20 Jahre Petuelpark – Das Bayerische Fernsehen – Abendschau – 27. Juni 2024

20 Jahre Petuelpark – ein steiniger Weg zur grünen Oase…

Vor 20 Jahren wurde der Münchner Petuelpark eröffnet. Eigentlich ist der Park ein Nebenprodukt eines erbitterten kommunalpolitischen Streits, der in den 1990er Jahren die Stadtpolitik beherrschte. Erst mit der knappen Mehrheit von 50,7 % in der Stichfrage haben die Tunnelbefürworter in Münchens erstem Bürgerentscheid “3 Tunnel braucht der Mittlere Ring” gewonnen. 1997 war Baubeginn am Petueltunnel – also Weiterbau der 1990 zugeschütteten Baugruben an der Leopoldstraße und Schleißheimer Straße.

Die Eröffnung des 1,473 km langen Petueltunnels wurde am 6. Juli 2002 groß gefeiert. Dann wurde auf dem Tunnelplateau ein 900 m langer und etwa 65 m breiter Grünstreifen angelegt mit schnurgeraden Fahrradwegen, verschiedenen sehr lustigen Kinderspielplätzen mit Wasser und Sand sowie Themengärten an der südlichen Tunnelmauer entlang des Nymphenburg-Biedersteiner-Kanals. Denn der Petuelpark liegt auf zwei Ebenen.

Aus der Vogelperspektive sieht man das Gesamtkunstwerk Petuelpark auf 7,4 Hektar. Im Zentrum das Café-Haus, Am Horizont im Westen die Olympiapressestadt. Im Osten Blick auf die Birkenallee mit Tunneleinfahrt Ecke Ingolstädter-/ Schenkendorfstraße

Der Park wurde als Skulpturenpark konzipierte. Das städtische “Kunstprogramm am Bau und im öffentlichen Raum” – genannt QUIVID – integrierte zwölf zeitgenössische Kunstwerke in die Landschaft – darunter Skulpturen, Klanginstallationen und Lichtobjekte. Internationale Künstler haben ihre Kunstwerke im Park auf dem Tunnelplateau oder auf Straßenniveau platziert.

Insbesondere das Café Ludwig von Architekt Uwe Kiessler wurde als Treffpunkt und Herz des Parks exakt auf der notwendigen Tunnel-Betriebsstation gebaut.

Die gesamte Parkanlage wurde behindertengerecht und barrierefrei gestaltet, nachdem ich als Stadträtin und Mitglied im Bauausschuss gegen den Willen des Schwabinger Bezirksausschuss-Vorsitzenden der SPD durchgesetzt habe, dass die Rampen hinauf auf das etwa 2,5 m hohe Tunneldach nicht die bundesweite Norm von 6 % Steigung erhalten würden sondern lediglich 3,5 % Steigung bekamen. Damals – also 2004 – besaßen die wenigsten Rollstuhlfahrer der Pfennigparade einen Rollstuhl mit Elektroantrieb und hätten bei einer 6 %-igen Steigung der Rampen das Tunnelplateau, die Parkanlage und das Café Ludwig nicht erreichen können. Diese “Umplanung” kommt insbesondere den rund 1.000 körperbehinderten Bewohner der Pfennigparade zugute.

Heute gilt der Petuelpark als internationales Paradebeispiel für gelungene “Stadtreparatur” und bietet einen enormen Mehrwert. Seit der Anlage des Mittleren Rings zu den Olympischen Sommerspielen 1972 in München riss diese sechsspurige Stadtautobahn mit bis zu 140.000 PKWs/LKWs/Notfahrzeugen und Lieferautos eine unüberwindbare Barriere im Münchner Norden und teilte Milbertshofen und Schwabing in zwei total voneinander getrennte Stadtteile. Durch die Verlegung des Verkehrs unter die Erde sank der ohrenbetäubende Dauerlärm für die tausenden Anwohner drastisch. Giftige Abgase, Feinstaub und Stickoxide werden seit 2002 im Tunnel kontrolliert abgeleitet. Die 7,4 Hektar Grünfläche wirken zudem als grüne Lunge und sorgen für eine bessere Lebensqualität.

Wo früher jahrzehntelang Stau und Beton dominierten, nutzen die Münchner Bürger heute großzügige Rasenflächen fürs Fußballspiel, Liegewiesen zum Ausruhen oder Lesen sowie einen 1000 qm großen Wasser-Sand-Kinderspielplatz für die Kleinen zum Pritscheln an den Wasserspeiern

Streetball-Plätze und großzügige Klettergerüste für die Jugendlichen

Das Café-Restaurant Ludwig als Treffpunkt und zur Erfrischung.

Bemerkenswert ist die weiße Marmorskulptur der Mutter Gottes mit Kind in einem Brunnen stehend als Patronin des Petuelparks des Amsterdamer Künstler Hans van Houwelingen. – am Ende der grünen Oase an der Barlachstraße unweit der Pfennigparade. Diese “Maria, Quell des Lebens” hat der Amsterdamer Künstler Hans van Houwelingen nach einer Skulptur des 15. Jahrhunderts geschaffen. Aus der Hand des Jesuskindes fließt Wasser, heute Trinkwasser. .

Der Berliner Künstler Raimund Kummer interpretiert seine große “Volière”, in der zwei langgezogene, fragile Glas-Skulpturen hängen, die in Grüntönen in einem achteckigen Glaspavillon schillern, als menschliche Augen. Für den Künstler strahlen seine Objekte mit ihrer makellos glatten Glasoberfläche die Schönheit fleischfressender Pflanzen aus und sollen doch die “Seele des Parks” darstellen.

Am nördlichen Ende des Parks schießt aus einem schwarzen Stiefelpaar auf einer Insel im Nymphenburg-Biedersteiner-Kanal spontan eine Wasserfontäne bis 7 m Höhe in die Luft, um dann wieder in sich zusammenzufallen. Ein weiteres Paar Gummistiefel, scheinbar von einem Gärtner vergessen, steht nahe der Leopoldstraße. Aus diesem Stiefelpaar schießt keine Wasserfontäne sondern es entweicht kalte Luft. Künstler Roman Signer, St. Gallen/Schweiz

Kinder klettern gerne auf das Muli genannt “GO”. Auf diesem Maulesel sitzt ein jugendlicher Cowboy im Schneidersitz, beladen mit Statussymbolen der “Trash-Kultur” an den Sattelknauf gehängt – alles in buntem Plastik verpackt. Die Düsseldorfer Künstlerin Pia Stadtbäumer kreierte hier einen zeitgenössischen Kontrast zu klassischen Reiterstandbildern mit den Insignien der Macht wie Zepter und Schwert.

Das “Rhetorischen Wäldchen” des Düsseldorfer Künstlers Harald Klingelhöller: sechs aus weißem und schwarzem Granit gefertigte Rednerpulte werden auf Knopfdruck praktische Trinkbrunnen – sehr angenehm im heißen Sommer.

Im “Hortus Conclusus” kann man in einem Quadrat aus hohen Eibenhecken ausruhen und die Langeweile zu einer langen Weile werden lassen. Künstler Rodney Graham aus Vancouver/Kanada ließ im Innern ein mechanisches Klavier installieren und nennt sein Werk “Musical Folly”. Die grasgrünen Stühlchen stammen aus dem historischen Jardin du Luxembourg.

Jugendliche spielen Fußball auf der großen Wiese oder auf dem kleineren Fußballplatz.

Der interkulturelle Generationengarten bietet 28 kleine Parzellen, die von Familien mit Migrationshintergrund bepflanzt und gemeinsam geerntet werden. Dieser ungewöhnliche, inzwischen sehr populäre Park ist ein Schmuckstück der besonderen Art. Auf Anfrage veranstalte ich sehr gerne ein Parkführung von 1 1/2 Stunden Dauer und zeige Ihnen den Skulpturen-Parcours. Nach Möglichkeit werfen wir an einem Mittwochnachmittag einen Blick in den Interkulturellen Generationengarten mit seinem Pavillon aus Wellblech als Aufenthaltsraum und zum Feiern von kleinen Familien-Festen.

Danach spaziere ich mit Ihnen durch die individuell gestalteten Themengärten entlang der südlichen Tunnelwand auf Straßenniveau entlang des Nymphenburg-Biedersteiner-Kanals und – falls möglich – gewähre ich Ihnen einen Blick auf den Petuelpark von oben aus der Vogelperspektive.

Barbara Schöne, Stadträtin a. D.

Gründerin der BÜRGERINITIATIVE PETUELRING e.V. – Pro Petueltunnel – Pro Petuelpark 1990

Ich bedanke mich sehr herzlich bei Livereporter Mathias Flasskamp und seinem BR24-Kamerateam aus München und Landshut für die Begleitung meiner Parkführung zum 20. Parkgeburtstag am 27. Juni 2024

Englischer Garten – Jardin Anglais

Englischer Garten – Jardin Anglais

Der Englische Garten ist mit einer Fläche von 375 Hektar die größte innerstädtische Parkanlage der Welt – größer noch als der Central Park in New York oder der Hyde Park in London oder der Bois de Boulogne in Paris. Mit seinen plätschernden Bächen, verschlungenen Pfaden, über 200 Jahre alten hohen Laubbäumen, malerischen Seenlandschaften, blühenden Wiesen und beschaulichen Biergärten – ein Bild wie aus dem Bilderbuch und der beliebteste Treffpunkt der Münchner zum Entspannen und Sporteln.

Kutsche im Englischen Garten

Bei einer romantischen Kutschfahrt erkunden Sie mit mir die vielen Abwechslungsmöglichkeiten wie die riesengroßen Biergärten unter schattigen Kastanien, kutschieren zum Japanischen Teehaus, fahren den Schwabinger Bach entlang (wo unzählige Sonnenhungrige brutzeln) und bis in den Nördlichen Teil des Englischen Gartens jenseits des Mittleren Rings zum “Aumeister”. Anschließend machen wir einen ausgedehnten Spaziergang bei “Dr. Wald”. Die von Bäumen in die Luft abgegebenen ätherischen Öle sind wohltuend für die Atemwege und stärken das Immunsystem. Lassen Sie die natürliche Magie der herrlichen Laub- und Nadelbäume auf sich wirken. Der Englische Garten ist auch ein Biotop, das bis zu 500 verschiedenen Brutvögeln ein Zuhause bietet, ebenso etlichen Eichhörnchen, Fledermäusen und anderes Getier wie Feldhasen. 

Hunde fühlen sich am wohlsten im nördlichen Teil (275 ha) mit großer Hundewiese und schönen Bächen, in denen sie plantschen können. Anschließend gibts eine frisch gebackene Brezn im kleinen”Hofbräuhaus”, wo die Vierbeiner beliebt sind.

Zwei Golden Retriever namens “Marley” und “Luna” warten sehnsüchtig auf ein Stück Brezn.

Zwei Golden Retriever namens Marley und Luna

Geschichte

Bis zum Jahr 1788 war der Englische Garten eine Auenlandschaft. Ein schier undurchdringlicher Wald diente als Jagdgelände der bayerischen Fürsten aus dem Hause Wittelsbach. Unter Kurfürst Karl Theodor aus der Pfalz initiierte 1777 der Anglo-Amerikaner Benjamin Thompson die Anlage eines Volksparks. Ganz nebenbei hat der in Massachusetts geborene spätere Graf Rumford die Kartoffel in Bayern eingeführt.

Die Grund-Idee war zunächst ein „Militärgarten“, in dem sich Soldaten in Friedenszeiten betätigen sollten und selbst versorgen konnten. Doch bald wurde daraus ein Volksgarten im englischen Landschaftsstil im Gegensatz zu den bislang bei Hofe gefeierten französisch angelegten symmetrischen Blumenrabatten und geschnittenen Hecken. Am 13. August 1789 – im Jahr der Französischen Revolution und des Sturms auf die Bastille – wurde der Volksgarten im Englischen Landschaftsstil eröffnet und den damals 40 000 Münchnern freigegeben. Dieses Datum des 13. August 1789 kann man sich ruhig merken!

Blumenwiesen mit Blick auf den Monopteros im Hintergrund

Englischer Landschaftspark

Das kaum sichtbare Japanische Teehaus ist umgeben von einem malerischen See und herrlichen Bäumen auf einer künstlichen Insel.

So geheimnisvoll präsentiert sich der Englische Garten. Zu verdanken ist die Schönheit der grünen Lunge Münchnes in erster Linie Hofgartenintendant Friedrich Ludwig von Sckell, der sich englische Gartenanlagen zum Vorbild machte (beispielsweise den royalen “KEW” Garden nahe London). Als Stadtplaner zuerst in Schwetzingen, Bruchsal, Paris und vier Jahre lang in England war von Sckell unter anderem an der gärtnerischen Gestaltung der Sonnenstraße und des Karlsplatzes beteiligt. von Sckell verstarb im Alter von 72 Jahren am 24. Februar 1823 in München. Der Englische Garten wurde ein populärer Volksgarten für Jung und Alt. Auf den ausgedehnten Rasenflächen kann man Volleyball oder Frisbee spielen. Es gibt Bolzplätze zum Kicken. Zwischen den Bäumen können Slacklines oder Hängematten aufgespannt werden. Am Eisbach kann (auch nackt) gebadet werden.

Plätschernder Bach im Englischen Garten

Glasklares Wasser sprudelt am Ende des Eisbachs – dort am sprudelnden Wasserfall ist Baden eigentlich verboten.

 

Badende im eiskalten Bach

Badende im eiskalten Eisbach bei hochsommerlichen Temperaturen

Eine von Münchens Top-Attraktionen: Die Eisbachwelle gilt weltweit als konstanteste, größte und beste Flusswelle mitten in einer Großstadt. Im Eisbach besteht laut Stadt ein generelles Badeverbot. Nur das Surfen am Haus der Kunst ist geduldet – NUR für geübte Profi-Surfer, die seit 30 Jahren Sommer wie Winter, Herbst wie Frühjahr in ihren Neopren-Anzügen auf’s Brett springen und versuchen, so lange wie möglich vor bzw. auf der Welle zu surfen, bevor die Spitze ihres Surfbretts ins Wasser eintaucht und der Surfer nebst Surfbrett im reißenden Eisbach untertaucht. Um nach einer gewissen Weile wieder aufzutauchen, zu verschnaufen und platschnass jedoch strahlend zurückzukehren, sich in die Schlange der wartenden Surfer einzureihen und es erneut zu versuchen – mit einer Begeisterung, die ansteckt und viele Zuschauer jubeln lässt. Fotos von Eisbach-Surfern ganz am Ende dieses Beitrags ….

Lassen Sie die natürliche Magie eines abwechslungsreichen Spaziergangs in schadstofffreier Luft auf sich wirken.

Surfer auf der Eisbachwelle

Die Eisbachwelle am Eingang zum Englischen Garten neben dem Haus der Kunst in der Prinzregentenstraße begeistert Surfer und Schaulustige aus aller Welt. Diese Welle gilt weltweit als konstanteste, größte und beste Flusswelle mitten in einer Großstadt. Seit 40 Jahren wird hier gesurft. Im Stadtteil Lehel tritt an der Prinzregentenstraße, nur wenige Schritte vom Haus der Kunst entfernt, der Eisbach an die Oberfläche. Der Bach ist dort nicht nur eiskalt (8 Grad), sondern auch extrem reißend schnell. Eine Steinstufe an der Austrittsstelle erzeugt eine etwa einen halben Meter hoch stehende Welle. Deshalb sind die meisterhaft surfenden Eisbach-Surfer so berühmt. Sie sorgen auf einer Welle direkt an der Brücke der Prinzregentenstraße für Urlaubs-Feeling. 

Die bei Surfern weltberühnmte Eisbachwelle

Die bei Surfern weltberühmte Eisbachwelle – eine Welle der Freude

Eisbachwelle ist wieder frei – mit neuen Sicherheitsregeln

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat spontan aus der REHA entschieden, dass die Eisbachwelle für Surfer ab 27. Juni 2025 wieder freigegeben ist. Der Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft nach der Tragödie vom 17. April 2025 habe gezeigt, dass die genaue Ursache des Unfalls an der Eisbachwelle nicht abschließend geklärt werden konnte und dass es „kein Verschulden der Stadt“ gab. Zudem gelten ab sofort neue Sicherheits-Regeln für die Benutzung der Welle:

Nachtfahrverbot:  Surfen ist nur in der Zeit von 05:30 bis 22 Uhr erlaubt. Das entspricht auch den Empfehlungen der Feuerwehr, die die Rettung von Menschen bei Dunkelheit als erheblich gefährlicher einschätzt.

Es darf ausschließlich mit einer selbst öffnenden Leash (Sicherheitsleine) gesurft werden. Das soll ermöglichen, dass sich Surfer im Gefahrenfall von ihrem Brett lösen können, um nicht unter Wasser zu geraten.

Die Welle darf nur von sehr erfahrenen und körperlich fitten Sportlern genutzt werden.

Erfahrene Eisbach-Surfer

Ein riskantes Abenteuer – das Surfen auf der Eisbachwelle

 

Im Neoprenanzug anstehen, um auf der Eisbachwelle zu surfen

Im Neoprenanzug anstehen, um auf das Surfbrett zu springen und auf der brausenden Eisbachwelle zu surfen – auch Football-Star Tom Brady war am Eisbach

Dass sich einer der größten Footballstars der Geschichte für eine Münchner Flusswelle einsetzen würde, damit hätte in einem normalen Sommer wohl kaum jemand gerechnet. Was Tom Brady auf den Plan rief: Der ehemalige US-Star-Quarterback postete im Sommer 2025 ein Foto auf der Social-Media-Plattform Instagram, wo ihm rund 15 Millionen Menschen folgen. Das Surfen auf der Eisbachwelle war zu diesem Zeitpunkt verboten. Wer das missachtete, riskierte ein Bußgeld von bis zu 50 000 Euro. Nur wenige Wochen zuvor hatte sich dort ein tragischer Unfall ereignet: Am 17. April verunglückte eine 33-jährige Surferin auf der Eisbachwelle tödlich. Die Sicherheitsleine ihres Bretts hatte sich offenbar im Bach verhakt, die Surferin wurde wiederholt unter Wasser gezogen. Später verstarb sie im Krankenhaus. Die genaue Ursache des Unfalls ließ sie nie ganz klären. Doch solange die Staatsanwaltschaft zur Ursache ermittelte, blieb die Welle gesperrt.

International wurde der Eisbach weltweit zum Thema. Medien auf der ganzen Welt berichteten: das französische Fernsehen, das US-amerikanische Radionetzwerk NPR sowie Tageszeitungen wie die britische Times oder der australische Guardian. Die ganze Welt blickte auf die Welle. Selbst internationale Surf-Legenden wie Kelly Slater oder Robby Naish versuchten dort ihr Glück. Die Eisbach-Welle ist eine Begegnungsstäte, Lebensfreunde, die reinste Wonne, der „Spirit of Surfing“, ein echtes “Kulturgut“.

Anfang Mai 2026 erfasste eine Woge der Begeisterung den umkämpften Hotspot, als Dutzende Surfer wieder ihr Können auf der Welle den Schaulustigen auf der Brücke am Haus der Kunst zeigten.

Surfen ist grundsätzlich nur mit Begleitung erlaubt. Diese passt vom Ufer aus auf und alarmiert im Notfall die Rettungskräfte (Buddy-Prinzip). Und nicht nur OB Reiter wünscht den Surfern: „Viel Spaß auf der Welle und passt auf euch auf!“ Weitere Fotos mit Surfern auf der Eisbachwelle ganz unten auf dieser Seite …

Was bietet der Englische Garten ausserdem seit über 200 Jahren: Ein 78 Kilometer langes Wegenetz bietet viele abwechslungsreiche Möglichkeiten für Jogger, Radfahrer, Inline-Skater oder Spaziergänger mit Hunden (an der Leine), für die es sogar eine großzügig angelegt Hundewiese im nördlichen Teil gibt. Etwas ruhiger geht es am Kleinhesseloher See zu. Man kann in dem See zwar nicht schwimmen aber eine lustige Bootsfahrt mit einem Ruderboot unternehmen. Ein Besuch im populären Biergarten neben dem Seehaus bietet zusätzliche Abwechslung. Auf dem zugefrorenen See amüsieren sich im Winter Schlittschuhläufer. Rodler amüsieren sich am Monopteros, der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit im Englischen Garten. Es ist der einzige griechische Tempel seiner Art in Deutschland.

Im 1791 erbauten Rumfordschlössl ist ein Jugendtreff untergebracht. Passend zur Lage im Grünen wird den Kindern und Jugendlichen beigebracht, wie wichtig Umweltschutz ist. Es ist schön, mitten in der Stadt so im Einklang mit der Natur zu leben. Heute lockt der Englische Garten mehr als fünf Millionen Menschen im Jahr an.

Im traumhaft schönen nördlichen Teil geht es beschaulicher zu. Hier kann man insbesondere viele Yoga-und Tai-Chi-Gruppen beobachten. Auch das Amphitheater befindet sich im Nortteil des Englischen Garten. In der Nähe der Universitätsreitschule finden Pferdefreunde ausgedehnte Reitwege und Möglichkeiten zum Geländespringen.

Der Chinesische Turm umgeben von einem der größten Biergärten Münchens mit 7000 Sitzplätzen

Der Chinesische Turm ist eine Kopie des Chinesischen Turms in Kew Garden (England) und der wiederum ist eine Kopie der Majolika-Pagode in Peking genannt Himmelstempel.

Der Biergarten am Chinesischen Turm ist der zweitgrößten Biergarten von München. Im Schatten vieler Kastanienbäume und rund um den Turm treffen sich Einheimische wie Touristen – rund 5 Millionen pro Jahr. Am Wochenende lauschen die Besucher einer Blaskapelle und genießen die bayerische und böhmische Volksmusik unter der Leitung von Trompetensolist Mathias Achat. Am Wochenende und an heißen Sonnentagen muss man bei der Essensausgabe schon mal etwas anstehen. Am besten bringt man seine eigene Brotzeit von zu Hause mit und kauft sich lediglich das Bier beim Wirt (Hofbräu). Einmal im Jahr findet am dritten Juli-Sonntag am Chinesischen Turm der Kocherlball statt, der auf eine Tradition aus dem 19. Jahrhundert zurückgeht — eine Riesengaudi ab 5 Uhr morgens im Kostüm eines Kochs, einer Dienstmagd oder einer Madame mit Chapeau und Queu.

Der Kleinhesseloher See ist ein beliebtes Ausflugsziel der Münchner. Im Seehaus am Kleinhesseloher See genießt das schicke Schwabinger Publikum den Feierabend. An den Plätzen direkt am See kann man allerlei Enten beim bunten Treiben beobachten oder sich ein Ruderboot mieten. In der kalten Jahreszeit kann der See den Schlittschuhläufern und Eisstockschützen als Eisplatz dienen. Im Seehaus und im schönen Restaurantgarten mit urigem Lokal wird man sehr nett von der Familie Rland Kufler bedient (internationale Küche).

Abendrot über dem Englischen Garten

Glühender Abendhimmel über dem Englischen Garten

Im nördlichsten Teil des Englischen Gartens liegt der populäre Aumeister. Das war früher das Königliche Jägerhaus, welches 1810 erbaut wurde. Der Biergarten liegt sehr idyllisch unter schattigen Bäumen. Dort empfiehlt sich der „Steckerlfisch“.

Auf meiner Führung durch den Englischen Garten begleite ich Sie natürlich auch zum Chinesischen Turm, dem bekannteste Bauwerk und Wahrzeichen des Englischen Gartens. Der 25 Meter hohe Turm wurde 1789 nach einem Vorbild des 50 m hohen Chinesischen Turms im königlichen Kew Garden im Südwesten Londons erbaut. Der Chinesische Turm wurde im Englischen Garten als Aussichtsturm gebaut. Da die Bäume inzwischen viel höher sind als der Turm aus Holz von 1789, hat sich seine ursprüngliche Funktion erübrigt. Nur die Blaskapelle darf über die hölzerne Wendeltreppe den ersten Stock betreten und sorgt in der Sommerzeit für beste Stimmung im Biergarten. Diese Blaskapelle heizt auch in der Ochsenbraterei auf dem Oktoberfest ein und ist seit 10 Jahren ein guter Partner der Wirtefamiie von  Antje Haberl. Neben dem Chinesischen Turm stehen ein historisches Kinderkarusell, Rikschas und Pferde-Kutschen. 

Monopteros

König Ludwig I. lies einen offenen Rundtempel im griechischen Stil auf einem 15 m hohen, künstlichen Hügel erbauen zu Ehren von König Maximilian I. sowie von Kurfürst Karl-Theodor, dem Erbauer des Englischen Gartens – den Monopteros.

Der Monopteros

Der Monopteros wurde als offener Rundtempel mit 10 Säulen im griechischen Stil 1835 von Architekt Leo von Klenze im Auftrag König Ludwig I. errichtet, und zwar zu Ehren von König Maximiian I. (dem Vater von König Ludwig I.) sowie zu Ehren des Erbauers des Englischen Gartens, des pfälzer Kurfürsten Karl-Theodor. Vom Monopteros aus bekommt man den wohl besten Ausblick über den Park bis zu den Türmen der historischen Altstadt: den Doppeltürmen der Frauenkirche, den Turm des Alten Peters und den Turm des Neuen Rathauses mit dem Münchner Kindl auf der 85 m hohen neogotischen Turmspitze. Der Panoramablick über die Stadt ist beeindruckend und wunderschön.

Blick über die Wiesen bis zu den Doppeltürmen der Frauenkirche - eine Postkartenansicht

2016 wurde der Monopteros renoviert und erhielt seine ursprünglich sehr farbige Fassung in der Kuppel und auf dem Dach bzw. dem rot/grünen Pinienzapfen als Höhepunkt. Um den Monopteros herum wurde ein neuer Rasen angepflanzt. Langeweile kommt hier sicher nicht auf. Für die Pflege des Englischen Gartens beschäftigt die Bayerischer Verwaltung für Schlösser, Gärten und Seen rund 60 Mitarbeiter.

Das Japanische Teehaus „KanShoAn“ wurde 1972 der Stadt München anlässlich der XX. Olympischen Sommerspiele von der Japanischen Partnerstadt Saporro geschenkt. Der frisch angelegte Japanischen Garten und das Teehaus sind ein Zeichen deutsch-japanischer Freundschaft der Städtepartnerschaft von München und Saporro. In Sapporo haben 1972 die XX. Olympischen Winterspiele stattgefunden.

Erkunden Sie mit mir auf diesem Naturspaziergang weitere Denkmäler und Sehenswürdigkeiten umgeben von prachtvollen Bäumen, die vor über 220 Jahren gepflanzt worden sind. Der General-Intendant des Englischen Gartens war nach Friedrich Ludwig von Sckell dann Reinhard Freiherr von Werneck, der in diesem Stadtpark den Kleinhesseloher See als künstlichen See anlegte mit drei Inseln. Die größte Insel ist den Wasservögeln vorbehalten, die hier “mausern”. Deshalb kann man vom Ruderboot aus viele Federn rund um diese Insel herum im Wasser schwimmen sehen.  Münchens grüne Lunge –  vollendet so, wie wir sie heute kennen und lieben. 

Barbara Schöne

Barbara Schöne

Barbara Schöne, Stadträtin a.D. – Offizielle Gästeführerin von München in Deutsch, Englisch und Französisch

PS Wie schön, dass der Freitaat Bayern als Eigentümerin des Englischen Gartens die vom Grün/Rot dominierten Münchner Stadtrat beschlossene, sogenannte Park-Tram auch weiterhin nicht genehmigt, sondern bei seinem VETO bleibt: Eine teure Straßenbahn durch den Englischen Garten wird NICHT gebaut, zumal umweltfreundliche E-Busse den Park queren von der Münchner Freitheit kommend und nach Bogenhausen fahrend. Das Steuergeld, das für die Verlegung der neuen Straßenbahnschienen ausgegeben werden sollte, kann in andere Verkehrsprojekte fließen, die nicht der “Grünen” Ideologie dienen sollen sondern der Münchner Bevölkerung zum allgegenwärtigen Thema umweltfreundlicher Mobilität.

Am Rande des Englischen Gartens – vis à vis des US-Generalkonsulats – steht ein originales Stück der Berliner Mauer

Ein Stück Berliner Mauer im Original

Ein Stück Berliner Mauer im Original

Auf dem Spaziergang vom Englischen Garten in den nördlichen Teil des Hofgarten und zur Bayerischen Staatskanzlei kommen wir beim Harmlos vorbei.

Harmlos - eine Skulptur unter Bäumen am Rande des Hofgartens

Er sieht tatsächlich ganz harmlos aus, der griechische Jüngling Antinoos. Dass der Volksmund ihn “Harmlos” nennt, hat aber trotzdem nichts mit seinem Aussehen zu tun – sondern mit der Inschrift auf der 1803 von Franz Jakob Schwanthaler geschaffenen Skulptur in der Grünanlage des Prinz-Carl-Palais. Vor über 220 Jahren wurde die „Harmlos“-Statue hier am Übergang unter Bäumen platziert und war oft Treffpunkt von Liebespaares.

An einer Tafel heißt es :”Harmlos wandelt hier / dann kehret neu gestärkt zu jeder Pflicht zurück“. Aus diesen Worten, an die sich die lebensgroße Jünglingsgestalt abstützend lehnt, resultiert der volkstümliche Name „Harmlos“. Das kann man natürlich auch spaßig missverstehen; da ließen sich die Münchner nicht zweimal bitten. So erhielt diese eindrucksvolle Marmorstatue den Spitznamen “Harmlos”.

Harmlos unter schattigen Bäumen

Nahe Prinz-Carl-Palais

Am Sockel haben sich der Stifter und der Bildhauer verewigt: Heinrich Theodor Graf Morawitzky (einst bayerischer Justiz- und Kultusminister) und Franz Jakob Schwanthaler. Die heutige Statue ist eine Kopie. Das Original steht im Residenzmuseum.

Interessant sind die mit einer Glaseinhausung geschützten alten Mauern über einem Hofbrunnenwerk des 19. Jahrhunderts

Historische Mauern über einer alten Brunnenanlage

Historische Brunnenanlage

Historische Brunnenanlage

Brunnenanlage

Diese gehört zum Areal der Bayerischen Staatskanzlei, dem Amtssitz des Bayerischen Ministerpräsidenten seit 1994. Der Kuppelbau war vor dem zweiten Weltkrieg das Bayerische Armeemusseum.  Auf der Südseite ist das Grabmal des “Unbekannten Soldaten” der beiden Weltkriege.

Die Bayerische Staatskanzlei

Die Bayerische Staatskanzlei – rechts und links vom Kuppelbau die Orangerie.

Le Jardin Anglais (Englischer Garten) et ses alentours si pittoresques

Le Jardin anglais est l’un des plus grands parcs urbains au monde avec une multitude de pistes cyclabes, des cours d’eau idylliques, le lac Kleinhesseloher See et plusieurs “Jardin à Bierre” (Biergärten). Le plus célèbre des ces jadins à bierre est celui du Chinesischer Turm. Il est là où les touristes et les Munichois savourent ensemble l’atmosphère conviviale  à l’ombre des marroniers.

A la bordure du parc, le long de la Prinzregentenstraße, se dressent deux musées à ne pas manquer: la Haus der Kunst, un centre international de l’art contemporain avec expositions changeantes, et le Bayerische Natinalmuseum. Ce dernier est consacré à l’art occidental, du Haut Moyen Age aus XIXe siècle surtout en provenance de Bavière. La collection de crèches est l’une des plus importantes et les plus précieuses du monde, surtout à voir vers Noel!

Il y a souvent des spectateurs enthousiastes sur le pont situé entre les deux muséss: ils encouragent les surfeurs urbains de l’ Eisbach. Des jeunes sportifs exercent leurs talents d’ acrobate été comme hivers sur une vage artificielle.

Je serais très heureuse de vous y amener pour regarder et filmer ces sportifs extraordinaires en pleine ville.

Barbara Schöne, Guide Officielle de Munich

Zu einer der größten Touristenattraktionen gehört die Eisbachwelle, die unter der Prinzregentenstraße (gleich neben dem Haus der Kunst) hervorschießt und eine Riesengaudi ist für Surfer in ihren Neoprenanzügen – Sommer wie Winter -:) -:) -:)

Die weltberühmte Eisbachwelle am Haus der Kunst

Les surfeurs très courageux dans le Jardin Anglais

Barbara Schöne
Offizielle Gästeführerin von München in Deutsch, Englisch und Französisch