in München orientiert sich an neuzeitlichen, aber vor allem an antiken Monumenten.
Der mit dem Bau beauftragte Hofarchitekt Friedrich von Gärtner reiste eigens zum Studium antiker Vorbilder nach Rom. Der monumentale Konstantinsbogen, von Kaiser Konstantin dem Großen 312–315 n. Chr. errichtet, beeindruckte Hofarchitekt von Gärtner in besonderer Weise und diente ihm als Vorlage für die Konzeption des Siegestores. Ein Modell dieses Vorbildes des Münchner Bogens befindet sich seit diesem Sommer als Dauerleihgabe des Metropolitan Museum in New York im Museum für Abgüsse klassischer Bildwerke. So lassen sich aus nächster Nähe Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Siegestor betrachten.
Alexander Freiherr von Branca errichtete diesen Neubau der Neuen Pinakothek in den 1980er Jahren
Neue Pinakothek – Barer Straße 29
Die Grundsteinlegung der „neuen königlichen Pinakothek“ war 1846 und sollte Ein Haus für die Zeitgenossen werden. Nachdem 1836 die Alte Pinakothek eröffnet worden war, wurde nur zehn Jahre später am 12. Oktober der Grundstein gelegt für eine „neue königliche Pinakothek“.
Ludwig plante ein Museum für „Gemälde aus diesem und aus künftigen Jahrhunderten“, das er aus eigenen Mitteln finanzierte und der Öffentlichkeit als Pendant zur älteren Pinakothek präsentierte. Der Bau August von Voits wurde im Krieg zerstört. Heute ist die Neue Pinakothek, entworfen von Alexander Freiherr von Branca und 1981 wiedereröffnet, ein herausragendes Beispiel des Museumsbaus der 1980er Jahre.
Vieles in der Sammlung weist noch auf den königlichen Gründer hin, der beispielsweise die Gemäldesammlung seines Baumeisters Leo von Klenze erwarb. Die Kunsthistorikerin Esther Emmerich erläutert die Geschichte dieser besonderen Sammlung und die Absichten, die Ludwig mit Carl Rottmanns Griechenland-Zyklus verfolgte, in dem er selbst auftaucht.
St. Bonifaz – Karlstraße 34
Die Geschichte und und die Gegenwart von St. Bonifaz mit dem Grab Ludwigs I. ist höchst interessant.
Der Königsplatz mit seinen Gebäuden war ein Lieblingsprojekt Ludwig I., das er schon als Kronprinz begonnen hatte vorzubereiten. In der Basilika St. Bonifaz, die ein Teil dieses Ensembles ist, hat er seine letzte Ruhestätte gefunden. Bei einer Führung durch die Basilika wird dieser Teil seines Wirkens vorgestellt und auch das Grab des Königs besucht. „Ruhe kann mein Wesen nicht ertragen“, schrieb einst Ludwig I. von Bayern. „Feurig muß das Leben mir schäumen, sehnen will ich und schwärmen und träumen“, dichtete Ludwig I. Tatsächlich blieb er zeitlebens ein rastloser Geist. Allein in Italien weilte er mehr als 30 Mal.
Von jeder Reise brachte Ludwig eine neue Anregung mit nach Hause: Der Poseidon-Tempel in Paestum inspirierte ihn zur Walhalla, eine 1828 im Schatten des Vesuv entdeckte Villa zum „Pompejanum“ in Aschaffenburg. Selbst sein Altersruhesitz in der Pfalz hat ein südliches Vorbild: das Landgut seiner langjährigen Geliebten Marianna Florenzi in Umbrien.
Eröffnung des Monopteros im Englischen Garten
Der Monopteros bietet einen Ausblick über den südlichen Teil des Englischen Gartens und die Skyline der Münchner Altstadt. Diesen griechischen Tempel ließ König Ludwig I. zu Ehren von Kurfürst Karl Theodor errichten, dem Gründer des Englischen Gartens.
Der Monopteros im Englischen Garten wurde kürzlich von seiner Verschalung befreit und ist nach abgeschlossener Sanierung nun wieder in seiner ganzen Pracht zu bewundern.
Liebe Freundinnen und Freunde der bayerischen Schlösser, Gärten und Seen,
wenn die Wiesn vorbei ist, wird es Zeit für Kunst & Kultur und besonders für die Residenzwoche München. Dann öffnet die Residenz ihre Tore unter dem Motto „Lebendige Geschichte“. Freuen Sie sich auf viele Sonderführungen und exquisite Konzerte.
Genießen Sie faszinierende Augenblicke in der Residenz wie hier in der Ahnengalerie! Es gibt Wanderausstellung „Gut gebrüllt – Löwen aus Bayerns Schlössern und Burgen“ des Museums der Stadt Füssen.
VOM WASSER AUF DIE STRASSE
Flößerei in der Umbruchszeit
Eine Ausstellung des Flößer-Kulturvereins München Thalkirchen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Oberbayern Kuratorin: Dr. Christine Rädlinger
Warentransporte auf dem Wasserweg waren über Jahrhunderte hinweg die bevorzugte und oft auch einzig mögliche Art, Handelsgüter über weitere Strecken hinweg zu verschicken. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erschwerte der Bau von Kraftwerken auf den Flüssen Isar und Loisach zunehmend diese bewährte Transportart. Gütertransporte konnten nun auf solide gebauten Straßen und auf neu angelegte Eisenbahntrassen umgeleitet werden. Flößer beförderten nach 1900 fast ausschließlich Brenn- und Bauholz und/oder organisierten an den Wochenenden Vergnügungsfahrten für Ausfl ügler. Die Ausstellung zeigt diese Veränderungen auf und stellt anhand einiger Flößerfamilien an Isar und Loisach dar, wie die Flößer versuchten, diesen schwierigen Lebensbedingungen zu begegnen. Weitere Schwerpunkte der Ausstellung werden die Flutung der ehemaligen Flussstrecke bei Fall sowie die Flößer von Benediktbeuern bzw. Schönmühl sein.
Oktoberfest
Die “Wiesn” beginnt mit strahlendem Sonnenschein oder manchmal auch nass-kalt. Stets gibt es bereits am ersten Oktoberfest-Sonntag viele vergnügte Gäste aus nah und fern. Sie genießen den Besuch des traditionellen und farbenfrohen Trachten – und Schützenumzug. Aus Sicherheitsgründen passieren sie die freundlichen Kontollen am Haupteingang. Jeder Wiesnbesucher, ob groß oder klein, aus München oder aus Fernost, fühlte sich wie in den letzten Jahrzehnte – einfach gut!!!
Eine der 14 herrlich geschmückten Festhallen auf dem Oktoberfest
Hopfen und Malz – Gott erhalt’s
Barbara Schöne, Stadträtin a. D., Offizieller Stadtführer, Mitglied im Biergartenverein seit 25 Jahren
Das Münchner Kindl eröffnet 1810 das Oktoberfest auf einem Fass Bier
“Die Wiege unserer abendländischen Kultur steht in Griechenland”. So hat Ludwig I als Kronprinz und ab 1826 als König von Bayern seinen Architekten Leo von Klenze nach Athen geschickt. Dort hat Klenze viele Gemälde von der Akropolis gemalt. Die Fotografie gab es damals noch nicht. Die Skizzen und Gemälde präsentierte der Architekt seinem königlichen Auftraggeber. Daraus entstanden berühmte Bauwerke, Straßen und Plätze in München. Das Isar-Athen wurde kreiert.
Die Glyptothek
Die Glyptothek ist Münchens ältestes öffentliches Museum, das König Ludwig I. durch seinen Architekten Leo von Klenze am Königsplatz hat bauen lassen. Als einziges Museum weltweit ist die Glyptothek ausschließlich der antiken Skulptur gewidmet. Ein Besuch bietet einen ästhetischen, künstlerischen und kulturhistorischen Hochgenuss. Statuen wie die Ägineten, der Barberinische Faun und der Augustus Bevilacqua sind Meisterwerke der griechischen und römischen Plastik. Die Marmorfiguren werden in mediterraner Atmosphäre in Museumsräumen präsentiert, die an römische Thermen erinnern.
1816 war Baubeginn der Glyptothek. Ludwig I. hatte Anfang des 20. Jahrhunderts damit begonnen, Kunstwerke aus der Antike zu sammeln. Im Einklang mit den Werten der philosophischen Ästhetik des 19. Jahrhunderts erwarb der bayerische Kronprinz und spätere König Ludwig I. nur Objekte, die durch ihre künstlerische Schönheit hervorstachen. Das bekannteste Beispiel ist der Barbarinischen Faun.
Glyptothek
The Glyptothek is Munich’s oldest public museum realized by the architekt Leo von Klenze in the order of King Ludwig I. The Glyptothek is the only museum in the world that is solely dedicated to ancient sculpture. Your visit in the Glyptothek will offer you great aesthetic, artistic and cultural-historical pleasure. Statues as the Aeginetans, the Barberini Faun and the Augustus Bevilacqua are masterpieces of Greek and Roman sculptures. The marble figures are presented in Mediterranean atmosphere. The museum halls are reminiscent of Roman bath buildings.
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
Wussten Sie, dass
vor 200 Jahren König Ludwig I. als bayerische König auf einer Pariser Auktion die ersten Aegyptiaca erworben hat? Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst verdankt Ludwig I. einen guten Teil seiner heutigen Bestände herausragender Plastik. Getreu seines Mottos „Werke ausgezeichneter Schönheit will ich erwerben“ war Ludwig I. an herausragenden Einzelobjekten interessiert. Damit gab er die spätere Ausrichtung der Ägyptischen Sammlung als Kunstmuseum vor.
Obwohl das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst nicht zu den ganz Großen in seinem Bereich zählt, verfügt es – gemessen an seiner Größe – über eine qualitätvolle Sammlung. International ist das Museum ein gefragter Leihgeber. Viele der ausgestellten Objekte, vor allem im Bereich der Rundplastik, sind Kunstwerke von Weltrang.
Die Kompaktheit der Ausstellung ermöglicht es dem Besucher, in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen einen Überblick über 5000 Jahre Kunst und Kultur des alten Ägypten zu erhalten – eindrücklicher als in manchem der ganz großen und daher unübersichtlichen Museen.
Museum of Egyptian Art
Did you know that
the State Museum of Egyptian Art, though by far not one of the largest collections of Ancient Egyptian artefacts, has attained worldwide reputation for the quality of its pieces, particularly in the area of sculpture aquired by King Ludwig I. Many of the objects on display are internationally recognized masterpieces. These are much solicited as loans for temporary exhibitions around the world.
Rather than presenting a baffling array of rooms stuffed to the brim with Egyptian artwork, the Munich museum a rather compact exhibition. Visitors can leave with a clearer understanding of the 5000 years of art and culture that make up Egypt’s fascinating history, and all within a more manageable time frame.
The Royal Residence (reconstructed after its totel destruction during World War II)
Auf den Spuren von König Ludwig I
eine individuelle, facettenreiche und informative Stadtführung von 2 – 3 Stunden
Barbara Schöne, offizieller Gästeführer seit 40 Jahren in Deutsch, Englisch und Französisch
Der Grundstein der neuen königlichen Pinakothek wurde 1846 gelegt. König Ludwig I. plante ein Museum für „Gemälde aus diesem und aus künftigen Jahrhunderten“ und schuf damit den ersten Museumsbau für zeitgenössische Malerei. Die Neue Pinakothek wurde im Krieg zerstört, ihr Neubau 1981 wieder eröffnet und wird bis 2029 generalsaniert.
Daher sind einige ihrer Meisterwerke aktuell in der Alten Pinakothek ausgestellt. Hier eine kleine Auswahl:
ANGELIKA KAUFFMANN
Selbstporträt 1784 – eine der ganz wenigen Malerinnen des 18. Jahrh., die an einer Akademie studieren durfte, weil sie mit nur 6 Jahren als Wunderkind gilt.
ADOLF VON MENZEL
Realist. Von Menzel malt seine Schwester (1847), die neugierig aus dem Wohnzimmer herausschaut und sich denkt: „Was wohl da draußen so alles passiert?“ Das Licht einer Petroleum-Lampe auf dem Tisch erhellt die warmen Brauntöne.
GUSTAV KLIMT „Die Musik“
GUSTAV KLIMT’ s berühmtestes Gemälde
Das Porträt der intellektuellen Margaret Stonborough-Wittgenstein in einem langen weißen Samt-Moirée-Kleid mit passender Stola (1905)
ÉDOUARD MANET – “Das Boot”
Manet malt seinen Malerfreund und Kollegen Claude Monet, wie dieser auf seinem Boot auf der Seine außerhalb von Paris sitzt – neben ihm seine Frau – und malt. Das Boot war sein Atelier.
ÉDOUARD MANET – „Die Brücke von Argenteuil“
Unter der Brücke – einem drastischen Zeichen der fortschreitenden Industrialisierung – malt Manet ein schwarzes Boot auf der Seine, das seinem Malerfreund Claude Monet gehört.
ÉDOUARD MANET – „Das Frühstück im Atelier“ (1868)
Ein jugendlicher Dandy im Vordergrund (vermutlich Manets Sohn, dessen Vaterschaft umstritten war, weshalb der Vater seinen Sohn kaum in der Öffentlichkeit präsentierte). Am rechten Tischende ist ein alter Herr mit Zylinder und Zigarre zu sehen und auf dem Tischtusch liegen noch die Reste von Austern und Zitronen. Eine Frau bringt eine Kanne mit frischem Kaffee (dargestellt wie eine Dienerin, doch es könnte die Ehefrau von Manet sein).
CLAUDE MONET – „Seerosen“ (1915) – „Les Nymphéas“
Claude Monat hat in Giverny (Normandie) ein altes Bauernhaus gekauft, sich dort niedergelassen, mehrere Teiche angelegt und vielfach Seerosen angepflanzt und gemalt. Dieses Gemälde in der Neuen Pinakothek ist herrlich anzusehen, wie sich die Zweige einer Trauerweide im Wasser eines Teichs wiederspiegeln. Die Wasserfläche ist in tiefen Blautönen gemalt. Auf dem Wasser liegen verschiedene Seerosen und grüne Seerosenblätter, die Monet in Dunkellila umrandet hat.
VINCENT VAN GOGH – „Blick auf Arles mit Obstgärten“ (1889)
typisch für van Goghs die kurzen, vibrierenden Pinselstriche. Zwischen Wahn und Wunder – ein Jahr vor seinem Suizid.
VINCENT VAN GOGH – „Sonnenblumen“ (1888)
Vincent van Gogh hatte vier Zimmer im „Gelben Haus“ in Arles gemietet und richtete dort das „Atelier des Südens“ ein, wo er mit dem berühmten Paul Gaugin zusammenarbeiten wollte. Vincent van Gogh hatte das Zimmer für Paul Gaugin mit Sonnenblumen ausgemalt. Sonnenblumen stehen für die Bewahrung der Schöpfung, für positive Gefühle und sind zudem ein Symbol für Bewunderung und Freundschaft. Doch Paul Gaugin hatte eine gänzlich anderen Kunstphilosophie als der Holländer, es kam zum Bruch und Paul Gaugin wanderte nach Tahiti aus. Vincent van Gogh, damals bereits sehr depressiv, bekam eine Nervenkrise und hat sich sein linkes Ohr abgeschnitten.
PAUL GAUGIN – „Die Geburt“ (1896 auf Tahiti)
Im Hintergrund des Bildes kann man Ochs & Esel erkennen, davor eine tahitianische Frau mit einem Baby auf dem Arm (Es ist möglich, dass Paul Gaugin beim Malen dieses Bildes an Maria und das Jesuskind dachte).
AUGUSTE RODIN – „Die Kauernde“ (1880)
Die bekanntesten Plastiken von Frankreichs führendem Bildhauer sind „Der Denker“ oder „Der Kuss“ (leider nicht in der Neue Pinakothek).
Auf dem Rundgang durch die französischen Impressionisten entdeckt der Besucher Landschaften und Porträts u.a. von Paul Cézanne, Pierre Auguste Renoir oder Edgar Degas.
Die Neue Pinakothek war zu ihrer Eröffnung 1853 die erste Sammlung „moderner“ Kunst weltweit. Der Auftrag für das Gebäude sowie der Grundstock der Sammlung stammen von König Ludwig I. Knapp 400 Werke europäischer Kunst vom 18. bis 20. Jahrhundert von deutscher Romantik bis hin zum französischen Impressionismus können in der Neuen Pinakothek bewundert werden (nach der Generalsanierung wieder ab 2029).
Die heutige Neue Pinakothek steht an der Stelle des 1853 errichteten Vorgängerbaus, der dem Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs zum Opfer fiel. König Ludwig I. hatte damals die von den Architekten Friedrich Gärtner und August Voit entworfene Galerie für seine Sammlung zeitgenössischer Malerei auf dem Grundstück gegenüber der Alten Pinakothek bauen lassen. Er wollte einen Dialog zwischen der Kunst seiner Zeitgenossen und den als Vorbilder verehrten Alten Meistern ermöglichen.
Die von König Ludwig I. in Auftrag gegebene Alte Pinakothek konnte trotz der starken Kriegszerstörung originalgetreu wieder aufgebaut werden.
Die Alte Pinakothek Leo von Klenzes wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch Architekt Hans Döllgast wiederaufgebaut. Die Ruine der Neuen Pinakothek wurde abgebrochen und durch einen modernen Neubau nach Plänen von Alexander Freiherr von Branca ersetzt. In diesem Neubau sind neben der Galerie der Neuen Pinakothek auch die Verwaltung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und das Doerner Institut untergebracht.
Das Äussere von Brancas Neuer Pinakothek wurde wegen der auffälligen Zitate historischer Form- und Stilelemente gelegentlich kritisiert. Das Innere gilt als einer der besten Museumsbauten der Nachkriegszeit in Deutschland. Es geht um eine Abfolge unterschiedlich grosser, hervorragend beleuchteter Räume, die sich an den Bedürfnissen der ausgestellten Werke orientieren.
Der Auftrag für das Gebäude sowie der Grundstock der Sammlung zeitgenössischer Kunst stammen von König Ludwig I. Knapp 400 Werke europäischer Kunst vom 18. bis 20. Jahrhundert können in der Neuen Pinakothek bewundert werden. Das sind Werke von der deutschen Romantik bis hin zum französischen Impressionismus. Sehenswerte Beispiele sind Meisterwerke von Carl Spitzweg, Carl Rottmann, Gustav Klimt und den Protagonisten der Plein Air Malerei. Impressionisten wie Claude Monet, Édouard Manet, Camille Pissaro, Auguste Renoir, Paul Gauguin, Paul Cézanne und Vincent van Gogh sind hier hervorragend vertreten.
Bildnis Dodo
Das Frankfurter Städel Museum erwarb 1911 mehrere Werke van Goghs für den Aufbau einer modernen Kunstsammlung – so auch das “Bildnis des Dr. Gachet“. Es zeigt van Goghs umstrittenen Nervenarzt und ist das letzte Porträt, das der Künstler vor seinem Selbstmord malte. 1937 wurde das Gemälde von den Nationalsozialisten beschlagnahmt, zu “entarteter Kunst” erklärt und gegen Devisen auf dem internationalen Kunstmarkt verkauft. 1990 wurde das bis dahin teuerste Kunstwerk aller Zeiten für 82,5 Millionen Dollar versteigert und ging in unbekannten Privatbesitz über.
Alexander Freiherr von Branca errichtete diesen Neubau in den 1980er Jahren
Die Galerie der Neuen Pinakothek ist aus baulichen Gründen und zur Vorbereitung umfangreicher Sanierungsmaßnahmen für die Öffentlichkeit voraussichtlich bis 2025 geschlossen. Eine Auswahl von Meisterwerken der Kunst des 19. Jahrhunderts werden seit Sommer 2019 im Erdgeschoss der Alten Pinakothek (Ostflügel) und in der Sammlung Schack gezeigt.
Seit 40 Jahren begleite ich als Gästeführerin Kunstfreunde aus bisher 50 Ländern durch die höchst interessante Sammlung des 19. Jahrhundert, speziell zu unglaublichen wertvollen Kunstwerken der impressionistischen und post-impressionistischen Epoche.
Eintritt Sonntag: 1 EUR pro Person
New Art Gallery – Impressionism meets Romanticism
The „Neue Pinakothek“ (New Art Gallery) was first opened in 1853. It became the first public mueum of “modern” art in the world. The building was ordered and financed by King Ludwig I. He wanted to have his private art collection displayed for his people by his favorite architect Leo von Klenze. During our guiding tour I will take you to some of the most adorable 400 European art pieces from the 18th to the 20th century. You will delighted by German Romanticism as well as by impressive French Impressionism: Claude Monet, Édouard Manet, Camille Pissaro, Auguste Renoir, Paul Gauguin, Paul Cézanne and Vincent van Gogh. Fans of this genius painter can admire several masterpieces in the New Pinakothek including one of his world famous painting showing the “Sun Flowers”.
The Blue Vase – Paul Cézanne
Romantic sentimentalism is shown in the works by Caspar David Friedrich. Society painters like Wilhelm von Kaulbach and Carl von Piloty express the newly awakened interest in German history. The New Art Gallery hosts art of celebrated portraitists and landscapists from England, Spain and France. Thomas Gainsborough, Francisco de Goya and Jacques Louis David are represented marvelously.
The collection of French Impressionist includes masterpieces by Monet, Manet, Degas, Pissaro and Renoir. Paul Cézanne, Gauguin and Vincent van Gogh represent the pioneers of modern art. The museum also exhibits fine sculptures of the same period.
Actually the building of the New Art Gallery is closed for a general repair until 2025. Since summer 2019 masterpieces of the 19th century can be admired in the east wing of the Old Pinakothek as well in the gallery Schack in Munich-Bogenhausen.
Entrance fee on Sundays: 1 EUR per person.
Barbara Schöne, Your Tour Guide since 40 years in German, English and French
König Ludwig I. – Bauherr der Alten und der Neuen Pinakothek, des Königsplatzes, der Ludwigstrasse, der Ludwig-Maximilian-Universität, der Feldherrnhalle und des Siegestors
BARBARA SCHÖNE – Offizielle Gästeführerin in Deutsch, Englisch und Französisch
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