König Ludwig II.

König Ludwig II.

Bayern verdankt König Ludwig II. seine bekanntesten Sehenswürdigkeiten

König Ludwig II. bewegt nach über 135 Jahre nach seinem mysteriösen Tod die Herzen der Menschen. Zeit seines Lebens zog der scheue Monarch die bayerischen Berge und seine „Märchenschlösser“ dem lauten Stadtleben in München vor. Das erste und bedeutendste Schloss Ludwigs, Neuschwanstein, ist gebaute Kulisse für Richard Wagner’ s Opern “Tannhäuser” und “Lohengrin”.

Schloss Linderhof im malerischen Graswangtal ist der einzige Schlossbau, den Ludwig vollendete und auch intensiv nutze. Im Jahr 1878 wurde mit der Herreninsel im Chiemgau der geeignete Ort gefunden, um das Schloss des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. in Versailles nachzubauen.

Meine informative, geschichtsträchtige Stadtbesichtigung auf den Spuren des “Märchenkönigs” führt Sie von der königlichen Residenz durch die Brienner Straße zum Sommerschloss Nymphenburg mit Marstallmuseum und seinen kostenbaren Kutschen und schließlich zu seiner Grablege in der Gruft der Michaelskirche. Ich erzähle vom zwiespältigen Verhältnis des jungen Ludwigs zu München und der Regierung unter dem Thronfolger und späteren König Ludwig II. Sie erfahren von seinen exzentrischen Wünschen und Träumen. Warum hat er beispielsweise die Welt des Orients im Maurischen Kiosk in Schloss Linderhof oder in einem zauberhaften Wintergarten auf dem Dach der Residenz inszeniert? Wie kam es zu seinem Schachen-Pavillon im Schweizer Chalet-Stil auf 1900 Meter Höhe? Wieso trugen dort der König und seine Diener türkische Tracht und rauchten Wasserpfeife in einer alpinen Umgebung?

Ludwig über sich selbst:

Ein ewig Rätsel will ich bleiben

Am 25. August 1845 läuteten in ganz München die Kirchenglocken. Mit 101 Kanonenschüsse wurde den Bürgern die lang ersehnte Geburt des Stammhalters von Kronprinz Maximilian und seiner Frau Marie (einer Prinzessin von Preußen) verkündet. Drei Jahre später kam sein einziger Bruder auf die Welt. Das war Otto, der nach dem unglückseligen Tod von Ludwig II. selbst König wurde. Otto konnte wegen einer Geisteserkrankung nicht regieren, sondern lebte bis zu seinem Tod in Schloss Fürstenried.

Für König Ludwig II. und seinen Bruder Otto regierte vom 10. Juni 1886 bis zum 12.12.1912 ihr Onkel, Prinzregent Luitpold von Bayern.

König Ludwig II

Kronprinz Ludwig kam am 25. August 1845 im Schloss Nymphenburg zur Welt. Bayern verdankt dem Märchenkönig seine bekanntesten Sehenswürdigkeiten: Schloss Neuschwanstein, Schloss Linderhof und Schloss Herrenchiemsee. Er starb an Pfingstsonntag, 13. Juni 1886, unter geheimnisumwitterten Umständen im Starnberger See.

Während unserer Stadtführung besuchen wir in Schloss Nymphenburg unter anderem Ludwig ‘s  Geburtszimmer und den „Steinernen Saal“. Im diesem Festsaal fand einen Tag nach Ludwigs Geburt die Taufe des Neugeborenen durch den Erzbischof von München und Freising statt. Taufpaten waren König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und – in Abwesenheit – König Otto von Griechenland. Der königliche Großvater Ludwig I. setze für den an seinem Geburts- und Namenstag, dem Tag des heiligen Ludwig, geborenen Enkel seinen Namen Ludwig als Rufnamen durch. Der kleine Kronprinz wurde auf die Namen Otto Friedrich Wilhelm Ludwig getauft.

Im Hauptschloss Nymphenburg betrachten wir das Gemälde vom Starnberger See mit Schloss Berg. Am Starnberger See verbrachte Ludwig einst schöne Stunden an einem seiner Liebingsplätze auf der anderen Seite von Schloss Berg. Im kleinen “Casino” auf der Roseninsel empfing der König Gäste wie den Komponisten Richard Wagner, Kaiserin Elisabeth von Österreich oder die Zarin Maria Alexandrowna.

Casino

“Casino” auf der Roseninsel

Wir spazieren durch das Marstallmuseum mit Prunkkutschen (darunter der sogenannte Hochzeitswagen des Märchenkönigs). Ich erkläre Ihnen die Gemälde von Ludiwg’ s Lieblingspferden und Prunkgeschirren sowie seine „Nächtlichen Schlittenfahrten“.

Prunkkarosse von König Ludwig II

Im Marstallmuseum in Schloss Nymphenburg beeindruckt die Sammlung von Prunkwagen, Prunkschlitten und kostbar ausgestatteten Kutschen von König Ludwig II.

Mit 15 Jahren durfte Kronprinz Ludwig zum ersten Mal ins Theater zu einer Aufführung der Oper „Lohengrin“ gehen. Die Begegnung mit dem Werk Richard Wagners hat das künftige Leben des jungen Ludwig nachhaltig geprägt. Fortan wurde er ein überaus großzügiger Förderer Richard Wagners. Nach Möglichkeit besuchte er die Uraufführungen der Opern Tristan und Isolde, der Meistersinger von Nürnberg, Rheingold und Die Walküre im Königlichen Opernhaus, dem heutigen Nationaltheater.

In der Residenz sehen wir das Portrait König Ludwig II. im Krönungsornat mit der Collane des St. Hubertus-Ritterordens und bestaunen in der Schatzkammer die wertvolle Sankt Georg’s Statuette, das Prunkstück dieser kostenbaren Sammlung.

St. Georg's Ritterstatuette mit 2000 Diamanten in der Schatzkammer

Die St. Georg’s Ritterstatuette ist ein einzigartiges Kunstwerk von Goldschmieden aus München und Augsburg und wurde in einem Zeitraum von 10 Jahren hergestellt.  Sie enthält 2000 Diamenten, 200 Rubine und vier Perlen in Birnenform. In einer kleinen Schublade befand sich eine St. Georg’s Reliquie.

Dazu gehört die Prunkkette und das St.-Georgs-Ritterorden-Schwert. König Ludwig II. hat ausgewählte Prunkgefäße aus Bergkristall bei den Festbanketten anlässlich der Georgi-Ritter-Feste im St. Georgs-Rittersaal auf eigens errichteten Kredenzen präsentieren lassen. Im sogenannten „Großen Wintergarten” mit künstlichem See auf dem Dach der Residenz träumte der scheue König von einer besseren, einer anderen Welt.

Im Cuvilliéstheater, dem schönsten Rokoko-Theater der Welt, hat der König ebenfalls Separatvorstellung von 1872 – 1885 beigewohnt, teilweise mit seiner Verlobten und Cousine Prinzessin Sophie, Tochter des Herzogs Max in Bayern.

Das Cuvilliés-Theater ist das schönste Rokoko-Theater der Welt

Das zauberhafte Cuvillliés-Theater ist ein Rokoko-Juwel und wurde gegen 1750 von Architekt Francois de Cuvillliés d. Älteren im Auftrag von Kurfürst Max III. Josef errichtet.

ENGLISH

The Cuvilliés Theater, named after its creator Francois Cuvilliés the Elder, was built between 1752 and 1755.  It was destroyed in the Second World War, but the unique South German Rococo styled interior had been removed beforehand and stored in a safe place outside. It was inaugurated in 1958 for Munich’ s 800th anniversary of foundation in 1158. This magical rococo theatre was closed for many years and reopened in 2008 for the 850th anniversary of the city’s founding. It now offers a perfect backdrop of performances.

Paris Coronation Coach

This splendid Paris Coronation Coach was used for the coronation of the emperor Karl Albrecht in 1742

The well-known Marstallmuseum has state coaches, sleights and riding equipment used by the Bavarian rulers. On the picture below you may have a glimse of the Paris Coronation Coach, which was used for the coronation of the emperor Charles VII in 1742 in Francfort/M. Among the main highlights of this museum are the magnificent vehicles that belonged to King Ludwig II. On the upper floor is the exquisit Bäuml Collection, which is an almost complete record of the products of the Nymphenburg Procelain Manufactory from 1747 – 1930.

Marstallmuseum

Marstallmuseum

Am 25. August 1867, dem Geburts- und Namenstag von König Ludwig II., wurde der Grundstein zum Neuen Rathaus am Marienplatz gelegt. Zudem wurde die Statue König Ludwig II. an der Hauptfassade von einem Bildhauer modelliert.

Unter König Ludwig II. gelang die Fertigstellung des vom Vater begonnenen Maximilianeums.

Im Hofbräuhaus befindet sich der König Ludwig-Stammtisch.

Im Karl-Valentin-Musäum gibt es im Turmstüberl ein festes König-Ludwig-Eck und eine kleine Sammlung von Ludwig-Kitschpostkarten von Karl Valentin.

Am Karolinenplatz hat Ludwig seine früheste Kindheit im Palais Törring-Jettenbach verbracht. In der Brienner Straße hat der feinsinnige Schwärmer für Komponist Richard Wagner und Cosima von Bülow eine Villa finanziert.

In der Krypta in St. Michael fand König Ludwig II. neben seinem Bruder Otto und 41 Wittelsbachern seine Ruhestätte. Königstreue legen zu Gedenktagen rote Rosen auf den mächtigen Sarkophag.

Barbara Schöne – Ihre Stadtführerin in und um München

Ich bin eine stille Verehrerin von König Ludwig II., seinem großartigen Pioniergeist und Lebenswerk, ohne dessen Passion für die Musikdramen von Richard Wagner es keine Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth geben würde. Diese durfte ich von 1967 bis 2010 mit kleineren Unterbrechungen mit viel Herzblut besuchen – einfach unvergessen.

PS Die Biografie von König Ludwig II. habe ich unter Attraktionen/Exkursionen auf dieser Website eingestellt – bei Interesse bitte anklicken und durchlesen -:)

Schloß Neuschwanstein mit Blick auf den Alpsee und die Tiroler Berggipfel

König Ludwig II. von Bayern – Biographie

König Ludwig II. von Bayern – Biographie

Schloss Nymphenburg umgeben vom Kanalsystem Kurfürst Max Emanuels

Das Hauptschloss Nymphenburg wurde ab 1664 nach der Geburt des lang ersehnten Thronfolgers Max Emanuel von italienischen Architekten vor den Toren von München erbaut.

Biographie

Am 25. August 1845 wurde der legendäre Kronprinz Ludwig und spätere Bayernkönig Ludwig II in Schloss Nymphenburg geboren. Seine eigentliche Heimal lag jedoch in den bayerischen Bergen. Am wohlsten fühlte er sich in der Bergeinsamkeit. Ludwig II. regierte in Bayern von 1864 bis 1886.
Der Märchenkönig Ludwig II. starb am Pfingstsonntag, 13. Juni 1886, unter bisher mysteriösen Umständen zusammen mit seinem Gutachter Dr. Bernhard von Gudden im Starnberger See.

König Ludwig II. von Bayern (G. Schachinger)

König Ludwig II. im kostbaren Umhang aus mit Goldfäden besticktem Samt und Hermelin (G. Schachinger)

Ein ewig Rätsel

Der Mythos bildete sich schon zu Lebzeiten des Königs. “Ein ewig Rätsel will ich bleiben mir und anderen” hatte Ludwig einst seiner Erzieherin geschrieben. Dieses Rätselhafte fasziniert die Menschen noch heute.

Der Dichter Paul Verlaine nannte Ludwig II. den “einzigen wahren König dieses Jahrhunderts”. Der menschenscheue Träumer, das Gegenbild eines Bürgerkönigs, ist noch heute als “der Kini” in Bayern präsent und wird als Idol verehrt.

Eine königliche Villa in einem prachtvollen Landschaftspark im Graswangtal

Schloss Linderhof war das Lieblingsschloss des baufreudigen Königs. Vor dem Schloss ist die vergoldete Liebesgöttin Venus inmitten eines großzügigen Wasserbassins dargestellt.

Seine Schlösser sollte nie ein Fremder betreten. Seit dem Tode König Ludwigs II. wurden sie bisher von mehr als 60 Millionen Menschen besucht. Die drei Königsschlösser sind steinerne Zeugen der idealen Gegenwelt, die der König sich in Abwendung von der Gegenwart errichtete. Sie wurden die Bühne seines Lebens als König von Gottes Gnaden.

An dem Versuch der Selbstverwirklichung im Historischen, im Poetischen und im Idealen ist Ludwig II. schließlich gescheitert. Um seinen myseriösen Tod haben sich viele Legenden gebildet. In einem privaten Film wollte ein Königstreuer 2018 im Gemeindehaus in Putzbrunn sogar darlegen, dass König Ludwig II im Starnberger See rücklings erschossen wurde. Die offiziele Version spricht davon, daß der König seinen Tod der Rückkehr in die Wirklichkeit vorzog.

Kronprinz Ludwig

Portrait des jungen Ludwig (W. Tauber)

Portrait des jungen Ludwig
(W. Tauber)

Der Geburtstag des Kronprinzen fiel auf den Tag des heiligen Ludwig IX., König von Frankreich und Stammvater des Hauses Bourbon. König Ludwig I. von Bayern, sein Großvater und Taufpate, war auch am 25. August geboren worden. König Ludwig I. hat also Ludwig XVI. von Frankreich zum Paten gehabt.
Für das Selbstverständnis des Kronprinzen blieb diese Beziehung zum Königshaus der Bourbonen zeitlebens bedeutsam.

Ludwig und sein jüngerer Bruder Otto wurden streng und pflichtbetont erzogen. Die Eltern waren König Maximilian II. von Bayern und seine preußische Gemahlin, Königin Marie. Die Eltern hielten Distanz zu ihren Söhnen.

Ludwig kostümierte sich gern … Ludwig zeigte Freude am Theaterspielen, liebte Bilder und dergleichen … Ludwig schenkte gern anderen von seinem Eigentum, Geld und Sachen” vermerkte die Mutter. All das blieb so. Auch die starke Phantasie, der Hang zur Solitude und sein ausgeprägtes Hoheitsgefühl sind bei Ludwig von Kindheit an überliefert.

König Ludwig II. in seiner Paradeuniform mit Hermelinumhang (F. v. Piloty)

König Ludwig II. wurde als junger König von Bayern in seiner Paradeuniform mit Hermelinumhang portraitiert (F. v. Piloty)

Der junge König

Nach dem  plötzlichen Tod seines Vaters König Maximilian II bestieg Ludwig mit erst 18 Jahren 1864 den Thron. Der jugendliche Ludwig war ohne Lebens- und Politikerfahrung. Von den Frauen, insbesondere von Europas Prinzessinnen, wurde Ludwig schwärmerisch verehrt.

Im Rückblick äußerte er 1873:
Ich bin überhaupt viel zu früh König geworden. Ich habe nicht genug gelernt. Ich hatte so schön angefangen, Staatsrecht zu lernen. Plötzlich ward ich herausgerissen und auf den Thron gesetzt. Nun, ich suche noch zu lernen …”

Schon 1866 erlitt Ludwig II. die größte Niederlage seines Lebens. Das expandierende Preußen besiegte 1866 im “Deutschen Krieg” Österreich und das Königreich Bayern. Seitdem war Bayern außenpolitisch von Preußen abhängig. Damit hat König Ludwig II. seine Souveränität verloren und war nur noch ein “Vasall” seines preußischen Onkels.

Richard Wagner

Die Musikdramen und Schriften Richard Wagners begeisterten bereits den Kronprinzen. Mit 14 Jahren durfte er zum erten Mal die Oper “Lohnegrin” besuchen. Er war fortan fasziniert von der Persönlichkeit Richard Wagners und dessen Umfeld mit der schönen Cosima von Bülow (Tochter des Komponisten Franz Liszt). Ludwig beschloss, den Komponisten nach München zu holen, sobald er König sei. Die Festspielidee faszinierte den romantischen Monarchen. 1864 ließ der junge König den sächsischen Komponisten Wagner zu sich rufen und rettete ihn damit aus größter Not und dem Schuldturm in Wien.

… Heute wurde ich zu ihm geführt. Er ist leider so schön und geistvoll, seelenvoll und herrlich, dass ich fürchte, sein Leben müsse wie ein flüchtiger Göttertraum in dieser gemeinen Welt zerrinnen. Von dem Zauber seines Auges können Sie sich keinen Begriff machen. Wenn er nur leben bleibt! Es ist ein unerhörtes Wunder!” schwärmte der Komponist nach der ersten Begegnung in München.

Opernkomponist Richard Wagner, Fotografie F. Hanfstaengl

Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung König Ludwig II. für Richard Wagner entstanden viele weltberühmte Opernwerke und das Festspielhaus in Bayreuth,
Fotografie F. Hanfstaengl

In den folgenden Jahren wurde München durch die Uraufführungen von “Tristan und Isolde” (1865), “Die Meistersinger von Nürnberg” (1868), “Das Rheingold” (1869) und “Die Walküre” (1870), zur Musikhauptstadt Europas. Ludwig II. führte damit die mäzenatische Tradition des Hauses Wittelsbach glanzvoll fort.

Wagner allerdings musste München schon Ende 1865 verlassen, da er sich in Regierungsgeschäfte einmischte. Zudem lebte er auf Kosten des romantischen Königs verschwenderisch wie ein Fürst. Später verwahrte sich Ludwig II. auch gegen antisemitische Äußerungen des Freundes. Am kostspieligen Dienst für das Genie Wagner hielt der König allerdings fest.

Das für München geplante monumentale Festspielhaus wurde in stark vereinfachter Form in Bayreuth errichtet und 1876 mit dem Zyklus “Der Ring des Nibelungen” eingeweiht. 1882 wurde in Bayreuth “Parsifal” uraufgeführt. Ohne das Engagement König Ludwigs II. hätte es die Bayreuther Festspiele nie gegeben. Für diese wegweisenden Entscheidungen unseres Märchenkönig bin ich als Wagnerianerin heute noch aus tiefstem Herzen dankbar.

Gegenwelt

Ludwig II. war durchdrungen von der Idee eines heiligen Königtums von Gottes Gnaden. In der Realität war er ein konstitutioneller Monarch. Er war ein Staatsoberhaupt mit Rechten und Pflichten und geringen Spielräumen. Er begann mit der Errichtung seiner drei Königsschlösser in Linderhof, Hohenschwangau und auf der Herreninsel. Mit dem Schlösserbau kreierte sich der König seine Traumwelt. Er lebte in einer unrealistischen Gegenwelt, in der er sich als wahrer König empfinden konnte. Seit etwa 1875 lebte der König nachts und schlief am Tage.

Bereits 1868 entstanden von Theatermalern geschaffene Idealentwürfe für eine “Neue Burg Hohenschwangau” hoch über dem beschaulichen Hohenschwangau seines Vaters. Der erste Entwurf zeigte einen “Byzantinischen Palast” und eine Kopie von Versailles.

Das üppig ausgestattete Treppenhaus mit Marmorstufen in Schloss Herrenchiemsee

Das Prunktreppenhaus in Schloss Herrenchiemsee wurde noch prächtiger und großzügiger errichtet als das Treppenhaus von Sonnenkönig Ludwig XIV. von Frankreich in Versailles.

Die “Neue Burg” (heute Schloss Neuschwanstein genannt) versetzte den scheuen König in das christliche Königtum des Mittelalters. Ab 1878 wurde das neue Versailles Herrenchiemsee errichtet. Es vergegenwärtigte den barocken Absolutismus der bourbonischen Könige Frankreichs, die Ludwig sehr verehrte.

Eine königliche Villa in einem herrlichen Landschaftspark

Schloss Linderhof war das Lieblingsschloss des baufreudigen Königs. Vor dem Schloss ist die vergoldete Liebesgöttin Venus inmitten eines Wasserbassins dargestellt.

Linderhof im Graswangtal wurde ab 1869 zu einem Sammelplatz für Illusionen verschiedenster Herkunft. Dort wurde die modernste Technik unter anderem durch Herrn Siemens unterstützt. Werner von Siemens ist der Gründer des größten deutschen Unternehmens für Elektrik und Elektronik von heute.

Nächtliche Schlittenpartie Ludwigs II. im Graswang Tal unweit von Schloss Linderhof (R. Wenig)

Nächtliche Schlittenpartie
Ludwigs II. (R. Wenig)

Auch bei der Folge fantastischer Kutschen und Schlitten wurde modernste Technik verwendet. Der romantische träumerische König ließ sich gerne nachts kutschieren. Die Schlittenbeleuchtung war eine mit Batterie betriebene Laterne.

Gegenüber dem Aufenthalt in den Bergen wurden seine Tage in München immer kürzer. Ludwig II. wollte auch in München seine Gegenwelt aufrechterhalten. Dabei halfen ihm die “Separatvorstellungen” im Hoftheater. Die Opern- und Schauspielaufführungen wurden nur für den König allein aufgeführt. Er hatte sich zwei Tage vor der Hochzeit mit seiner Verlobten getrennt. Seine junge Cousine Prinzessin Sophie in Bayern war untröstlich. Auch ihr Leben verlief anders als von den liebenswerten Eltern geplant.

Königshaus am Schachen

Königshaus am Schachen

Ab 1870 ließ Ludwig II. ein Ferienhaus im Schweizer Chalet-Stil auf der Schachenalm im Hochgebirge auf knapp 1900 Metern Höhe errichten und eine Zufahrt von Elmau aus anlegen. Die grandiosen Hochgebirgseindrücke der bayerischen Alpen faszinierten Ludwig. Das Erdgeschoss wurde mit wertvollem Zirbelholz getäfelt. Eine Wendeltreppe geht hinauf in einen hohen Raum. Dieser ist üppig mit vergoldetem Ornament ausgeziert und von großen bunten Glasfenstern phantastisch beleuchtet. Kostbare Teppiche sind ausgelegt. In diesem “Maurischen Saal” ließ der König Ideen aus einem historischen Saal im Palast des Sultans Selim II. verwirklichen. An den Wänden hängen prunkvolle Leuchter, in der Mitte befindet sich ein Springbrunnen, daneben stehen Vasen mit Straußenfedern, bunt verglaste Fenster tauchen den Saal in ein Farbenmeer. Ludwig und seine Diener trugen hier türkische Tracht und rauchten Wasserpfeife anlässlich seines Geburtstages am 25. August. Die Iden zum orientalischen Dekor entdeckte der schwärmerische König in einem britischen Buch, da er sich gern und oft mit den Kulturen des Orients beschäftigte.

Auf unserer rund 2-stündigen Auto- / Busrundfahrt erzähle ich Ihnen als Gästeführer die Geschichte des Königshauses. Sie erfahren Details aus dem ungewöhnlichen Leben des schwärmerischen Königs sowie über die technischen und politischen Schwierigkeiten beim Bau der “Burg”. Sofort nach dem mysteriösen Tod des knapp 42jährigen Königs wurde der Bau eingestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. An Pfingstsonntag, 13. Juni 1886, waren der König und sein Leibarzt Dr. von Gudden von einem Spaziergang am Starnberger See am Abend nicht nach Schloss Berg zurückgekehrt. Ein Suchtrupp wurde losgeschickt. Der Leibfischer Ludwigs, Jakob Lidl an der Spitze, fischte die beiden leblos aus dem Starnberger See und erkannte eindeutig den Psychiater und seine Majestät. Was wirklich passiert ist, ist der Öffentlichkeit nicht bekannt. Die einzig wahre Geschichte wird es wohl nie geben.

Das Märchenschloß Neuschwanstein

Auf einen harten Fels gebaut steht Schloss Neuschwanstein hoch über der Pöllatschlucht mit grandiosem Blick hinüber zum Forgensee, Alpsee und nach Füssen.

Barbara Schöne, Reiseleiterin und Gästeführerin seit 40 Jahren

König Ludwig II.

Schloss Herrenchiemsee

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1873 erwarb König Ludwig II. von Bayern die Herreninsel als Standort für sein Neues Schloss Herrenchiemsee. Als Abbild von Versailles sollte dieses Schloss ein “Tempel des Ruhmes” für König Ludwig XIV. von Frankreich werden. Der bayerische Monarch verehrte den Sonnenkönig grenzenlos.

Der Verwirklichung gingen insgesamt 13 Planungsphasen voraus. 1878 wurde mit dem Bau des “Bayerischen Versailles” nach Plänen von Georg Dollmann begonnen. 1886, beim Tod von König Ludwig II., war das Schloss noch nicht vollendet. Einige Teile wurden später abgetragen.

Prunktreppenhaus

Prunktreppenhaus

Neben den großen Schauräumen sind das Prunktreppenhaus, das Paradeschlafzimmer und die Große Spiegelgalerie besonders sehenswert. Das intime Kleine Appartement ist in Formen des französischen Rokoko gehalten und diente als Wohnung des Königs.

1876 legte Hofgärtendirektor Carl von Effner die endgültige Planung für einen großen Garten nach dem Vorbild von Versailles vor. Beim Tod des Königs waren nur die Gartenteile entlang der Hauptachse mit ihren berühmten Brunnen und Wasserspielen fertiggestellt.

König Ludwig II.-Museum

Das Museum ist in zwölf modern gestalteten Räumen im Erdgeschoss des Südflügels untergebracht und wurde 1987 eröffnet. Es widmet sich den Lebensstationen Ludwigs II. von der Geburt bis zum frühen tragischen Tod am 13. Juni 1886 im Starnberger See. Anhand von gemalten Portraits, Büsten, historischen Fotografien und originalen Prunkgewändern bekommt der Besucher Einblicke in die Vita des Königs und seines jüngeren Bruders  Otto.

König Ludwig II. von Bayern, Fotografie von Franz Hanfstaengl, 1876

König Ludwig II. von Bayern, Fotografie von Franz Hanfstaengl, 1876

Als Mäzen des Komponisten Richard Wagner ging der König in die Musikgeschichte ein. Zu diesem Thema sind Portraits, schriftliche Dokumente sowie Theater- und Bühnenbildmodelle ausgestellt.

Die”Königsschlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee sind ebenso dokumentiert wie die anderen Bauprojekte König Ludwigs II.

Originale Prunkmöbel aus dem zerstörten königlichen Appartement der Münchner Residenz oder aus dem ersten Schlafzimmer von Schloss Linderhof sind Höhepunkte des Museums.

Schau- und Prunkstücke des Kunsthandwerks, vom König in Auftrag gegeben, dokumentieren den europäischen Rang der höfischen Münchner Kunst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Tagesausflug ab/bis Hotel in München mit dem Touristenbus / Limousine nach Prien/Chiemsee. Dann erfolgt die Überfahrt mit dem Dampfschiff auf die Herreninsel und Kutschfahrt oder Spaziergang durch den Inselpark zum Neuen Schloss. Vorab-Reservierung für den Eintritt mit Führung in der gewünschten Sprache ist unbedingt erforderlich.

Chiemsee Lake

Bavaria’s largest lake, also known as the „Bavarian Sea“, is surrounded by one of the loveliest and most diversified landscapes in Upper Bavaria. The stately palace of King Ludwig II was built on the Herreninsel, the largest island in Lake Chiemsee. King Ludwig II. had bought it to be away from the world, politics and from reality.

Barbara Schöne, official tour guide since 40 years

Schloss Linderhof / Castle Linderhof and Park

Schloss Linderhof / Castle Linderhof and Park

Schloßpark von Schloß Linderhof

Aus der vergoldete Venus sprudelt jede halbe Stunde eine fantastische Fontaine heraus, die bis zu 12 m hoch wird – ein sehr populäres Fotomotiv.

Entstehungsgeschichte von Schloss Linderhof –

ein regelrechtes Schatzkästchen

Schloss Linderhof - ein regelrechtes Schatzkästchen

Schloss Linderhof ist der einzige Schlossbau, den König Ludwig II. vollendete und intensiv nutze. In der orientalischen Welt seines Maurischen Kiosk versuchte der einsame König, der ihn nicht verstehenden Welt zu entfliehen.

Träume und Umsetzung

Die Bautätigkeit des 1864 zum König gekrönten Ludwig II. begann 1867/68 zunächst mit der Gestaltung seiner Gemächer in der Münchner Residenz und der Grundsteinlegung von Schloss Neuschwanstein.

Entwurf eines Byzantinischen Palastes, Aquarell von G. Dollmann,1869

Entwurf eines Byzantinischen Palastes,
Aquarell von G. Dollmann,1869

Bereits 1868 entwickelte Ludwig II. die ersten Bauprojekte für Linderhof. Doch weder das geplante Projekt eines Versailles nachempfundenen Schlosses in der Talebene noch die Pläne zur Errichtung eines großen byzantinischen Palastes kamen zur Ausführung.

Das ehemalige Försterhäuschen seines Vaters Maximilian II. wurde zum Kern der Bautätigkeiten. Das befand sich damals am heutigen Schlossvorplatz. Der König nutzte es bereits als Kronprinz bei Jagdausflügen mit seinem Vater. Daraus ist in langer Bau- und Umbauzeit Schloss Linderhof entstanden. Das ist der einzige größere Schlossbau, den König Ludwig II. vollendet erlebte.

Vom Forsthaus zum Königshäuschen

1869 ließ Ludwig II. das Försterhäuschen für seine Zwecke als “Königshäuschen” umbauen und ausstaffieren.

Bleistiftskizze von 1871: Königshäuschen (Bauphase 1) mit Flügelanbau (Bauphase 2) neben dem Bauernhaus des Linderhofes

Bleistiftskizze von 1871: Königshäuschen (Bauphase 1) mit Flügelanbau (Bauphase 2) neben dem Bauernhaus

Erweiterung mit hölzernen Anbauten

Bereits 1870 wurde unter der Leitung von Hofbaudirektor Georg Dollmann ein einachsiger Flügel angebaut. Noch während der Fertigstellung dieses Anbaus folgte die entscheidende Neufassung der Bauidee.

Vom Frühjahr 1871 an wurde eine symmetrische Ergänzung des ersten Anbaus und die Verbindung der zwei Flügelbauten durch ein Schlafzimmer geplant und ausgeführt. Eine hölzerne Treppe erlaubte ein Betreten der um einen offenen Innenhof gelegenen U-förmigen Anlage.

Das alte Königshäuschen war damit überflüssig. Es wurde zunächst beibehalten und zeigt den emotionalen Bezug des Königs zu diesem Gebäude.

Ölgemälde von 1872: Darstellung des Königshäuschens (ehemaliges Försterhaus; Bauphase 1) mit U-förmigem Anbau des Almhüttenbaus (Bauphase 2/3)

Ölgemälde von 1872: Darstellung des
Königshäuschens (ehemaliges Försterhaus)

Umhüllung aus Stein

Die schrittweise entstandene Situation erforderte jedoch eine durchgängige architektonische Lösung. Im Februar 1873 genehmigte König Ludwig II. eine Planung, die die Gestaltung des Schlosses endgültig festlegte. Zunächst wurde das Holzständerwerk mit festem Mauerwerk ummantelt und eine neue kreuzförmig gegliederte Verdachung erstellt. Dieser Gebäudeteil bildete gestalterisch den Kern des neuen Schlosses. Es besaß aber noch kein innen liegendes Treppenhaus.

Plan für die Westfassade von 1873 nach der Steinummantelung (Bauphase 4) mit dem noch bestehenden Königshäuschen

Plan für die Westfassade von 1873 nach der
Steinummantelung

Vervollständigung des Eingangstrakts

Am 1874 erteilte der König die Genehmigung zum Versetzen des Königshäuschens an seinen heutigen, etwa 200 Meter entfernten Ort. An seiner Stelle wurde der neue Südtrakt errichtet.

Erst jetzt wurde das Schloss außen in seiner endgültigen Form verwirklicht. Im Inneren wurden Vestibül und Treppenhaus eingebaut. 1876 waren auch die Ausstattungsarbeiten im Südtrakt vollendet.

Einbettung in den Landschaftspark

Die Göttin Venus und die Wasserfontaine vor schöner Kulisse

König Ludwig II. ließ oben auf dem Berg hinter dem Schloss ein Wasserbecken errichten. In einem speziellen Tunnel schießt das auf dem Berg gesammelte Wasser aus dem Becken nach unten und bildet eine riesige Fontaine aus der Skulpturengruppe der Liebesgöttin Venus heraus – zum Vergnügen der Touristen direkt vor Schloss Linderhof

Die Verwandlung vom “Almhüttenbau” zur “Königlichen Villa” hatte entscheidende Konsequenzen für die ganze Umgebung des Schlosses. 1874 lag die fertige Planung der Parkanlage durch Hofgartendirektor Carl Joseph von Effner vor.

Vergrößerung des Schlafzimmers

1885/86 erfolgte eine letzte Umbauphase des Schlosses. Das Schlafzimmer als zentraler Raum wurde verbreitert und nach Norden verlängert. Dies erforderte einen erheblichen Umbau des Schlosses und eine neue Mittelpartie der Nordfassade einschließlich einer neuen Bedachung für diesen Bereich. Der nun 30 x 27 Meter messende Schlossbau kam 1886 durch den Tod König Ludwigs II. zum Abschluss. Die Fertigstellung des neuen Schlafzimmers erlebte er nicht mehr.

Das einzigartig dekorierte Schlafzimmer von König Ludwig II. in Schloss Linderhof

Das Paradeschlafzimmer ist der größte und prachtvollste Raum in Schloss Linderhof, herrlich geschmückt mit einem riesigen Lüster aus Bergkristall und zwei Marmorkaminen mit hohen Spiegeln darüber. Das Fenster zum Park mit der Kaskade hinunter zu Gott Neptun ist eingerahmt mit wertvollem Meißener Porzellan. Die königsblaue Samtbespanung rund um das große königliche Bett ist reich mit Goldfäden bestickt.

Linderhof Palace (Schloss Linderhof)

Linderhof Palace, Ludwig II’s “Royal Villa“, started out as the hunting lodge of his father King Maximilian II. The main attractions are the large ornate bedroom, the fountain of Neptune with cascades and the French-styled formal gardens, a smaller version of the Versailles gardens.

LInderhof

Oil painting of Linderhof, before King Ludwig II. built his Royal Villa instead and named it Linderhof Palace

Don’t miss to climb up a hill to visit the artificial Venus grotto where Ludwig II. adored the music of Richard Wagner and scenes of the fantastic opera “Thannhäuser” sitting in a precious boat floating on the artificial lake.

Pfauenthron im Maurischen Kiosk

Auf der Weltausstellung in Paris entdeckte König Ludwig II. das erste Fertighaus der Welt, einen Maurischen Kiosk mit wundervollem bunten Glas aus Böhmen. In dieser orientalischen Welt saß Ludwig II. sehr gerne  in türkischer Tracht auf dem Pfauenthron und rauchte Wasserpfeife.

Besides, I will take you to the Maurish Kiosk, a pre-fabricated pavilion with hundreds of colored Bohemian glass stones Ludwig II. was able to buy at the World Fair in Paris.

König Ludwig II. von Bayern im Krönungsornat

Der blendend aussehende junge König Ludwig II. im Krönungsornat kam vor 175 Jahren in Schloss Nymphenburg auf die Welt. Bereits mit 18 Jahren wurde er nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Maximilian der damals jüngste regierende Fürst Europas.

Let me entertain you! Of course you will get outstanding photos taken of the water fountain that develops itself every half hour out of the sculpture of the goddess of love, Venus, shining in bright gold in the sun. This is indeed a most beautiful picture in front of the palace.

The Peakok Throne in the Maurish Kiosk
shining in colorful Bohemian glass
Schloss Neuschwanstein

Schloss Neuschwanstein

Das Märchenschloß Neuschwanstein

Auf einen harten Fels gebaut steht Schloss Neuschwanstein hoch über der Pöllatschlucht mit grandiosem Blick hinüber zum Forgensee, Alpsee und nach Füssen.

Schloss Neuschwanstein war für König Ludwig II. Denkmal der Kultur und des Königstums des Mittelalters, das er verehrte und nachvollziehen wollte.Das Schloss wurde errichtet in mittelalterlichen Formen, jedoch mit damals modernster Technik. So ist Schloss Neuschwanstein das berühmteste Bauwerk des Historismus und ein Hauptsymbol des deutschen Idealismus.

1867 besuchte der junge König Ludwig II. die Wartburg, um einen prächtigen Sängersaal und Festsaal für sein Neuschwanstein entwerfen zu lassen. Der Sängersaal war ein Lieblingsprojekt des romantischen Königs und neben dem Thronsaal der wichtigste Raum im Schloss. Das Bildprogram zeigt die Sage von Parzival und dem Heiligen Gral. Die Laube ist mit der märchenhaften Waldlandschaft Klingsohrs ausgemalt.

Sieben Wochen nach dem Tod des Märchenkönigs Ludwig II. im Jahr 1886 wurde Schloss Neuschwanstein dem Publikum zugänglich gemacht. Der menschenscheue König hatte die mittelalterliche Burg erbauen lassen, um sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Seither ist sein Refugium ein weltberühmter Publikumsmagnet.

Neuschwanstein gehört heute zu den meistbesuchten Schlössern und Burgen Europas. Rund 1,5 Millionen Menschen jährlich besichtigen “die Schwanenburg des Märchenkönigs”.

Pferdekutschen und Touristen zu Fuß auf dem Weg hinauf zu Schloß Neuswchwanstein

Auf einer Privatstraße des Hauses Wittelsbach gehen Tausende von Touristen zu Fuss oder benutzen eine der begehrten Pferdekutschen hinauf zum Märchenschloss über der tosenden Pöllatschlucht.

Im Sommer drängen sich im Durchschnitt täglich mehr als 6.000 Besucher durch die kostbar ausgestalteten Räume. Diese waren nur für einen einzigen Bewohner bestimmt. Die vielen Touristen führen zu erheblichen Belastungen für die wertvollen Möbel und Textilien. Um deren Erhalt ist die Bayerische Schlösserverwaltung intensiv bemüht.

Kunstvoll geschnitztes Bett des Königs

Das königliche Bett ist aus Eichenholz geschnitzt und mit einer mit Silberfäden verzierten Seidendecke abgedeckt

Die idyllische Lage von Neuschwanstein ist einmalig. Allerdings müssen Bewegungen im Fundamentbereich ständig überwacht und die steilen Felswände immer wieder gesichert werden. Ebenso greift das raue Klima die Kalkstein-Fassaden stark an. Das erfordert weitere Sanierungsmaßnahmen.

Idee und Entstehung – Entstehungsgeschichte

Portrait des jungen Ludwig
(W. Tauber)

Ludwig II. war seit 1864 König von Bayern. Im 1868 richtete er folgende Zeilen an den von ihm verehrten Komponisten Richard Wagner:

Ich habe die Absicht, die alte Burgruine Hohenschwangau bei der Pöllatschlucht neu aufbauen zu lassen im echten Stil der alten deutschen Ritterburgen. Ich muss Ihnen gestehen, dass ich mich sehr darauf freue, dort einst (in 3 Jahren) zu hausen. Es wird mehrere Gastzimmer geben, von wo man eine herrliche Aussicht genießt auf den Berg Säuling, die Gebirge Tirols und weithin in die Ebene. Alle Räume sollen wohnlich und anheimelnd eingerichtet werden.

Sie kennen Ihn, den angebeteten Gast, den ich dort beherbergen möchte. Der Ort ist einer der schönsten, die zu finden sind, heilig und unnahbar. Es wird ein würdiger Tempel für den göttlichen Freund, durch den einzig Heil und wahrer Segen der Welt erblühte. Auch Reminiszenzen aus ‘Tannhäuser’ (Sängersaal mit Aussicht auf die Burg im Hintergrunde), aus ‘Lohengrin’ (Burghof, offener Gang, Weg zur Kapelle) werden Sie dort finden.

In jeder Beziehung schöner und wohnlicher wird diese Burg werden als das untere Hohenschwangau. Das Schloß meiner Eltern wurde jährlich durch die Prosa meiner Mutter Marie von Preußen entweiht. Die entweihten Götter werden sich rächen und oben weilen bei Uns auf steiler Höh‘, umweht von Himmelsluft.”

Idealentwurf zu Schloss Neuschwanstein von Christian Jank, 1869

Idealentwurf zu Schloss Neuschwanstein von Christian Jank (1869)

Fast alle Aspekte seines Neuschwanstein sind hier genannt. Unerwähnt aber blieb der politische Auslöser. 1866 hat Bayern im Bündnis mit Österreich einen Krieg gegen das expandierende Preußen verloren. Dem Königreich Bayern wurde ein “Schutz- und Trutzbündnis” aufgezwungen, das dem König im Kriegsfalle die Verfügung über seine Armee nahm. Damit war Ludwig II. seit 1866 kein souveräner Herrscher mehr. Diese Einschränkung war das größte Unglück seines Lebens. So begann er 1867 mit den Planungen für ein eigenes Reich, in dem er sich als wirklicher König fühlen und bewegen konnte. Als König von Gottes Gnaden in seinen Schlössern.

Märchenschloß im Winter

Märchenschloß Neuschwanstein im Winter

Marienbrücke über der Pöllath-Schlucht

Marienbrücke über der 90 Meter tiefe Pöllath-Schlucht

Die historische Brücke ist ein beliebter Treffpunkt von Urlaubern und Gästen aus aller Welt, weil es von dort den besten Blick auf das Märchenschloss Neuschwanstein gibt und die spektakulärsten Fotos, die ein Tourist von König Ludwig II. weltberühmter “Ritterburg” machen kann – unbeschreiblich schön. Das MUSS ein Tourist gesehen haben.

 

Sagen

Die Bilderzyklen Neuschwansteins sind inspiriert von den Opern Richard Wagners. Als direkte Vorlagen für die Ausgestaltung dienten jene Sagen des Mittelalters, auf die auch der Komponist zurückgegriffen hatte.

Sigurd

Sigurd

Die Wände des unteren Vorplatzes sind mit Szenen aus der Sigurd-Sage bemalt.

Gudrun

Gudrun

Die Gudrun-Sage führt in den Wandbildern des oberen Vorplatzes die Sigurd-Sage weiter.

Tristan und Isolde

Tristan und Isolde

Im Schlafzimmer finden sich an den Wänden gemalte Szenen aus Tristan und Isolde.

Parzival

Parzival

Der Sängersaal ist mit Wandgemälden aus der Parzival-Sage geschmückt.

Lohengrin

Lohengrin

Im Wohnzimmer wird der Parzival-Zyklus mit den Abenteuern seines Sohnes Lohengrin fortgeführt.

Tannhäuser

Tannhäuser

Im Arbeitszimmer wird der tragische Lebensweg des Minnesängers Tannhäuser dargestellt.

Lassen Sie sich von der Traumwelt eines romantischen Märchenkönigs begeisternt. Treffpunkt zu einer Tagesexkursion: Ihr Hotel in München, Fahrt mit dem Touristenbus oder der von Ihnen gebuchten Limousine etwa 2 Stunden nach Hohenschwangau. 30 Minuten Spaziergang hinauf zum Schloss oder Busfahrt mit dem Blauen Bus bis nahe zur Marienbrücke mit phantastischem Blick hinunter zum Schloss. Wanderung hinunter zum Schloss mit herrlichem Blick auf den Alpsee, die Tiroler Berge und Schloss Hohenschwangau.

Schloß Hohenschwangau

König Maximilian II. hat  Schloss Hohenschwangau im 19. Jahrhundert für seine Söhne Ludwig und Otto als Sommerschloss im Allgäu wieder aufbauen lassen.

Vorab-Reservierung zum Eintritt und zur Schlossführung in Schloss Neuschwanstein und in Schloss Hohenschwangau in der gewünschten Sprache sind unbedingt erforderlich! Ohne Ticketkauf am Ticketoffice im Dorf Hohenschwangau gibt es oben keinen Eintritt in die Schlösser. Zusammen mit einem Schlossführer begleite ich Sie im Schloss Neuschwanstein in den Thronsaal, in das opulent ausgestaltete Schlafzimmer der Königs mit hervorragendem Schnitzwerk aus Eiche und in sein Speisezimmer. Schließlich gehts weitere Stufen hinauf unters Dach in den phantastischen Sängersaal mit Wandmalereien aus der Oper “Parsifal” mit Klingsors Zaubergarten.

Barbara Schöne, Reiseleiterin und offizielle Gästeführerin von München seit 40 Jahren

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Selbst Walt Disney war so fasziniert von der märchenhafte Lage und der Ritterburg König Ludwig II., dass er in seinem Disneyland in Kalifornien eine Kopie hat bauen lassen.